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Cloverfield

Cloverfield

Beth lives in Midtown. Midtown is that way. You know what else is that way? Some horrific shit!

Angeblich ist für “Cloverfield” ja richtig viel Aufwand in Sachen PR, Marketing und Massenanstachelei betrieben worden, da sollen Filmfetzten gestreut werden, über die sich dann alle Leute hergemacht haben und das Maul zerissen haben, da wurden Webseiten aus dem Boden gestampft, die Infos, die keine Infos sind, preisgeben und und und. Hype pur, ein Hype, der an mir mal ganz dezent vorbeigegangen ist, bis auf einen Beitrag und vor einigen Tagen die Vorschau im Fernsehen.. “Was zur Hölle ist Kleefeld?” wäre meine Frage gewesen.

Cloverfield. Auf gut Deutsch sowas wie ein Kleefeld. Der Titel hat mit dem Inhalt gefühlt gar nichts, wirklich gar nichts zu tun, außer mir sind da zertrampelte Kleeblüten entfallen. Man sollte aber auch dankbar sein, denn “Cloverfield” heißt auch bei uns einfach nur “Cloverfield” und nicht etwa..lasst mich überlegen.. wie wäre es denn mit.. Kleefeld des Grauens? Und ab da hört für mich die Liste an richtig positiven Aspekten schon auf. Aus der einen Sicht heraus wird “Cloverfield” eh an den gehypten Erwartungen scheitern oder schon gescheitert sein, solange die Kasse stimmt, hat die Masche ja mal wieder funktioniert. Auf der anderen Seite will man sich selbst feiern, sich als originell, innovativ und “richtig konsequent” feiern lassen. Nein, so einfach ist das nicht.

Worum gehts überhaupt? Eigentlich um eine Handlung, die man nicht braucht. “Cloverfield” ist aus der “total tollen subjektiven Handkamera”-Perspektive gedreht, man ist also quasi mittendrin, sieht mit dem elektronischen Auge, das um einen Hals baumelt, sieht nur das, was die Linse einfängt. Ganz viele junge Erwachsene auf einer Party, eine Abschiedsparty für Rob Hawkins, der auf nach Japan des Berufes wegen, ziehen will. Ein kleiner Beziehungsstress, ein Seitensprung und eine Kamera, die mal “Verabschiedungen” der Party dokumentiert oder mal in den Ausschnitt anwesender Gäste schielt.
Krachbumm, die Erde bebt, das Licht flackert und alle rennen – Voyeurismus lässt grüßen – aufs Dach, um besser erblicken zu können, wen es da erwischt hat. Der Grundstein ist gelegt, ab jetzt heißt es “Action” respektive wildes Rumrennen von Menschenmassen, einstürzende Hochhäuser, ein fliegender Kopf der Freiheitsstatue, kleine komische spinnenähnliche Krabbelviecher die aus einem viel größerem Viech rausplumpsen und die Menschen anfallen, ein bisschen Krachbumm von anrückenden Soldaten, Panzern, Tarnkappenbombern[...], einstürzende Brücke, einstürzende Hochhäuser und das alles durch die Augen dieser Kamera, die mit einer Akkuladung auskommt und anscheinend unkaputtbar ist.

“Some Thing Has Found Us” – aber der geneigte Zuschauer muss das Monster erstmal suchen, bis es schließlich dem Ende entgegen strebend die Scheu ablegt und in kompletter Größe erscheint. “Cloverfield” ist schon mal kein Pendant zu Godzilla, die großen Monster wüten mehr im Hintergrund und lassen Staubwolken die Straßen entlang fegen, die kleinen Monster fallen nicht aus allen Ecken über die Menschen her und sind auch ansonsten mit alltäglichen Dingen im Schach zu halten, sofern man sich nicht beißen lässt. Kein “großartiger Monsterfilm” also.
Eine total tolle Charakterentwicklung, die die Figuren sympathisch oder unsympathisch erscheinen lässt? Fehlanzeige, namenlose Figuren spielen namenhafte leere Hüllen, die sich von Minute zu Minute durch den Film schreien, rennen und gegenseitig Mit zusprechen. So leer die Charaktere sind, so einfallslos und erzwungen kommen die “grandiosen” Dialoge daher.

Hud: Please tell me she lives on the ground floor.
Rob Hawkins: 37th.
Hud: Shit.

