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Aliens (Die Rückkehr)

The A2s always were a bit twitchy. That could never happen now with our behavioral inhibitors. It is impossible for me to harm or by omission of action, allow to be harmed, a human being.

Am Anfang war es ein Alien, was eine ganze Raumschiff-Besatzung in Angst und Schrecken und noch viel mehr versetzte. Und es war eine Frau, die dem schier unbesiegbarem, perfektem Organismus entgegentrat und ihn in die weite Unendlichkeit des Alls zu entsorgen, um sich schließlich friedlich mit der Katze in die Kälteschlafkapsel zu begeben. Um dort 57 Jahre zu verbringen. 57 Jahre, in denen Ellen Ripley nicht wirklich gealtert ist aber auch einiges an Entwicklung auf Erde und Umgebung verpasst hat. Zwar könnte sie dankbar sein, dass man sie da draußen bei einer geschätzten Chance von 1 zu 1000 gefunden hat, doch was ist dieser Trost schon, wenn die Company – die jetzt in Form von den bekannten Aktenjägern und Kofferträgern ohne offenes Gehör für menschliche Bedürfnisse in Erscheinung tritt – einem kein Wort glaubt, zu falschen Aussagen bewegen will und nur auf die Schadensminimierung ausgerichtet ist, die eigene Tochter in der Zwischenzeit verstorben ist und auch ihr Pochen auf die Wahrheit in einer Liquidierung und Degradierung endet. Der Dank einer Firma, die auf Gewinn aus ist. Der Dank dafür, dass man die Gefahr abgewendet hat und seine eigene Haut gerettet hat – das Menschenleben wiegt eben weniger als ein millionenschweres Raumschiff. Dabei fängt der Wahn der Company gerade erst an; besessen davon, die Menschheit in alle Ecken des Universums zu verstreuen, errichtet man “Kolonien” auf Planeten, baut großräumige Anlagen, welche die Atmosphäre auf humane Erträglichkeit trimmen und schafft Raum für Familien, die nicht mehr auf Erde und Co leben “möchten”. (Man kann sich ja denken, wie die Erde in so einer düsteren Zukunft aussehen kann)
Eine Kolonie, auch auf dem Planeten, wo man das 1. “Unheimliche Wesen” aufgegabelt hat respektive wo es den Großteil der Nostromo-Besatzung aufgabelte. Eigentlich ein Schock für Ripley aber was will man machen, wenn man kurz gesagt zum Handlanger degradiert wurde? Nicht viel, außer ausrasten, als der Kontakt zur Kolonie abbricht und die Company sie “bittet”, mit einem Spezialtrupp zum Planeten zu reisen und dort aufzuräumen.
Das klappt dann auch und jetzt kann man sich wirklich kurz fassen: der hoch motivierte Haufen an Soldaten kommt inklusive Ripley, neuem Androidem namens Bishop (brillanter Lance Henriksen, “Dog Day Afternoon”, “Dead Man”) und Vertreter der Company Burke (Paul Reiser) landen auf dem Planeten, durchsuchen die Gegend, finden nicht nur ein Alien sondern gleich ganz viele Aliens. Munition wird verpulvert, Soldaten lassen mehr oder weniger rühmlich ihr Leben, ein kleines überlebendes Kind namens Rebecca „Newt“ Jorden wird aufgegriffen, die Bekanntschaft mit einem Verräter in den eigenen Reihen wird gemacht, viele Aliens werden zerschossen, wieder ein paar Soldaten weniger und auch Mama Alien aka “The Queen” gibt sich die Ehre, wird in ihrer “mütterlich netten” Art schwer enttäuscht, benutzt wutentbrannt einen Aufzug, um wie der einzelne Vorgänger aus Teil 1 in den Weltraum gepustet zu werden. Klingt viel, ist aber ganz einfach; 1. Teil ist der aufbauende Grundstein, quasi das rechtfertigende Fundament für das Geballer, das sich nach der Ankunft langsam aufbaut, ein gewisses Level erreicht und so schnell nicht mehr abklingen wird.
Vom Alien zu (den) Aliens. Von Hochglanz und Suggestion/Suspense und Ridley Scott zu Nonstop-Shootouts und James Cameron. Vom eingegliederten Score hin zu den hervorstechenden Tönen, die nicht mehr viel mit dem Verschmelzen ins Unbewusste zu tun haben aber trotzdem ihre Wirkung nicht oft verfehlen. Die Bekanntschaft mit den Aliens ist ja schon gemacht worden, warum sollte man sie jetzt noch richtig verstecken? Kanonenrohre frei und Feuer marsch; keine Rücksicht auf Verluste, keine Zeit für Spannungsaufbau, höchstens für kurzweilige Schocker, die in der Inszenierung nicht an Teil 1 heranreichen. Immerhin konsequent durchgezogen ist das Scharmützel, da kann man keinen Vorwurf machen; wenn schon Geballer, dann richtiges Geballer und das hat man zu genüge. Die Soldaten sind ein bunter Haufen, der abgedroschener nicht sein könnte. Gut ausgebildete Patrioten und Amerikaner, mit einem schreiendem Sarge, mit der weiblichsten Rambo-Rolle ever (Feministen-Ikone Jenette Goldstein) und dem üblichen Haufen an Stereotypen Kanonenfuttercharakteren. Immer für einen Spruch zu haben, immer schön gestresst und am Abzug und im Endeffekt hat die tollste Ausbildung keinen wirklichen Überlebenswert.
