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Alien (Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)

Ash: Ripley, for God’s sake, this is the first time we’ve encountered a species like this. It has to go back. All sorts of tests have to be made.
Ripley: Ash, are you kidding? This thing bled acid. Who knows what it’s gonna do when it’s dead?

Eigentlich sollte die Nostromo auf dem Weg zur Erde sein, unterwegs empfängt sie jedoch ein Signal, welches alle Schaltkreise des Bordcomputers “Mother” auf Kursänderung drängt. Fern der Heimat, irgendwo in der Umlaufbahn eines Planeten angekommen, weckt “Mother” die in den Schlaf-Kühlkapsel-Räumen ruhenden Menschen auf. Aufwachen, über höhere Löhne diskutieren, das Signal auswerten, sich bewusst werden, dass man etwas weit von Zuhause entfernt ist und auf Entdeckungsreise gehen; der Planet ist stürmisch, klimatisch nicht wirklich für Menschen geeignet und auch ansonsten eher ausladend. Ein altes Schiffswrack, ein “Fossil” und viele viele Eier; ein kleines Monster, das den Astronauten Kane (John Hurt, “V for Vendetta”) ins Gesicht springt. Ein kurzer Schock, der aber durch die auffällig ruhigen und langsamen Sequenzen des 1. Teils überdeckt wird. Auch wenn da draußen ein Kollege im Begriff ist, zu sterben, hängt erst einmal alles am seidenen Faden der Verständigung der Anderen. Kane retten und gegen die 24-Stunden-Quarantäne-Vorschrift verstoßen? Die Gesetze und Bestimmungen einhalten aber eine Infizierung des Schiffs riskieren? Eine grundlegende Entscheidung von größter Dringlichkeit ist es, trotzdem sind die Menschen in ihren Geflechten von Rängen, Zugehörigkeiten und Befehlen so verstrickt, dass eine konstruktive Kommunikation zu keinem Zeitpunkt stattfindet. In Anbetracht dieses Kontextes gewinnt die Aktion Ashs (Ian Holm, “Les Miserables”!!!) einen Preis für Mannigfaltigkeit. Zum einen setzt sich die Maschine, wie schon so oft im Weltraum, über den handlungsunfähigen und viel zu emotionalen Menschen hinweg; auf der anderen Seite repräsentiert er dieses Etwas ohne jegliche Gefühlsregung, von “Der Company” geschickt und mit einem Auftrag beladen, der alle Menschenleben als sekundär und noch tiefer ansieht. “Die Company” ist wie der Krieg in “Casablanca”. Nie wirklich direkt gezeigt und dennoch mit einer solchen Omnipräsenz gezeichnet, dass man den ausgeübten Druck, die Verachtung, welche sie den Arbeitern entgegen schleudert – immerhin sind sie ja nichts als wartende, schlafende Maschinenknechte und im Ernstfall auch Kanonenfutter für wissenschaftliche Vorhaben – im Prinzip so abhängig von Bordcomputer und Raumschiff wie das Kind von der “Mother”. Mother entscheidet, Mother wird befragt und Mother wägt Chancen ausgehend von verarbeiteten Daten ab. Ohne Mother und ihre elektronischen Hilfsmittel wären die Astronauten & Techniker wie Kinder; hilflos, ohne Orientierung und ohne richtungsweisende Instanzen, denen man vertrauen kann. Die Diskussion um die ungerechten Löhne und vertragliche Verpflichtungen erscheinen marginal, sind aber nur die Spitze des Eisberges, so steckt dahinter die ganze Vorgehensweise der Company, eine ungleich strukturierte Hierarchie, die nicht in der Lage ist, ihre Aufgabenbereiche ordentlich abzustecken und Vorschriften über Vorschriften, die Vorgänge erleichtern sollen und – wie ironisch aber auch – eher das Gegenteil bewirken.

