I am your number one fan. There is nothing to worry about. You are going to be just fine. I am your number one fan.
Davon ausgehend, dass Stephen King damit berühmt wurde, durch alltägliche Situationen einen intensiven Horror zu erschaffen und in textlicher Form an die Menschen zu bringen, ist “Misery” eine gelungene Übertragung aufs Medium Film.
Trotz einiger Aussparungen oder Änderungen wie die Szene mit der Axt kann man Misery den langsam aufbauenden Horroreffekt nicht absprechen, ein Haus in der eingeschneiten Einsamkeit, ein überaus treuer, netter und hilfsbereiter Fan namens Annie Wilkes (Kathy Bates), welcher sein Idol, den Autor Paul Sheldon (James Caan), vor dem sicheren Tod rettet, zu Hause verarztet und aufpäppelt. Das ist sie Szenerie, von der man eigentlich denken könnte, dass es nicht so schlimm werden könnte.
Weit gefehlt, nicht nur das Duo Bates und Caan brillieren gemeinsam, legen ein nervenaufreibendes Duell auf mentaler und unfairer körperliche Ebene ab – ein ambivalentes Geflecht aus Angst, Abstoßung, Bewunderung oder doch schon fanatische Anbetung und Liebe – der durch den Unfall körperlich unterlegene Mann, der mit aller Kraft versucht, sich seine Angst nicht anerkennen zu lassen aber sein Gegenüber, Fan der ersten Stunde, alle seine Macken kennend scheint immer einen Schritt voraus, ist sich obendrein seiner abwehrenden Haltung durchaus bewusst, gibt jedoch die Hoffnung nicht auf und spielt weiterhin ihr Spiel mit dem wehrlosen Opfer, das nur einen Grund hat: Annie verkraftet nicht, dass die Protagonistin seiner Romane, zufällig den Namen Misery tragend, sterben soll, eine Welt würde für sie untergehen, hat sie doch nicht nur ihr Hausschwein nach ihr getauft, alle Bücher gelesen und ihr manchmal enttäuschendes Leben so ein wenig aufgehellt.
Ans Bett gefesselt, der Krankenschwester mit einer dunklen Vergangenheit, wie sich später herausstellen wird, ausgeliefert ist Sheldon dazu gezwungen, sein Manuskript zu verbrennen, um unter Annies Aufsicht und überzeugender Kritik die Reihe der Misery fortzusetzen – bloß keinen Fehler machen und einen erneuten Gefühlsausbruch hervorrufen, die Dame bloß nicht auf falsche Gedanken bringen, sich als Maus im Haus der Katze unter Zeitdruck zurechtfinden, bemerken, dass die Katze nicht wirklich – trotz Obsessionen – auf den Kopf gefallen ist und etwaige Vorkehrungen getroffen hat, um den Autor so lange wie möglich, wenn nicht gar für immer, bei sich haben zu können.
Die Mischung macht es, die Mischung aus Perspektiven (Kameramann: Barry Sonnenfeld, Blood Simple), die das Ausgeliefertsein noch unterstreichen, die den Heimvorteil Annies eindrucksvoll mit ihrem todernsten Anliegen und Gesichtsausdruck verbinden (Kathy Bates schafft es wirklich, diese ganz und ganz übertriebene Figur mit dem Nötigen Quantum Ernst und damit verbundenen Schrecken darzustellen) – Bates ist die halbe Miete in diesem Film und schultert die im Mittelpunkt stehende Rolle erschreckend vorzüglich – auch Caan ist eine große Nummer, seine Rolle mit einer Prise von Galgenhumor verfeinernd.
Die anderen Charaktere, u.a gespielt von Richard Farnsworth als Sheriff John T. McCain und Frances Sternhagen als Virginia McCain, sind zwar leider nur Nebenfiguren und nicht viel mehr, tun aber der Atmosphäre keinen Abbruch. Eher im Gegenteil: das Stochern im Nebel macht die Situation auch nicht besser, man sucht ihn, findet ihn nicht, wo doch ein Hubschrauber so nahe am Geschehen vorbeifliegt und da, wo man erleichtert aufatmen möchte wird man hinterrücks eines Besseren belehrt und erneut dem “Alltags”-Horrorfilm ausgeliefert.
Misery lohnt, ist ein zusammengespielter Zweikampf auf allen Ebenen, mit kleinen aber feinen Augenzwinkern versehen und seinen 18 Jahren zum Trotz nicht nur eine vortreffliche King-Verfilmung sondern auch einen überaus gelungener Beweis dafür, dass Horrorfilme auch mit einfachsten Mitteln funktionieren können.
Dafür Danke, Herr Rob Reiner. Nicht aber für The Bucket List. Aber für Misery. Auf Misery, oder wie im Film auch ein Trinkspruch ausgesprochen wurde: to misery.

Sehr sehr guter Film! Schau ich immer wieder gerne. Einfach super eklig und fies! Und mit gutem Stephen King Ende
Habe mir den Film auch angeschaut. Vor allem hat Kathy Bates wirklich überzeugend gespielt. Also ich würd mich nicht von ihr “retten lassen”.
Ich habe diese Film ein paar mal gesehen. Tolles Film!!!
Kathy Bates für mich ist Super. Und Stephen King hat viel Talent.
Grüsse