Captain Dudley Smith: It’s best to stay away from a man when his blood is up.
Ed Exley: His blood is always up.
Captain Dudley Smith: Then perhaps you should stay away from him altogether.
Eine Geschichte möchte erzählt werden und dabei muss man so einige Dinge beachten. Die Geschichte muss spannend sein, fein gesetzte Wendungen, nicht ganz durchschaubare Figuren mit einer ungeahnten Tiefe und einer mysteriösen Aura muss es geben. Keine Knicks in der Handlung, keine Brüche bei der Spannungskurve, das Gerüst muss Stück für Stück aber dafür kontinuierlich aufgebaut werden, der Zuschauer darf keinen Ausweg mehr aus der Atmosphäre und der erzählten, konstruierten Welt mehr finden.
Damit das ganze auch nicht langweilig wird, baut man Intrigen in seine Geschichte ein, verknüpft auf unkonventionelle Art und Weise Figur mit Figur und erschafft ein wackeliges Gerüst, welches tapfer bis zum Ende stehen bleibt und erst im Showdown anfängt zu wackeln, zusammenfällt und dem Zuschauer ein “Ahhhhhhh” entlockt.
Was das mit L.A. Confidential zu tun hat? Im Prinzip alles, denn dieser Flimmer-Edelstein vereint alle Aspekte einer guten Geschichte, führt sie gekonnt aus und bringt es am Ende zum “Ahhhhhhh”.
Los Angeles, Stadt der Engel, 50er Jahre. Die Engel sind auf Urlaub, doch das hindert die ersten paar Minuten nicht daran, ein gar zauberhaftes, ein glückliches und glamouröses Bild von L.A vorzugaukeln.
Mickey Cohen, Boss der Bosse der Verbrecher in Hollywood wandert hinter schwedische Gardinen, Versuche, seinen Platz einzunehmen, werden aus dem Weg geräumt – soweit vielleicht schon “Alltag”, bis es zum Blutbad im Café “Nite Owl” kommt – unter den Opfern ein Polizist, das wiederum ruft das Los Angeles Police Department (LAPD) auf den Plan. Bei der Wahl der Polizisten wird es besonders pikant, 3 Menschen, 3 unterschiedliche Hintergründe und dementsprechend 3x richtig viel Platz für ein gespanntes Netz an Geheimnissen und Leichen im Keller. Ein junger Polizist namens Ed Exley, ehrgeizig bis zum Anschlag und vollends darauf fixiert in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, der ermordet wurde und dessen Mörder bis heute davon kam. Sergeant Jack Vincenne hingegen versucht das Beste aus seinem Beruf zu machen, genießt immer wieder ein bisschen Rampenlicht, arbeitet mit der Klatschpresse zusammen und könnte gut den Namen “Infobox” zur Schau stellen. Nicht zu vergessen Russel Crowe (Gladiator, A Beautiful Mind) als Officer Wendell “Bud” White, immer ein bisschen böse guckend, dafür aber 100%ig für Gerechtigkeit (verprügelt auch gerne mal Ehefrauverprügelnde Männer) und Menschlichkeit.
Diese 3 Männchen schickt L.A. Confidential auf eine Ermittlungstour der nicht ganz so einfachen Art. Denn wie gesagt, jeder hat so seine Engel Leichen im Keller.
Wer hat noch nie von L.A. Confidential gehört? Wer hat noch nie die großen Wörter “Meisterwerk” und Konsorten erspäht? Niemand? Sehr gut. Also..MEISTERWERK! Damit wäre das auch gesagt.
Und um das Ganze irgendwie weiter zu verpacken; die Geschichte stimmt einfach, mehr und mehr gerät man in den Abgrund hinein, Korruption, Lügen und falsche Freunde werden zum Alltag und die Stadt der Engel mutiert zur Stadt der Teufel (So heißt übrigens auch der deutsche Titel der Romanvorlage von James Ellroy). Hier werden noch ordentliche Kugeln durch die Luft geschossen, Drogen vertickt und Pulsadern.. okay, mir wird schlecht.
Dabei knallt es nicht nur, wenn Türen eingetreten und Einrichtungen zerschossen werden, auch die verschiedenen Ansichten prallen regelrecht aufeinander, Begriffe wie “Gerechtigkeit” kann man ja sehr unterschiedlich auslegen. Auch wenn es um Gesetz, Recht und Ordnung geht und man das Bild vom großen, edlen Polizisten im Kopf hat, auch dagegen prallt die krasse Offenbarung der rassistischen Gedanken, welche die “guten Gesetzeshüter” und deren Schergen so an den Tag legen – so wiederum kommt der Teufelskreis in Gange, eine vergewaltigte Mexikanerin musste nach eigenen Aussagen lügen und die Dinge zurechtrücken, ansonsten hätte sich niemand für die an ihr begangene Schandtat interessiert..
Erwähnte ich schon, dass ordentlich geschossen wird? Nicht? Okay, es wird ordentlich geschossen. Und 2 Polizisten werden als Helden hervorgehen, auch wenn anfangs niemand wirklich erwartet hat, dass diese beiden von Grund auf verschiedenen Menschen mal ein gemeinsames Ziel verfolgen würden.
Was ist eigentlich noch großartig an Tönen zu spucken? Die Geschichte wird gut spielend erzählt, Kim Basinger sieht umwerfend aus und Curtis Hanson hat mit L.A. Confidential eine Perle ins trübe Wasser der Kriminal- und Cop- und Detektivfilme und Thriller geworfen. Schon damals, 1997, mein lieber Otto.
Hammmmmer Film! Einer meiner Alltime-Favorites! :klatsch:
Ja, ein wirklich fantastischer Film! Und ich hab den damals sogar im Kino gesehen. Allerdings habe ich nicht alle Handlungsstränge sofort durchblickt. Aber nachdem ich den auf DVD noch einige Male gesehen habe, weiß ich Bescheid
Und es gibt jedes Mal wieder Neues zu entdecken. So muss ein Film sein!