
Ponyo
Ponyo wants ham!
Die Geschichte von einem kleinen Fisch und ihrer Liebe. Brunhilde verlässt ihre Heimat auf dem Grund des Meeres und lässt sich gemütlich von einer Qualle in Richtung Küste transportieren. Eine unliebsame Begegnung mit einem Fischkutter samt Netz später steckt sie in einem Glas fest und wird an Land gespült, wo sie der Junge Sosuke findet und bereit. Von nun an heißt Brunhilde Ponyo – doch das traute Glück der beiden währt nicht lange, kurzerhand wird sie von ihrem Vater wieder zurück ins Meer befördert. Wie das so ist; Liebe überwindet sehr viele Hindernisse, entschlossene Kinder sowieso und dabei kann es schon mal chaotisch zugehen. So chaotisch, dass die Welt durch Naturgewalten erzittert, das Meer sich erhebt und der Mond näher und näher rückt. Handlungsbedarf. Eine Entscheidung muss her. Ponyo und Sōsuke müssen einen ganz besonderen Test bestehen, damit ihre kindliche Romanze weiterhin bestehen kann und das Gleichgewicht wieder regiert.
Hayao Miyazaki und das namhafte Studio Ghibli – eigentlich wäre mit diesen beiden Namen schon alles gesagt, haben sie doch immer und immer wieder erfolgreich vorgeführt, wie man herrlich verträumte Filme für alle Altersgruppen erschaffen kann. Ponyo macht hier keine Ausnahme, die Atmosphäre wirkt zu keinem Zeitpunkt bedrohlich, selbst wenn Sōsuke und Mutter die Straße entlang brausen und das Meer mit großen Wellen hinterher jagt – durch die lebhafte Ponyo, die mit einem enormen Tempo über die Wellen spurtet, bekommt die Szenerie immer einen sanften Schubs in die kindlich verspielte Richtung.
Trotz einfachster Geschichte mit vorhersehbarem Verlauf, Ponyo schweift mit Leichtigkeit über zahlreiche Themen hinweg. Ponyos Vater – trotz Menschengestalt – ein besorgter Charakter, dem die Menschen schlaflose Nächte bereiten. Umweltverschmutzung, Lärm und Egoismus sind für ihn die Eigenschaften, die ihn antreiben, dass seine Kinder sich nicht mit den Menschen einlassen.
Ponyo hingegen ist weltoffen, voll Energie und Neugierde erkundet sie die Außenwelt und fügt sich mit ihrem offenen und direkten Wesen nahtlos ins Gefüge ein. Ein Altenheim gibt es in dieser Geschichte auch, von schrullig bis liebenswert sind alle vertreten.
That’s the most boring goldfish I’ve ever seen in my entire life!
Keine groß angelegte, phantastische Welt wie bei Chihiro, auch kein hüpfender Kompromiss wie beim Nachbarn Totoro, vielmehr eine befremdlich bodenständige Geschichte, deren Potential sich vornehmlich aus Ponyos Interaktion mit der Außenwelt nährt. Viele feine Einfälle – allen voran eingeschnappte Wortwechsel via Morsezeichen als kleiner Fingerzeig in Richtung Verlustängste, Familienkrisen – aber eben auch viel Unspektakuläres, das Ponyo ein wenig das aufregende, eigene Feeling eines typischen Ghibli-Films raubt.
Dennoch gibt es genug zu entdecken, genug Momente um sich der Leichtigkeit hinzugeben, die von liebevoll gezeichneten Bildern und passenden Kompositionen getragen wird – bei so viel Leichtigkeit darf man auch den „Schwur der Liebe“ unter 5-Jährigen nicht mit Gold aufwiegen, plausibler und genauso herzlichst ist die Auslegung in Richtung Toleranz und Freundschaft, fernab von Herkunft, Aussehen und Wesenszug. Aus diesem Grund kann der Test, wie er genannt wird, auch kein wirklich großer Test sein, Kinder handeln einfach, akzeptieren Fremdes viel schneller und denken nicht viel darüber nach. Nur aus diesem Grund fehlt ein wenig die Spannung. Aber muss alles voll Spannung sein? In diesem Fall nicht. Das Schlussbild bringt es pointiert auf einen gemeinsamen Nenner. Gemeinsam verleiht Leichtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes Flügel. Eine Ode ans Mensch sein. Oder aber im Falle eines Goldfischs: Mensch(lich) werden. Schön, einfach nur schön, und die englische Version hat unter anderem Betty White (Golden Girls!) als Synchronstimme.