Die Figur Ripley ist quasi wie immer; am Anfang aus dem friedlichen Schlaf erwacht, wird sie wie das schlummernde Baby aus dem – natürlich alles metaphorisch und bildlich gemeint – Mutterleib gerissen, in die Realität gesetzt, wird mit Leid und Neid konfrontiert, wieder zurück auf die Hölle auf Erden fern von Erden geschickt, um sich dort nicht nur ihren Albträumen sondern auch ihren alten Bekannten zu stellen. Der Charakter wurde nur grundlegend erweitert, Ripley ist die “rationale”, die auch mal in hitzigen Situationen eher nachdenkt, jedoch auch zu harten Geräten greift, wenn es sein muss. Die Erweiterung besteht in einer Kompensierung des Verlustes der Tochter, die kleine schutzbedürftige Newt, die ebenfalls ihre Familie verloren hat, eignet sich bestens dafür. Die Verbindung wird halten, keiner möchte den anderen – wenn auch nach anfänglichen Annäherungsproblemen – verlieren und so überdauert die “neue” Mutter-Tochter-Beziehung jede Schießerei, jeden Alienangriff, jeden Verräter und jede Entführung, die der Film so loslässt.
Was aber wäre die schönste ausgearbeitete Horde von Aliens, wenn es da keinen Hintergrund geben würde? In Teil 1 eben der “perfekte Organismus”, das animalische Killerding übertrumpft so ziemlich alles, was der Mensch in seiner Eitelkeit als “perfekt erschaffen” ansah, ätzt sich durch die dicksten Wände, missbraucht den menschlichen Körper als Wirt, der es bei der Geburt nicht überlebt, spielt mit den menschlichen Ängsten und Sinnen. “Aliens” lässt die Aliens zwar bei weitem nicht so überlegen erscheinen, aber das Prinzip “Die Masse machts” bringt den Rettungstrupp doch ganz schön ins Schwitzen und man sollte lieber zusehen, sich selbst zu retten. Die Säure ist zwar noch immer das, was wir als Blut ansehen würden, doch wenn es immer die volle Wirkung gezeigt hätte, wäre wohl ein Loch im Planeten drin gewesen; die Frage, warum es nur die Soldaten verätzt und keine wirklich nennenswerten Hinterlassenschaften in der Umgebung hinterlässt. Im Hintergrund die Königin des Schwarms, größer als die kleinen Lieblinge und auch eierlegend an einen gewaltigen Hinterleib gefesselt. Die wohl verheißungsvollste Szene im ganzen Film; die Begegnung zwischen Mutter und Mutter. Auf beiden Seiten nur das mütterliche Bestreben nach Sicherheit für die Kleinen. Eigentlich ja nicht verkehrt, nur wenn Mutter Alien Mutter Mensch gewähren lässt und Mutter Mensch aus purem Misstrauen noch ein paar Eier mit dem Flammenwerfer und Granaten in die Luft jagt , dann kann man auch nicht mehr auf diese Verständigung hoffen und “The Queen” nimmt die Verfolgung der Störenfriede selbst in die Hand. Ein gewaltiges Mistvieh, groß, dunkle Erscheinung und noch unempfindlicher gegen die menschlichen Waffen. Kann aber den Aufzug benutzen und weiß sogar, in welche Etage man muss.
Eigentlich.. ja, eigentlich ist das Ende, wenn man es denn so sehen möchte, verhältnismäßig komplex geraten. Nicht von der gesehen Handlung aber von der Metaaussage dahinter.
Die Menschen waren unterlegen, richten ein wenig gegen die Aliens aus und haben mit körperliche Schwäche und Munitionsarmut zu kämpfen. Ab und an erlangen die benachteiligten Menschen durch ihre Errungenschaften wie Selbstschussanlagen und Peilsender (das Dauergeräusch eines Einzelnen Objektes wird durch viele heranstürmende Objektive ersetzt; Chaos pur und im Computerspiel m.E viel intensiver in der Wirkung), sind aber immer in der Unterzahl, müssen zu allem Überfluss gegen unmenschliche Vertreter der eigenen Reihe ankämpfen und.. haben eben arge Probleme, die Nerven zu behalten. Die Grenzen sind gesteckt; die Aliens benötigen die Menschen als Batterien, nicht mehr und nicht weniger.
Die Annäherung ist die oben erwähnte Begegnung der Alpha-Mütter. Beide in ihrer Position als Beschützer, Denker und “Befehlsgeber”; ein kurzer Moment eines Konsens, man gewährt, um gewahrt zu bleiben, wie wäre es wohl weitergegangen, wenn Ripley nicht als “Dank” noch ein paar Aliens zerschossen hätte und so die Alienkönigin erzürnt hätte? Man kann es ja auch nur vermuten, auch die Überlegungen, ob Alien eine Gehirnstruktur für “Schwamm drüber” besitzen, ist eher fragwürdig. Zumindest ist es der menschliche Makel in Form von Ripleys Trauma, von ihrem Hass und ihrer Machtposition, Mutter Alien dort zu treffen, wo es richtig weh tut: bei den verletzlichen Kindern. Flucht; das Alien ist groß, böse und gefährlich. Der Showdown zeigt aber: die Technik kann doch einiges. Ein bisschen lustig, das Erscheinungsbild von Ripley in dem Laderoboter. Wo Flammenwerfer und Konsorten versagen, muss eben ein langsamer Transportroboter herhalten – eine dezente Andeutung an das primitive Mordwerkzeug Schraubenzieher aus 2001 darf man sich hier denken – und am Ende dreht sich die Königin schwerelos im Weltraum.
Bishop, der Android spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Kein “Fehlfunktionierer” wie der Vorgänger, eine Entwicklungsnummer besser und dennoch vom Tier zerfetzt. Die armen Androiden wollen doch nur helfen, müssen stumpf ihre Aufgaben erfüllen und werden dann so behandelt! Aber solange ein zerfetzter Android noch lächeln und scherzen kann (“Not bad for a human”) ist die Welt noch in Ordnung.

