Murdered by pirates, a heart torn out and eaten, meet Victoria… Can’t quite decide which sounds more fun
Man kann dieses Stück Fantasy mit sehr gemischten Gefühlen betrachten und sich am Ende fragen: was wollte “Stardust” von mir?
Die eine Seite ist kindlich und verspielt und macht auf keinen Fall den Großteil aus. Die andere Seite ist amüsant und böse, ein bisschen oft gewalttätig und an manchen Stellen grausamst platt um nicht zu sagen kindisch. Eigentlich ein ständiges Hin und her und niemand zieht die Bremse dieses rasanten Karussells, das sich für immer nervende Liebeleien und zickige Hauptdarsteller keinen Deut zu schade ist und dabei doch irgendwie immer wieder einen Hauch einer Überraschung verspüren lässt.
Um was geht es überhaupt.. irgendwie wird in ein paar Minuten..oder auch Sekunden eine Liebesnacht mit Folgen dargestellt. Die Folge heißt Tristan Thorn (Charlie Cox), wurde in einer Fantasywelt namens “Stormhold” gezeugt, lebt aber in einem englischen Dörfchen namens..Wall. Wall heißt Wall, weil es durch eine Mauer mit einer Lücke von Stormhold getrennt ist. Wer die Lücke durchschreitet, durchschreitet somit das Portal in eine andere Welt. Das war aber erst der Anfang.
Hinzu kommen..aeh.. 7 Brüder, die allesamt auf die Thronfolge aus sind und sich gegenseitig umbringen. (Das ist nicht nur böse, sondern auch sowas von unterhaltsam gestaltet, dass es fast schon nicht mehr als Kinderfilm durchgehen dürfte) Dann gibt es noch 3 Hexen (Michelle Pfeiffer und Company), die auf ewige Jugend, ewiges Leben und Schönheit, also das Übliche aus sind und dafür die herausgeschnittenen Herzen von Sternen benötigen. Wie der Zufall es so will, lässt der auf dem Sterbebett liegende König seine Halskette fliegen, diese fliegt ein bisschen sehr hoch und holt einen Stern von Himmel, der prompt auf die Erde klatscht.
Nebenbei möchte Tristan ein Mann werden, möchte seine angebetete Victoria erobern und verspricht ihr binnen einer Woche zu ihrem Geburtstag den gefallenen Stern zu schenken.
So. Ich glaube das waren schon alle Parteien. Nicht zu vergessen die Mannschaft um den verdeckt tuntigen Kapitän Shakespeare (Robert de Niro), die zwar Piraten sein wollen, irgendwie auch Piraten sind aber Blitze einfangen und verkaufen.
Klar, Tristan kommt als erster zum Stern. Dieser Stern lässt sich aber nicht einfach so mitnehmen und stellt sich als sehr bockig heraus. Jagd und Wettlauf sind eröffnet, 2 Stunden, die bis zum Rand hin vollgepackt sind mit sehr netten, weniger netten, sehr blöden und garkeinen Einfällen. Wirklich, ich kann mich nicht entscheiden, ob diese Hülle und Fülle gut sein soll.
Schließlich ist es lange her, dass mal ordentliche Fantasykost auf den Tisch kam, an Pans Labyrinth hatte ich andere Erwartungen gestellt, da kann man noch so laut Meisterwerk brüllen. So wirkt “Stardust” doch ganz eigen- und bodenständig, aber eben auch sehr konzeptlos. Was bei anderen Filmen ein “Gehangel von Station zu Station” bis zum Happyend ist, stellt hier ein wildes Zappen dar. Sehr beachtlich, dass doch jede Partei ausreichend erwähnt wird und man nicht wirklich das Gefühl hat, einen Platzhalter zu bestaunen, auch auf die Effekte wird sich nicht gänzlich verlassen, auch wenn es an vielen Stellen sternengleich oft und heftig funkelt, leuchtet und blendet; Lichterspiele eben.
Warum diese leb- und sprunghafte Adaption einer Novelle von Neil Gaiman mit einem argen Erzähler aufwarten muss, verstehe ich nicht. Kam m.W zwar “nur” 2x vor aber das hat zum Augenrollen gereicht. Pompöse Musik, die an einer Stelle ja schon fast an die Szene aus Sunshine erinnert, wo die Sonne unterlegt mit “Lux Aeterna” heranwalzt. Bombastisch und sehr schön und dennoch nicht oberflächlich, im Prinzip macht “Stardust” aka “Der Sternwanderer”(Waaaarum nur?) sehr viel Spaß und meistert selbst 2 Stunden. Eigentlich ist nur zu bemängeln, dass die Zickerei an manchen Stellen zuviel wird, die kleinen aber “unfeinen” Anspielungen im Verlauf auch etwas auf den Keks gehen und man sich nicht zwischen kindgerechter Darstellung oder erwachsenengerechter Unterhaltung entscheiden konnte. (Oder bluten Adelige jetzt neuerdings doch schon Blau?)
Stardust (Der Sternwanderer) – IMDB
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