Die 1. “richtige” Erscheinung des Aliens ist ein einschneidendes Erlebnis, sowohl als auch gesehen. Mit seinem Erscheinen ist es um die Ruhe an Bord geschehen; die schlaftrunkene Atmosphäre weicht der Panik, dem unkoordiniertem Chaos sowie dem Machtgerangel. Aber das Alien ist ja nicht irgendwie dargestellt, schon das “Ausbrechen” aus Kane lässt eine phallusartige Form erkennen – vorangestellt das Eindringen in “Mother” über den Wirt Kane und später in ausgewachsener Form auch noch in Bezug auf Lambert (Veronica “Ich bin gerne hysterisch” Cartwright, “The Birds”) – biologische Anspielungen wohin man das Auge wendet.
Aus und vorbei ist es mit der Ruhe, die engen, verworrenen Gänge entfalten schlecht beleuchtet, mit monotonen Maschinengeräuschen ihre volle klaustrophobische Wirkung. Herzschlag, Wassergetropfe und der Funkkontakt – obendrein Gepiepe von technischen Geräten, um das “Vieh” ausfindig zu machen. Genau das macht Alien so zeitlos, egal wie oft man es begutachtet, die spannenden Momente erzielen eine Wirkung und sei es nur minimal im Unterbewusstsein. Aufblitzendes Licht – Gefahrenquelle für latente Epileptiker – aufgerissene Augen und die quälende Ungewissheit, hinter welcher Ecke sich das Alien befindet, ob es hinter einem, neben einem oder über einem lauert, ob das umfallende Werkzeug von der Katze herrührt oder doch nur auf Nervenzusammenbruch zurückzuführen ist; alles Dinge, die sich perfekt kombinieren und Alien auf der “Horror-SciFi”-Ebene noch immer tadellos funktionieren lassen. Sozialkomponente: ebenfalls gelungen, die Mannschaft ist alles andere als unproblematisch, nicht Captain Kirk oder sonstwer sondern eine Frau muss die Angelegenheit respektive sich in trockene Tücher bringen und irgendwo unter der Horror-Effekt-Maske versteckt sich eine Anspielung auf den menschlichen Makel und dass es da draußen vielleicht auch noch Lebewesen gibt, die vielleicht nicht von hindernden Emotionen und Schweißperlen, aber von Säure im Blut und “Maul im Maul” umgeben sind – der interessierte Wissenschaftler neigt zum Interesse an dieser biologisch vielleicht perfekten Lebensform aber was ist es schließlich, was das Alien – vorerst – das Leben kostet und den Menschen in Sicherheit bringt? Narcissus, die Rettungskapsel, leicht abgeschwächte Selbstverliebtheit und Selbstbezogenheit, die nur aufgrund von menschlicher Reflexion ermöglicht werden und dem triebgesteuertem Alien, das die Menschen als Wirt & Beute aber nicht mehr ansieht, ordentlich Feuer unterm Hintern macht.
(Eigentlich ein Unding, dass aus “Alien” so viele, eigentlich zu viele, Ableger gemacht wurden, dass Alien versus Predator, ein mehr als grandios wirksames Computerspiel, verfilmt wurde und.. überhaupt, manche Dinge sollte man wie “Alien” eben im Unklaren lassen oder ganz bleiben lassen.)

Fünf Dinge, die man von Alien gelernt haben dürfte aber dennoch nie zu Hause anwenden darf
1. Suche niemals nach Katzen und wenn du schon nach ihnen suchen musst: bewaffne dich und besorg dir Rückendeckung
2. Katzen bringen Unglück
3. Man kann auch Tierfreund sein, seine Katze retten und diese trotzdem im Käfig hin und her poltern lassen, das ist kein Widerspruch
4. Je nebliger und uneinsichtiger der Gang des Raumschiffs, desto größer der Bogen um diesen Gang und desto schneller das Aufsuchen eines hell erleuchten Raumes mit guter Übersicht. Hört ja eh keiner drauf.
5. Wenn 2 Menschen sich streiten, entscheidets der Computer.

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Abgelegt in Achtung Unterhaltung, Verspohlisierend.

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5 Reaktionen

Es gilt die Netiquette.

  1. David sagte

    Das Lächerlichste in Horror und Sci-Fi Filmen sind die fetten Nebelschwaden die über dem Boden schweben. Gibt es in echt niemals aber in fast jedem Film. Was soll der Schrott?

    Die gute alte Zeit, als man sich noch darauf verlassen konnte, dass das Alien sich ein paar Tage zum Wachsen in der Brust Zeit lässt, heutzutage geht das ja viel schneller (AVP).
    Es gibt einen Comic, Batman VS. Alien, der sollte endlich mal verfilmt werden.
    Oder Batman VS. Alien VS. Predator VS. Rambo VS. Robocop VS. Terminator VS. Spider-Man. wäre das geil? Das wäre es, oder?

  2. Uwe sagte

    Gibt doch aber auch genug ohne Nebel (mal vom “The Mist” abgesehen, höhö)
    Atmosphäre, Effekte, Gruselstimmung, die Wolken haben sich auf den Boden verirrt[...]? :)

    Bist du gerade pro oder contra Alien? Contra AVP gehe ich mit, außer bei den Spielen
    Irgendwie fehlt mir gerade auch ein zeitlicher Rahmen, weil Tage vergehen in Alien ja wohl eher bei den Reisen und der ganze Konflikt erstreckt sich über ein paar Stunden(?); hm tjo, “organisch perfekte Lebensform” eben, die hats eilig

    “Batman VS. Alien VS. Predator VS. Rambo VS. Robocop VS. Terminator VS. Spider-Man” klingt.. spaßig, aber kommt dann am Ende der Spielverderber Chuck Norris und kickt alles weg? :gruebel:

  3. uli sagte

    David, da muss ich widersprechen. Solchen Bodennebel gibt es wirklich. Dazu muss man allerdings mal vor Sonnenaufgang in der freien Natur sein, ich empfehle Plätze in der Nähe von stehenden Gewässern. Der Bodennebel entsteht, wenn feuchte Luft so weit abgekühlt wird, zB über kaltem Boden, dass die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Autofahrer kennen den Effekt übrigens auch!
    Allerdings bezweifel ich auch stark, dass bei den atmosphärischen Verhältnissen auf dem Planeten (wie auch immer der hieß) dieser “Nebel” entstehen kann. Dann bleibt nur der Respekt vor Ridley Scott, ein schönes Bild dafür geschaffen zu haben, dass man besser nicht seine Finger überall hineinsteckt.

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    [...] ihre Grenzen erreicht, “die Monster” viel zu sehr von Alien abgekupfert wirken und zu allem Überfluss auch noch der rote Faden, das Tempo und alles, was [...]



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