Die konsequente Benutzung der Ich-Perspektive wird dem einen gefallen, dem anderen wird sie nicht gefallen. Für eine partizipierende Wirkung von Seiten der Zuschauer her ist alles zu distanziert wirkend, für eine klare Sicht zittert der Kameramann zu viel. In der Erzeugung von Spannung steht sich die Kameraperspektive mehr im Weg als alles andere; die Kamera wird runtergeworfen, runtergehalten, zoomt hin und her und muss durch hektische Schwenker in alle Richtungen versuchen, das begrenzte Sichtfeld zu kompensieren; Schrecken durch Vermutung, ein paar Schreie, flackerndes Licht und kurz in Erscheinung tretende Spinnenmonster: quite simple und sparsam aber irgendwie nicht neu und sehr die intendierte Wirkung verfehlend um nicht zu sagen: stinklangweilig für patentierte Angsthasen wie mich oder auch: ich war nicht gewillt mir vorzustellen, in welcher unscharf dargestellten Ecke der Kamera jetzt ein Schatten oder eine Bewegung an der Decke war. Vorab gesagt; wer sich an toll animierten Monstern ergötzen möchte hat zwei Möglichkeiten; 1) einen anderen Film besuchen oder 2) lang und ausgedehnt auf Parkplatzsuche gehen und ca. 40 Minuten Vorgeplänkel verpassen, wobei auch zum Ende hin nicht wirklich viel von “Oh, guck mal ein Monster” übrig bleibt.

Unfreiwillig blöd-komisch trifft den Grundton. “Cloverfield” will so großartig erfrischend sein, verwurstet eine Blair Witch Project Idee in eine amerikanische Großstadt und spricht dabei die Generation an, die jedes noch so unpassende Ereignis für die Ewigkeit “auf Tape” festgehalten wissen möchte. Kein Wunder also, warum dieser ganze Stress im Internet vollzogen wurde; Generation “Snuff” wirds begeistern. Warum man aber, im Angesicht des Todes, auf einer einstürzenden Brücke, noch den Drang dazu hat eine Kamera mit sich rum zu tragen.. das wird sich wohl neben “Warum haben die Monster eine so widerstandsfähige Haut?” einreihen – den Monstern sei es verziehen, dass sie sich jeder Logik entziehen aber warum ein einmal gegebener Auftrag “zu dokumentieren” bis ans Lebensende eingehalten werden muss… da denkt man wieder an Voyeure und Exhibitionisten.
Von Kopfschmerzen kann ich nicht reden, auch nicht von enttäuschten Erwartungen, da ich keine wirklichen Erwartungen hatte aber im Nachhinein gibt Jeffrey Jacob Abrams (der, der mit “Lost” noch mehr nervt) mit “Cloverfield” nichts ab, worauf er stolz sein könnte. “Interessantes Handwerk” und “pfiffige Erzählstruktur” mit “kleinen gekonnt eingesetzten Brüchen” reicht eben nicht aus, um diese monströse Mogelpackung, die von einstürzendem Gebäude zu einstürzendem Gebäude hechtet, genügend aufzuwerten.
Immerhin, man war sich im Klaren darüber, dass der Stoff keine 2 Stunden hergibt. Wobei auch nicht in jeder Kürze eine Würze liegen muss.

I love you!

(So oft gesagt und so oft keinen Hauch an Wirkung mit sich gebracht, dass es fast schon wieder tragisch-romantisch sein könnte.)

Aber wie immer gibt es auch Dinge, die man von Filmen wie Cloverfield lernen kann:

  • Der Typ mit der Kamera hat eine längere Überlebensdauer als seine BegleiterInnen, SCHNAPP DIR DIE VERDAMMTE KAMERA!
  • Brücken sind kein Fluchtweg sondern fiese Fallen, schwimmen dürfte sicherer sein
  • Das Militär bringt es einfach nicht gegen große Monster, werde lieber Zivi
  • Wenn deine Stadt dem Untergang geweiht ist, geh wenigstens auf Nummer sicher und brech in einen Elektroladen ein und protze ein letztes Mal mit einem Fernseher, den du dir nie hättest leisten können
  • Nicht jeder Film braucht eine Geschichte, einen Kontext für seine Monster – lasset uns beten, dass das kein Prequel und oder Sequel zur Folge hat
  • Wenn Ratten rennen, solltest du auch rennen
  • Vermeide es, deinen Seitensprung auf eine Abschiedsparty mitzubringen, bringt nur Stress und lässt die Erde förmlich beben
  • Verhalte dich antizyklisch; wenn alle aus dem Kern der Stadt fliehen, rennst du in den Kern um deine enttäuschte Liebe zu retten und mindestens 50x “I love you” zu bezeugen
  • Auch große Monster können sich von hinten anschleichen, ohne dass du etwas merkst

Cloverfield – IMDB

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17 Reaktionen

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  1. el-flojo sagte

    Wo steht geschrieben, dass die Herkunft eines Monsters geklärt sein muss?

