Hups, ganz vergessen, den 4. Text reinzustellen.
Da man mich fast gesteinigt hat wegen den “unmenschlichen” Passwörtern, hab ich meine Meinung zwecks Lebensverlängerung geschwind geändert. ( Bei den ersten bleiben die aber! Als Protest, jawohl!)
Verfahren: bestellte Geschichte
Mord in der Familie
Die Hitze stieg Onkel Fritz schnell zu Kopf, er ließ seinen Becher fallen.
Schmerzen machten sich in ihm breit, stechende, erbarmungslose Schmerzen.
Taumelnd und voller Panik schleppte er sich durch die Küche. Ungeschickterweise riss er die Tischdecke auf den Boden, stolperte über die Scherben, die dabei entstanden sind und ging zu Boden.
Die letzten Stunden seines schmerzerfüllten Lebens verbrachte Onkel Fritz damit, sich im Scherbenhaufen zu winden und vergeblich nach Hilfe zu schreien..
Wie gesagt, vergeblich, denn das Gift schien seine Stimme in einem dicken Kissen verhallen zu lassen, welches man ihm mit aller Kraft auf das Gesicht presste.
Dieses unsichtbare Kissen raubte ihm immer mehr die Luft zum Atmen, seine panischen, unkoordinierten Bewegungen wurden langsamer und langsamer, bis Onkel Fritz leblos auf dem Küchenboden lag.
Der Schock war groß, das Geschrei laut und die Tränen wurden mit Mühe unterdrückt.
„Wer ist denn so bösartig? Der liebe Onkel Fritz, nein, oh Gott, wie schrecklich…“, schluchzte seine Schwester Frida, die ihm noch eine, für ihn unbedeutende, Summe Geld schuldete.
Die anderen Familienmitglieder standen betroffen und stumm neben ihr, wie zum Beispiel ihr Ehemann, Hubert, ihr fünfzehn Jahre alter Sohn Max und dessen Großeltern.
Der Tag verging schnell, keiner konnte diesen großen Verlust wirklich begreifen. Inzwischen war selbst die Polizei schon mitten in der Arbeit vertieft, jedoch kam diese nur dürftig vorwärts.
Schienen doch alle Fragen sinnlos zu sein, die man sie fragte und brachten sie doch kein nennenswertes Resultat.
So erfolglos ging der erste Tag zu Ende, genauso wie der zweite und dritte Tag.
Keiner glaubte mehr an eine Aufklärung des Falls, alleine das Gift stellte der Polizei mehr Fragen, als es beantwortete – die Gerichtsmediziner waren sich nach eigener Aussage sehr sicher, dass es ein unbekanntes Gift war. Selbst die geschädigten Organe, die geplatzten Blutgefäße und der ungewöhnlich gedehnte Hals der Leiche schienen keine Anhaltspunkte zu bieten.
Doch am vierten Tag ging ein Anruf bei der Polizei ein, der das Familienleben für immer verändern sollte.
Wieder alle in der Küche versammelt, ergriff Oma Inge das Wort.
„Da, das ist der Mörder! Ja, schau nicht so, Jung! Ich hab dein Spielchen schon längst durchschaut“!
Alle Blicke drehten sich zum verdutzten Max, der wie immer, wenn die Situation zu absurd und schwierig wurde, zu weinen anfing.
Doch Oma Inge ließ sich nicht beirren und öffnete die Schranktür, hinter der die Becher für gewöhnlich standen.
Und das taten sie auch. Sie erklärte der Polizei und allen Anwesenden, dass sie schon seit über 60 Jahren die Becher in diesen Schrank einräumte.
Man rollte die Augen, darauf hin wurde sie lauter und die Anderen vor Angst und Erstaunen schlagartig stumm.
Sie räumte zwar seit Jahren die Becher in diesen Schrank ein, doch sie konnte nie begreifen, was jeder an ihrem System, die Becher einzuräumen, auszusetzen hatte. Denn immer wieder wurde Oma Inges Angewohnheit belächelt und immer wieder wurde über Pflegeheim und Wahnsinn getuschelt.
Doch heute, sie lachte zufrieden und vertrocknet, war ihr System für etwas gut!
Denn sie war die Einzige, die die Becher mit den Henkeln nach rechts zeigend einräumte. Max hingegen, der als Schüler viel Zeit zum Helfen im Haushalt hatte jedoch räumte sie ein, wie es ihm gerade passte. So sah der Schrank, den Oma Inge soeben geöffnet hat, auch aus – alle Henkel zeigten in eine andere Richtung.
Die Polizei war erstaunt, nahm Max und seine Eltern aber gleich mit auf die Wache.
Wie sich im Verhör herausstellte, waren die drei auf das Vermögen von Onkel Fritz aus.
Worauf auch sonst, mehr als Geld besaß dieser emotionale Eisblock ja wahrlich nicht.
Oma Inge zeigte der Polizei auch noch das vermeintliche Gift. Ahoj-Brause, Backpulver und ein bisschen biologische Kaumasse waren die Stoffe, die Max anscheinend in komprimierter Form in jedem Becher verschwinden ließ, wie die Untersuchungen ergaben.
Diese Stoffe, in Verbindung mit einer beliebigen Flüssigkeit, hatten eine prickelnde Wirkung; rasche Ausbreitung, was einer kleinen Explosion Konkurrenz machte und so die inneren Organe fatal in Mitleidenschaft zog und ein nebensächliches Verkleben der Luftröhre, was wohl zum Erstickungstod von Onkel Fritz führte. Alles in wenigen Minuten vom Körper abgebaut und für die Gerichtsmediziner als unwichtige, jedoch ungewöhnliche Henkersmahlzeit abgetan.
Eine Woche später konnte man Oma Inge dabei beobachten, wie sie lächelnd und vergnügt ihre gespülten Becher einräumte.
Natürlich mit den Henkeln nach rechts zeigend.
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