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Keeping the Faith (Glauben ist Alles!)

Keeping The Faith - Glauben ist Alles!

I work harder than God. If He had hired me, He would have made the world by Thursday.

Überraschend positiv, wie erfrischend das immerhin schon 8 Jahre alte Regie-Erstlingswerk von Edward Norton daherkommt, denn das Thema der Dreiecksbeziehung unter Freunden ist jetzt nicht wirklich das, was man innovativ und neue Wege gehend nennen würde.
Brian Finn (Edward Norton) und Jake Schram (Ben Stiller) sind gute, wenn nicht gar beste Freunde – was sie verbindet und dennoch unterscheidet ist ihr recht frühes Engagement und Interesse für die Religion; Brian wird Priester, Jake wird Rabbi. Beide sind das, was man wohl als religiöse Avantgardisten bezeichnen könnte, denn ihre Gottesdienste, Messen und Co sind immer angehaucht von junger Spontaneität, netten Seitenhieben, erinnern auch ein bisschen an eine Quizshow und sind nicht umsonst gut besucht voller Menschen, die sich auf dieses religiöse Zusammentreffen freuen.
Obendrein verband die beiden in ihrer Kindheit und Jugend das Mädchen Anna Riley (Jenna Elfman); half ihr aus zahlreichen Miseren heraus und war auch sonst immer für die beiden da. Alles schön, alles fröhlich, nur eines Tages sollte das magische Dreieck durchbrochen werden, denn Anna zog um – das typische Bild vom wegfahrenden Wagen und den winkenden Menschen, die nur noch zu 2. zurück bleiben um sich schließlich der Religion zu widmen.
What to tell? Die Zeit vergeht, irgendwann kommt ein Anruf und Anna schaut vorbei; obendrein ist Jake damit beschäftigt, sich gegen die zahlreichen Verkupplungsversuche der jüdischen Gemeinde zu erwehren und ein paar Familienstreitigkeiten gibt es auch noch zu klären. Was am Anfang noch ein nettes Wiedersehen unter Freuden war, entwickelt sich mehr und mehr zu einem kleinen Glaubens- und Interessenkrieg in Sachen Liebe, denn wer hätte es gedacht? Jake und Brian sind beide in Anna verliebt und auch Anna hat nebst ihrem Job noch ein paar andere Gefühle zu verschenken.

Was das leicht überzuckerte Ende etwas verhaut (Elfman wirkt ohne Tränen und Geschluchze 100x authentischer), macht der locker-flockige Anfang mehr als wett, das Trio Stiller, Norton und Elfman brilliert, teilt Seitenhiebe in Richtung Katholizismus und Judentum aus, ohne dabei zu sehr eine Seite zu bevorzugen oder gar unverschämt zu wirken. Im Prinzip bemerkt man nicht wirklich, dass der hervorragende Charakter-Darsteller Norton das 1. mal Regie führt – außer von ein paar kleineren Längen und Durststrecken und.. nennen wir es mal fragmentierten Übergängen abgesehen ist „Keeping the Faith“ eine gut ausgewogene Mischung, steuert Zielstrebig auf das – wie hätte es anders sein können – Happyend zu, führt viele interessante Nebencharaktere ein und lässt diesen auch einen angemessenen Freiraum. Nur die großartige Anne Bancroft, welche Jakes Mutter Ruth spielt, der hätte man gleich einen eigenen Film gönnen können, begeistert selbst nach einem “Beinahe-Herzanfall” vom Krankenbett aus.

You don’t understand. I have a relationship with my phone, we have a chemistry together, I can’t explain it.

Und man höre und staune: Selbst die große Entscheidung zwischen Liebesleben und Privatleben gegenüber der Karriere, selbst die langweilt nicht, sondern ist ein weiteres Stückchen, was diesen Film so herrlich unbeschwert wirken lässt.
Blenden wir nur die viel zu kitschigen Anreden am Ende aus und sehen großzügig darüber hinweg, dass nach 2 Stunden Bestleistungen kein schönerer Einfall mehr für ein Ende blieb, als ein neueres Foto von 3 alten Freunden. Sei es drum, nach soviel leichtem und leckerem Kuchen kann man sich auch zum Schluss mal ein richtiges Stück mit Zuckerguss schnappen.

Keeping the Faith (Glauben ist Alles!) – IMDB

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