Was bleibt? Ein Eindruck von einem eher anspruchslosem Stück Film, der seine Sache aber im Rahmend es Möglichen gut ausnutzt und Spaß bereitet. Viele Dinge aus dem Vorgänger wurden “weiter gesponnen”, Spannung wird hier vornehmlich durch einen hohen Adrenalinspiegel im Team und nicht durch klaustrophobische Atmosphäre und verlorene Einzelgänger gegenüber des Unbekannten erzeugt – klappt recht gut, wenn auch die Einfälle an manchen Stellen zu abgedroschen wirken. Verschmerzbar.
Was lernen wir von “Aliens (Die Rückkehr)”?

  1. Auch ohne Katzen kann man Probleme haben.
  2. Die Queen fährt Aufzug und das nicht mal schlecht.
  3. Androiden sind selbst in “Agonie” ironisch.
  4. Kleine Kinder sind die besseren Surviver.
  5. Wenn der Stuhl das Sicherheitsglas nicht zerbrechen mag, dann tut es eben der Soldatenschädel.
  6. Reizt keine Mütter, um Gottes Willen reizt keine Mütter!
  7. Vom Singular zum Plural – wäre das doch mal für die Munition der Fall gewesen.
  8. Ein piepender Punkt ist angsteinflößender als ein Haufen chaotischer Punkte. Subjektive Ansicht.
  9. Never trust the company.
  10. Im Weltall ist noch viel mehr Platz für viele nachfolgende Aliens.
  11. Never say “got you” if you are a person in “Alien(s)”.
  12. Die Soldaten sind eine Parabel für die Hilflosen Soldaten im Vietnamkrieg. Zeitlicher Kontext.
  13. Ein weiblicher Rambo heiratet/schließt Freundschaften mit Granaten als Ehering.
  14. Neugierige Familien werden in Filmen fast immer bestraft.
  15. “Creating better worlds” kann man auch skeptisch betrachten.
  16. Wer schläft sündigt nicht, also sind alle filmischen und “begangenen” Sünden vergessen, sobald die Protagonisten sich in den Schlaf träumen.
  17. Don’t kill Aliens with acid for blood, only brings pain. Really.

Just tell me one thing, Burke. You’re going out there to destroy them, right? Not to study. Not to bring back. But to wipe them out.

Aliens – IMDB
(Für Korrekturhinweise jederzeit dankbar. Zahlendreher und Co und so.)

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