    Du machst den Fehler, einen Kinofilm inkl. Charakterzeichnung zu erwarten und vorauszusetzen. Das ist Cloverfield nicht und will es nicht sein. Wir sehen ein Fragment, mehr nicht. Das wird auch ganz zu Beginn klargestellt.

    Und das Monster schleicht sich zum Schluss nicht an – es ist schon da. Ein Hubbschrauber fliegt nicht mehr weit, wenn er abschmiert. Und da der Heli vom Monster runtergeholt wird, sind die beiden auch nicht weit voneinander entfernt, wenn sich die Überlebenden aus dem Wrack befreit haben.

    Was das “I love you” angeht – das wird im Ami-Englisch einfach ganz anders eingesetzt als bei uns, nicht so bedeutungsschwanger und kontextbeladen.

    Versuch doch mal, die frisch gelernten Analysewerkzeuge im Werkzeugkasten zu lassen – Abstand und die Einsicht, nicht alles durch die paar bislang an die Hand bekommenen Filter betrachten zu müssen können befreiend wirken.

    Hör auf alte Menschen. :P

  2. Uwe sagte

    Es steht nirgendwo geschrieben, ich wollte nur sagen es gibt welche, die erklären es und manche..die lassen es bleiben

    Ich erwartete nichts, weil ich den Film inklusive Medienrummel nicht kannte; Charakterzeichnung erwartete ich eigtl auch nicht weil die Ausführung jener noch mehr Zeit und Lückenfüller mit sich gebracht hätte (und ich glaube es würde dem Vorhaben, die unwichtigen Spielfiguren zwischen den Trümmern darzustellen, eher im Wege stehen) – dass es keine Entwicklung gibt ist wohl die klügste Entscheidung aber eben.. nennenswert ;)

    Also bitte; es wirkte aber alles andere als “ich bin in der Nähe” und bei der Größe hätte man es wohl auch atmen, stampfen oder sonstwas hören können

    Love is all around.. immer diese Floskeln. Mehr Flüche hätten es gebracht, die Brücke entlang rennen und “oh shit OH SHIT OH SHIT” … äh, ja.

    Frisch gelernte WAS? Auf alte Menschen hören? Cloverfield als gelungenen Film ansehen und meine eigene Meinung untergraben lassen? Ich hör den alten Mann reden und verstehe ihn nicht, weil er so leise redet :P

  3. el-flojo sagte

    leise?

    SO BESSER????

  4. Uwe sagte

    Ah, tu doch bitte beim Schreien den Krückstock weg! Ah, nein, bitte bleib vernünftig, AHHHH SCHWESTER SCHWESTER… :angst:

  5. el-flojo sagte

    DAS hast du nicht kommen hören, Greenhorn! muahahaha

  6. Uwe sagte

    Stimmt wohl, dafür hat Greenhorn ganz klammheimlich deine Zurechnungsfähigkeit in Frage gestellt (und dieses Lachen da war ja schon immer an Zeichen für den Wahnsinn! WAHNSINN!)

  7. el-flojo sagte

    Erstens verfüge ich als Filmmonster klassischer Ausprägung über keine Zurechnungsfähigkeit.
    Zweitens ist das egal, wenn man seine Monsterzähne in junges Fleisch schlagen kann.
    :D

  8. Uwe sagte

    Drittens scheint es dem Filmmonster auch egal zu sein, dass es als Monster Internet, Blogs und Kommentarfunktion benutzt und sowas wie eine eigene Meinung vertritt und diese anderen aufzwingen möchte; der Student mit der schönen Aussicht scheint nur ein Wirtskörper zu sein, ogott!

