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Hoppet – Der große Sprung ins Glück

Hoppet

Hoppet

Ein Glück. Kein Glück für Hoppet, denn dieser Film war mal wieder ein Kandidat für die neu eingeführte 0 von 5 aber immerhin: ich habe einen Film gefunden, der noch naiver, noch unfilmischer, noch nerviger und noch vorurteilbehafteter mit pädagogisch wertvollen Werten, Träumen, Visionen von Toleranz, Integration und noch VIEL VIEL VIEL VIEL(!) mehr jongliert.

Die Geschichte ist einfach: 2 Brüder – ein Traum. Hochsprung. In der Heimat misogyn als Frauensport abgetan und belächelt lassen sich Azad und Tigris nicht beirren. Es folgt der Krieg, die einst glückliche Familie wird “getrennt”, die beiden Brüder gelangen nach Schweden. Eigentlich sollte es von dort aus weiter nach Deutschland gehen, aber man wurde – wie so oft im Leben – betrogen.
Man mogelt sich in die Familie eines Freundes ein. Toller Freund. Tolle Familie. Machobrüder, egoistisch fette Mutter und prügelverteilender Vater – Integration unter dem Zitat: In Schweden bekommt man Geld für Kinder. Ach wie toll, dass wir viele Kinder haben.

Neue Schule, neue Menschen. Noch immer der Traum Azads, seinem Idol, Kajsa Bergqvist, hinterher zu eifern. Bruder Tigris – vom Krieg stumm geworden – immer irgendwie dabei. Es findet sich eine Hochsprungmannschaft, es findet sich ein Weg, den deutschen Grenz/Zollbeamten mit Fußball und Bastian Schweinsteiger dazu zu bringen, seine Kontrolle zu unterbrechen(!) und dann hat man es auch so gut wie geschafft: Wiedervereinigung, Rückkehr der Sprache, der Eltern, Applaus vom Idol und Azad ist mit 12 Jahren 1,80 Meter gesprungen und kann nicht mal am Ende des Films den Offkommentar lassen. Du..kannst..alles..schaffen..wenn du nur an dich glaubst. Schön, die Aussage mag ja gutherzig und aufbauend sein, aber sowas wie ein Blick für die Wirklichkeit..ach, Wirklichkeit, davon braucht man hier nicht zu reden, wo jeder Charakter, jede Ohrfeige und jedes Wort einzig und allein darauf abzielt, die Liste an “abzuarbeitenden” Elementen zu vergrößern. Durch und durch pädagogisch, durch und durch eingleisig gegen die Wand fahren, durch und durch nervig und die DVD ist auch sehr amüsant: der Film spielt in 3 Ländern aber es gibt genau 2 Tonspuren. Und wenn Azad “Schwedisch” “dolmetscht” und noch eine Sprache flüstert hören wir a) Deutsch in DD 2.0 oder b) Deutsch in DD 5.1 Grandios. Obendrein weiß ich nicht, wie sich dieser grenzenlose Wunschtraum mit den fehlenden Untertiteln für Hörgeschädigte oder andere – sinnvolle – Extras vereinbaren lässt. Aber halt. Unterrichtsmaterialien im ROM-Part der DVD. Da stellt sich mir nicht nur die Frage, ob ich Film-Part oder Rom-Part zuerst shreddern soll – da frag ich mich auch, wie Schüler von “heute” auf eine derartige Frechheit von Erziehungsfilm reagieren.

Teufelswerk. Sag ich jetzt einfach mal so, denn wie sonst kommt es, dass sich der eigentlich tolle Peter Stormare, der z.B. den Satan aus Constantine mimte, sich zum Küchenphilosophen degradieren lässt? Als Hotdogverkäufer?
Teufelswerk. Sag ich jetzt einfach mal so. Denn anscheinend bin ich nicht (mehr? nie gewesen? was auch immer, ändert nichts an den gescheiterten Ambitionen) die Zielgruppe. Das verbuggte Menu offenbart unter “Filmtipps” nämlich – Luft holen – Blöde Mütze! Paulas Geheimnis und.. Knut und seine Freunde. Was man nicht alles unter dem Deckmantel FSK 6 und Zielgruppe Kinder verkaufen kann. Aber.. FSK 6? Bei der geographischen Sache, der Asylproblematik und den kulturellen Elementen? Niemals.
Sage aber niemals nie. Den werde ich aufheben. Und der “Zielgruppe” präsentieren. Und anderen Meinungen. Und dann werde ich ja sehen, dass man kein vermeintlicher “Arthouse-Fuzzi” (Vermeintlich anonyme Hass-Emails von Franzosen über französische Horrorfilme sind doch immer noch die gefühlvollsten.) sein muss, um Petter Næss’ Hoppet unnötig zu finden. Der übliche Fehler. Zu viele Konflikte, zu viele Themen, zu konstruiert, zu erzwungen, zu leidig umgesetzt. Ein richtig guter Film für den Unterricht eben.

Hoppet – Der große Sprung ins Glück – IMDB
http://www.grdb.de/filmprinz/film.php?id=7901 – dürfte in einigen Stunden freigeschaltet sein.

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