Auch wenn ich Ponyo sehr mag, aber das einzig wahre Meisterwerk von Miyazaki ist und bleibt SEN TO CHIHIRO NO KAMIKAKUSHI (Spirit Away), vielleicht kommt nur noch MONONOKE-HIME (Prinzessin Mononoke) da ran.
Mononoke würde ich aber noch weit hinter Totoro sehen; Chihiro ganz klar an 1. Stelle.. aber dieses wandelnde Schloss hat mich damals auf dem falschen Fuß erwischt, ging gar nicht. Vielleicht mal erneut sichten.. kann ja eigentlich nicht angehen.
Aber irgendwie haben die alle was, man muss es sich schon fest vornehmen die nicht zu mögen
Klar sind irgendwie alle Filme von Miyazaki ganz toll, aber wie gesagt Spirit Away überstrahlt alles und ich könnte diesen wunderbaren Film jeden Tag sehen, dann weiß ich ja jetzt was ich machen werde
.
Hast du den Film HOTARU NO HAKA (Die letzten Glühwürmchen) mal gesehen? Ganz wunderbar.
Die Szene mit dem Zug. Hach.
Die Glühwürmchen habe ich gesehen. Sehr deprimierend, sehr starke Wirkung, “wunderbar” würde ich das nicht nennen wollen..
Doch doch die Glühwürmchen sind ganz wunderbar, auch wenn mich der Film ganz traurig macht oder wie du schreibst deprimierend, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass der Film ganz wunderbar gemacht worden ist.
So jetzt werde ich mir erst einmal ein wunderbaren traurigen Film ansehen, darauf habe ich jetzt wirklich Lust und ich weiß auch schon welchen Film, leider werden es nicht die Glühwürmchen sein.
Ja von der Machart und Wirkung her, aber in diesem Kontext mag ich das Wort wunderbar nicht. Umwerfend oder packend oder ergreifend oder oder..
sag an
Frohes Neues übrigens
Dir auch ein frohes Neues.
Ach wird das schön traurig werden.
Der Blu-Ray Player ist angeworfen, d. h. gleich los heulen!
So nenne er doch Namen und lasse mich nicht dumm sterben..
Kam was dazwischen, dafür wird jetzt der “geheimnisvolle Film ohne Namen” angesehen
, ich mache jetzt mal ein Ratespiel daraus, vielleicht kommst du schon mit der Abkürzungs des Filmstitel auf den Filmtitel
BBM
Es muss ein Fluch auf mir liegen.. immer wenn ich frage “darf” ich raten, nie aber wirklich NIE sagt man mir einfach mal so einen Titel.. man oh man..
Vom Meister, sehr gut. Taking Woodstock war ja eher so “hm hm” – bin auf Schiffbruch mit Tiger gespannt, falls ich die Kombination richtig in Erinnerung habe
Taking Woodstock ging noch so eben in Ordnung, ist aber bisher der schlechteste Film von Ang Lee und du liegst mit deiner Vermutung richtig.
Naja, aber der Mann versucht ja auch wirklich “alles” zu können und welcher Mensch kann das schon von sich behaupten
Hat trotzdem Großes geleistet und das oft gesagte Wörtchen “schlecht” trifft ja auch überhaupt nicht zu
Ah, sehr gut, bin gespannt was er daraus zaubert, eigentlich mehr Vertrauen als Befürchtung
Ich weiß nicht, ob Schiffbruch mit Tiger der richtige Stoff für ang Lee ist, aber ich lasse mich überraschen und freue mich auch auf diesen Film.