    Junges Fleisch? Pah, 19 Jahre und ungenießbar, ruf dir mal in Erinnerung, wie “Krieg der Welten” zu Ende ging.. so wird es dir dann auch ergehen :devil:

  9. Manfred Mustermännchen sagte

    Ich konnte dem Film nicht viel abgewinnen. Die Kameraführung sollte wohl irgendwie an Blair Witch erinnern, war aber meiner Meinung nach nur grauenhaft im Stil einer Videoaufnahme mit viel zuviel Gewackel. Von logischen Fehlern (Wie spult man eine SD-Karte mit einer Videoaufnahme zurück? Wieso kann ein Monster den Kopf der Freiheitsstatue kilometerweit schleudern aber das Ding steht danach weiterhin unverbogen auf dem Sockel?) mal ganz abgesehen.

    Die an sich Potential (für einen schönen Monsterfilm) bietende Story (Junge liebt Mädchen und will es vor dem Monster retten; seine Freunde folgen ihm und wollen helfen, am Ende sind alle tot) wurde schlecht umgesetzt. Irgendwie fühlte ich mich an “28 days later” erinnert, der mir aber um Einiges besser gefallen hat.

    Einziges Highlight für mich war der astreine Sound.

  10. el-flojo sagte

    @Mustermännchen:
    Na ich weiß ja nicht. Muss jeder Handkamera-Film sklavisch dem BWP-Vorbild unterworfen sein? Sind nicht alle aktuellen Kinofilme lausige Kopien des ersten Farbfilms? Und dann sprechen die auch noch alle, wie in diesem einen Film, du weißt schon, der die Stummfilm-Ära beendet hat.

    Zur Videokamera und dem Spulen. Warum nicht spulen? Laut Story wurde die Panasonic AG-HVX200 eingesetzt. Tja, und da kann man Kassetten reinpacken, wenn man will. (http://en.wikipedia.org/wiki/Panasonic_AG-HVX200)

  11. Tobias Harth sagte

    hi, wollte auch mal kurz meinen Senf dazu geben:-)

    also ich hab ihn mir angesehen und muss sagen die Story fand ich soweit ganz ok, der sound war auch supi.
    Nur bei der Kameraführung muss ich Manfred recht geben die war wirklich grauenhaft.
    Mir ist teilweise wegen der Kameraführung schlecht geworden(und bin nicht zart beseidet) falls das einer denkt…Hätte man besser machen können.
    Naja..wenn ichs rückgängig machen könnte würde ich in einen andren Film gehen.

    Gruß
    Tobias

  12. cloverfield typ sagte

    Dieser Film ist actiongeladen und spannend!!!

    Soetwas gab es noch nicht.

    Geschichte: egal – wegen der massiven action

    Character-
    tiefgang : egal – “

    Monster : egal – “

    Ausgang : egal – “

  13. cloverfield typ sagte

    ich sah ihn zum 2. mal

    mir ist aufgefallen, das es garkeine story gibt.
    denn es ist ein gewöhnlicher abend,
    aufgezeichnet von einem normalen typ.

    ihm wurde gesagt, zeichne meine party auf.-
    das tat er auch. wie er selbst sagt: es mache ihm spaß.

    nur dann griffen die aliens manhattan an.
    und der kameramann wollte dies unbedingt aufzeichnen,- irgendwie kann ich das nachvollziehen.

    als der letzte angriff des militärs das monster nicht zur strecke bringen konnte,
    wurde ganz manhattan eingeäschert und die kamera wurde von den trümmern der brücke, wo sich die beiden versteckt haben, glücklicherweise verschüttet.
    diese kamera wurde irgendwann wiedergefunden. der film konnte wiederhergestellt werden.
    und man sieht den film so wie er aufgenommen wurde. von anfang bis ende. mit den fetzen der vorherigen aufnahme- dem typen und der frau vom anfang.

    dieser film soll so realitätsgetreu sein wie möglich.
    mit blairwitch überhaupt nicht zu vergleichen.
    in cloverfield wird nicht ein einziges mal die kameraperspective gewechselt.
    -respekt an die regieführer.

    danke an den der auch lost gemacht hat,
    für so ein film spektakel von morgen!!!!!!!!!!!!!!!

    das gibt anreize für mehr von soetwas..

  14. sascha sagte

    Bischen viel kamera wackelei eine mischung von gewohnter und Handkamera hätte den film meiner meinung nach interesanter gemacht

  15. el-flojo sagte

    @Sascha:
    Aber das würde doch der Idee des Films völlig widersprechen.
    Wir sehen ein Fragment, das so gefunden wurde. Kommentarlos. Wie willste da “normal” gedrehte Szenen einbauen?

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