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9 – Ein Film von Shane Acker

We had such potential. Such promise. But we squandered our gifts. And so, 9, I am creating you. Our world is ending. Life must go on.

Es ist gekommen, wie es kommen musste. Die Menschheit hat sich zwar ständig weiter entwickelt, immer komplexere Technologien erschlossen und verbessert, doch irgendwann verlor man das eigene Schicksal aus den Augen. Rebellion der Maschinen, in Rückblenden und Standbildern wird erklärt, wie erbarmungslos Maschinen gegen Menschen vorgingen und wie diese sich – zum Scheitern verdammt – wehrten. Shane Ackers „9“ fängt mit der Entstehung seines Helden an, eben jener kleinen Figur namens 9, gesprochen von Elijah Wood.

Die genähten Roboter mit den Namen 1 bis 9 unterscheiden sich gänzlich in ihren Wesen und ihrem Aussehen, nur eines verbindet sie wirklich: sie befinden sich in einer postapokalyptischen Welt, wo Elektroschrott, Rost und Müll das Gesamtbild dominieren. Die Menschheit, ja die ist vom Erdboden verschwunden, oder eher vom Erdboden getilgt worden. Der tote Wissenschaftler auf dem Boden seines eigenen Labors bedeutet in der Hinsicht zweierlei: mit der Menschheit ist es trotz aller Genialität zu Ende gegangen, da sie den Hals nicht voll genug kriegen konnte. Auf der anderen Seite hat sich der Wissenschaftler für „9“ geopfert, damit er leben kann.

Ein jede Figur beinhaltet einen gewissen Charakterzug, zusammen ergeben sie das, was der Wissenschaftler unter seiner Seele verstanden wissen wollte. Es liegt also an diesen kleinen Puppenrobotern, auch stitchpunks genannt, zu retten, was zu retten ist.

Doch erst einmal muss sich 9, der anfangs ohne Stimme erwacht, in dieser tristen Schrottwelt zurechtfinden. Unheimliche Geräusche, ein Klappern hier, ein Klappern da. Für den weiteren Inhalt reicht es zu wissen: 9 wird auf viele Gefährten treffen, aber auch auf große Gefahren und Herausforderungen.

Shane Ackers 9

Shane Ackers 9

Shane Acker’s 9 existierte bereits vor dem Kinofilm als stimmungsvoller Kurzfilm, man bemühe einmal Youtube oder die Bonussektion der DVD danach.
Das Grundprinzip ist stimmungsvoll; Anleihen bei Matrix, Pinocchio, Robotic Angel und und und – ein Animationsfilm, der mit der anhaftenden Niedlichkeit für Kinder bricht und schonungslos ein endzeitliches Szenario entwirft, wo Bedrohungen, Anspannungen und Konflikte nicht auf sich warten lassen.

Auch technisch gibt sich „9“ keine Blöße, Bewegungen, Augenklickerei, Staub, Kleinteile – flüssig und detailreich, stimmungsvoll ausgeleuchtet oder auch stockfinster. Die Befürchtung liegt nahe, dass das Interesse hauptsächlich auf animierte Schauwerte fixiert ist und die Geschichte hinten an stehen muss. Dem ist bei weitem nicht so; „9“ weiß etwas mit dem Thema Kampf gegen Maschinen anzufangen, weiß seine dynamische Gruppe in unterschiedliche Gefahrenstufen zu schubsen.. und dennoch, irgendwie.. irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen.

9 ist nicht schlecht. Nicht von schlechten Eltern, wenn es ums rein Äußerliche geht und auch nicht, wenn es um Spannungsverläufe geht.

Vielleicht ist es die doch sehr kurze Laufzeit, die eine Mitschuld daran trägt. Für eine wirkliche Einführung ist nie so recht Zeit, die Charaktere stolpern eher übereinander, setzen sich dann als bekannt voraus und als Zuschauer hat man doch ein wenig das Gefühl, dass sich da eine unsichtbare Vorgeschichte abgespielt hat oder gerade abspielt und man keinerlei Einblick in jene erhalten wird.

9

9

Richtig schade, denn das verbaut „9“ meiner Ansicht nach die volle Entfaltung des Potentials. So bleibt es eine technisch makellose Angelegenheit, zu der man aber nur schwer einen Zugang finden wird. Der Einöde geschuldet ist auch die Stimmung eher besorgt und bedrückend, Wortwitz und Slapstick, den nur der Animationsfilm wagen kann, sucht man vergebens.. aber in dieser Welt, die durch Taten erst noch zu „ihrer“ Welt gemacht werden muss, ist auch nicht sonderlich viel Raum oder genügend Zeit für Witzeleien.

Schwierig. Bei den Simpsons gab es auch Bedenken, ob der Transfer einer Serie mit Episoden à 20 Minuten auf Spielfilmlänge gelingen würde. Und er hat geklappt, wirklich gut sogar. Auch 9 hat den Transfer gewagt und im Rahmen bewerkstelligt, aber vielleicht wäre es konsequenter gewesen, noch mehr Minuten anzuhängen oder gleich beim Kurzfilm zu bleiben. Wie gesagt, schwierig und alles andere als eindeutig – ein bisschen zwischen den Seilen namens „gut gemeint“ und „fast getroffen“ – für den ganz großen Wurf reicht es jedoch nicht.

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2 Reaktionen

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  1. Paul sagte

    Meiner Meinung nach hat der Film viel zu viel Potenzial verschenkt, dennoch ist es ein guter Film. Allerdings hätte es einer Der Filme werden können.

  2. Uwe sagte

    Sehr schade drum, aber von einem totalen Reinfall kann man ja auch nicht sprechen



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