This is all yours. You’re the owner of this world.
Seine Phantasie und innere Vorstellungskraft ist mindestens so lebhaft wie er selbst. Wild schreiend tobt er durchs Haus, die Treppe rauf, die Treppe runter, die Kamera schleicht ihm hinterher, so als ob sie schon längst aufgegeben hätte, Max (Max Records) für den Bruchteil einer Sekunde komplett zu erfassen. Eine Schneeballschlacht mit der großén Schwester und ihren Freunden später: einmal wutentbrannt und mit verheulten Augen das Komplettpaket Zimmerdemolierung zum Mitnehmen bitte. Und gerade jetzt hat seine Mutter (Catherine Keener) keine Zeit für ihn, aber einen neuen Freund (Mark Ruffalo) – Max probt erneut den Zwergenaufstand, beißt seine Mutter und rennt schließlich davon.
I don’t want you to go, I’ll eat you up, I love you so.
Nun heißt es Segel hissen; auf auf und davon. Wohin? Na dahin, wo die wilden Kerle wohnen. Eine steile Karriere legt er dort hin, er wird zu ihrem König gekrönt und so machen sie gemeinsame Sache im.. wild rumrennen, springen, Sachen kaputtmachen und was wilde Kerle eben so machen. Niemand hält sie auf, niemand setzt ihnen Grenzen und von Konsequenzen im negativen Sinne hat man hier auch noch nichts gehört.
Regisseur Spike Jonze (Adaption, Being John Malkovich) und kindgerechte Verfilmung eines Kinderbuchs, passt das überhaupt? Ja und Nein.
Nein, weil Where the Wild Things Are in sich schon viel mehr ist als eine bloße Flucht in die eigene Phantasiewelt. Jedes Ungetüm steht für einen Charakterzug in Max, jeder will sich auf seine Weise hervortun und verwirklichen, naürlich geraten diese auch mal aneinander – wer kennt das nicht, diese inneren Konflikte.
Aber ja, denn diese Monster sehen flauschig und knuddelig aus, das Wolfskostüm und das wilde Ausprobieren in dieser naturbelassenen Welt – dafür können sich nur Kinder oder „Kindgebliebene“ vollends begeistern.
Happiness isn’t always the best way to be happy.
Ja, weil Jonze den ganzen Film über experimentiert und das durchaus erfrischend sein kann. Auf das Wesentliche reduziert; angefangen beim „Verrat“ an Max, Flucht, Ankunft auf der einsamen Insel weiß man zwar vorher in Grundzügen, wohin die Reise gehen wird aber das ist das Schöne an der Gedankenwelt eines Kindes: es folgt nicht immer den Mustern, die man sich selbst im Laufe des Lebens erarbeitet hat. Folgt es überhaupt irgendwelchen Mustern, auch diese Frage stellt sich ab und an wenn ohne Ziel, ohne Aufgabe durch den Wald gerannt wird und die Kamera wiedermal alle Mühe hat, das Geschehen einzufangen.
Will you keep out all the sadness?
Visuell ist Where the Wild Things Are ein Kunststück. Nicht im Sinne von Kunstwerk, aber im Sinne der Meisterleistung, eine doch reale Welt wie eine Insel, eine Wüste, einen Wald darzustellen und diese Landschaften doch als Ursprung einer komplexen Gedankenwelt wirken zu lassen. Natürlich und real, so ist alles irgendwo greifbar und doch für niemanden außer dem „König“ selbst erreichbar. Nicht mal Max als Besitzer, Schöpfer und regierender König dieser Welt ist in der Lage, sämtliche Aspekte seiner Welt einzufangen und zu kontrollieren – die ungestümen Emotionsausbrüche untereinander sind von zügelloser Energie, aber im Nachhinein auch von heranreifender Einsicht geprägt.
Indem Max diesen Werdegang durchläuft verändert er sich, insofern verändern sich auch „seine wilden Seiten“ – aber gewisse Charakterzüge wird man ein Leben lang mit sich herumtragen. Es ist also nur konsequent und bedeutungsvoll, dass er seinen weiterhin existierenden Monstern zum Abschied winken kann. Zwar kehrt er nahtlos und ohne Schwierigkeiten, mehr noch: mit einem Schatz an Erfahrungen reicher – in die Realität zurück. Vielleicht wird er ihnen noch einmal begegnen. Vielleicht haben sie sich stark verändert. Doch das sind Freiräume in der Handlung, die schon die Vorlage zur Genüge angeboten hat – und gerade hier offenbart sich der doch sehr erwachsene Charakter von diesem vermeintlichen Kinderfilm, der doch viel mehr ein Film „vom Kind, das in seine eigene Welt hinaus zog, um die Wirklichkeit besser zu verstehen“.
Ganz so wild, wie man sich die wilden Kerle vom Namen her vorgestellt hat, ist es dann alles doch nicht.
Musikalisch wird bemerkenswerte Arbeit geleistet, die zu jeder Situation die passende Liedzeile, die passende Melodie in der Tasche zu haben scheint. Keine Überraschung, der Name Carter Burwell ist eine sehr sichere Bank.
Die Mischung aus Kostüm und Computereffekten geht ebenfalls auf, flauschiger und liebenswürdiger im Rahmen des Monsterdaseins geht nicht. Vorerst nicht.
Where the Wild Things Are, ein halb wilder Film, halb für Kinder, halb für Erwachsene, halb voller Spaß, halb voller Nachdenklichkeit. Bravo, mag noch so viel halb und relativ sein, der Film mag vieles sein aber keine halbe Sache ohne Herz.
Mich konnte der Film nicht so beigeistern, war am Ende ein wenig genervt.
War er (Film? Max im speziellen?) dir zu laut und wild? Ein bisschen “nervnerv” muss wohl sein
Ich finde den sehr gelungen. Auch wenn sich diese Erkenntnis nicht sofort während der Kinovorstellung einstellen wollte, sondern erst eine Nacht drüber geschlafen werden musste.^^
Sehe es ähnlich, je länger die Sichtung zurückliegt, umso einfacher kann man sich an die schönen Momente erinnern, die da in ihrer einfachen Klarheit übermittelt wurden
Hach, die Sonne scheint. In beiderlei Hinsicht.
Und von den schönen Momenten frisst sich vor allem das Ende in die Erinnerung. Es ist einfach nur toll.
Klar sind die “Puppen” und die Animationen toll, trotzdem ging mir das ganze am A**** vorbei, war nicht von Max im allgemeinen genervt, eher generell vom Film.
Hm, dafür hätte ich mich anstrengen müssen um überwiegend genervt zu sein