Die Umwelt eines Lebewesens
Ökosystem
Biozönose Biotop
Biotische Faktoren -> Individuum <- Abiotische Faktoren
(Artgenossen, Feinde, (Klima, Temperatur, Wasser, Boden)
Beute, Nahrung) Abiotische Faktoren charakterisieren Biotop
Biosphäre: Gesamtheit aller Ökosysteme
Ökologische Potenz
Toleranzbereich: Bereich, in dem eine Art leben kann -> Wird von Minimum und Maximum beschränkt
Praeferendum: Von der Art bevorzugter Bereich im Toleranzbereich
Optimum: Der am besten geeignete Bereich innerhalb des Praeferendums
Ökologische Potenz: Die Fähigkeit eines Lebewesens, sich im Biotop trotz wechselnder und nicht immer günstiger Umstände und einwirkender Konkurrenz zu behaupten und fortzupflanzen
stenopotent: Arten mit engem Toleranzbereich (z.B. Pandas, „Nahrungsspezialisten“)
eurypotent: Arten mit weitem Toleranzbereich (z.B. Schweine, „Allesfresser“)
(eurypotente Arten können große Umweltschwankungen eher ertragen als stenopotente Arten)
Wirkungsgesetz der Umweltfaktoren: Häufigkeit einer Art wird von dem Faktor bestimmt, der am weitestem vom Optimum entfernt ist (Begrenzender Faktor)
Geht auf Liebig und das Minimumgesetz zurück („Ernteertrag vom begrenzenden Faktor abhängig“)
RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeitstemperatur-Regel): +10°C -> 2x/3x Geschwindigkeit der „Lebensprozesse“ -> je höher die Temperatur, desto höher die Reaktionsgeschwindigkeit
Bergmannsche Regel: Individuen einer Art in kälteren Regionen größer als Artgenossen in wärmeren Regionen weil: Oberfläche in Relation zum Volumen geringer ist -> weniger Wärmeverlust über die relativ kleinere Oberfläche
z.B Kaiserpinguin (Antarktis) und Galapagospinguin
Allensche Regel: Je kälter die Region, desto kleiner sind die Körperanhänge der Invididuen (z.B Ohren) -> kleinere Oberfläche = geringerer Wärmeverlust
Osmoregulation: Die Konzentration der Körperflüssigkeit konstant halten.
Salzwasserfisch: Verliert Wasser, da seine Salzkonzentration niedriger ist als das ihn umgebende Salzwasser -> Fisch verliert Wasser aufgrund des osmotischen Drucks/Konzentrationsgefälles -> muss Wasser aufnehmen
Süßwasserfisch: Nimmt Wasser auf, da seine Salzkonzentration höher ist als das ihn umgebende Süßwasser -> Fisch nimmt ständig Wasser aufgrund des osmotischen Drucks/Konzentrationsgefälles auf -> muss Wasser ausscheiden um nicht zu platzen
Trockenlufttiere (Wüstenbewohner, z.B Schlangen): Müssen sich vor Wasserverlust schützen, bilden deswegen Schleimhäute, Chitinpanzer und Wachsüberzüge aus (Verdunstungsschutz; wasserarme Ausscheidungssekrete)
Feuchtlufttiere (Nacktschnecken): Kein Verdunstungsschutz; nehmen über Körperfläche Wasser auf
Zeigerpflanzen: unterschiedlich breite Toleranzbereiche -> Vorkommen weist auf charakteristische Standortbedingungen (z.B Eisen- oder Stickstoffgehalt im Boden) hin;
autökologisches Optimum: gibt das Praeferendum einer Art ohne Konkurrenzeinwirkungen an -> experimentelle Ermittlung
synökologisches Optimum: gibt das Praeferendum einer Art unter Konkurrenzbedingungen an -> natürliches Verbreitungsgbiet
Beziehungen zwischen den Lebewesen
Pheromon: Signalstoff -> intraspezifische Kommunikation ermöglicht
innerartliche Beziehungen = intraspezifische Wechselwirkungen, Vertreter einer Art kommunizieren miteinander (über spezifische Signalstoffe, Laute etc.)
intraspezifische Konkurrenz: Artgenossen konkurrieren um Nahrung, Fortpflanzung etc.
individualisierte Verbände: kennen sich untereinander, z.B. Wölfe
anonyme Tierverbände: z.B. Schlafgemeinschaften & Wandergemeinschaften
zwischenartliche (interspezifische) Beziehungen
2 Arten mit ähnlichen/gleichen Bedürfnissen können nicht nebeneinander existieren -> interspezifische Konkurrenz
Eine Art ist der anderen überlegen -> Konkurrenzausschluss
Zwei Arten „arrangieren sich“ und jagen z.B in unterschiedlichen Höhen/Tiefen -> Konkurrenzverminderung
Räuber-Beute-Beziehung:
Existenz des Räubers hängt vom Vorkommen der Beute ab
Räuber frisst Beute -> vermehrt sich -> Beute wird ausgerottet -> Räuber verhungert
Für beide müssen optimale Bedingungen im Biotop herrschen, damit beide fortbestehen können -> beide haben mannigfaltige Möglichkeiten zum Angriff/Verteidigung
Allelopathie: Konkurrenz zwischen Pflanzen
Tarnung im Tierreich
Schutztrachten:
Tarntracht: Tiere passen sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild ihrer natürlichen Umgebung an; z.B. Schneehase
Nachahmungstracht (Mimese): Tiere ahmen Objekte ihres Biotops nach (z.B. „Das wandelnde Blatt“)
Schrecktracht: wehrlose Tiere erscheinen gefährlich durch Körperzeichnung
Warntracht: Auffällige Musterung -> das Tier ist wehrhaft (z.B Wespe, Marienkäfer)
Scheinwarntracht (Mimikry): Wehrlose Tiere imitieren wehrhafte Tiere (z.B. Schwebfliege sieht aus wie Wespe); Bedingung: wehrhaftes Vorbild muss häufiger vorkommen um die negativen Erfahrungen zu festigen
Aggressive Mimikry: Räuber täuscht Beute und lockt sie damit an (z.B. Anglerfisch mit Wurmatrappe)
Parasitismus
Parasit: Organismus, der von einem Wirt lebt, ohne ihn zu töten; zeigt oft Wirtsspezifität (d.h nur auf einen Wirtsart fixiert)
Außenparasiten (ekto): leben temporär auf dem Wirt; z.B. Mücke
Innenparasiten (endo): leben im Wirt, gut angepasst; z.B. Bandwurm
Parasiten an sich meistens nicht ungesund, dafür aber ihre Stoffwechselprodukte
Karpose: einseitiges Nutznießertum, interspezifische Beziehung die keinem schadet aber nur einem nützt; z.B Aasgeier
Symbiose: beidseitiges Nutznießertum, beide Seiten profitieren; z.B. Nilpferd und „Hygienevogel“
Endosymbionten: leben im Wirt und können lebenswichtig sein, z.B. Abbau von Cellulose im Kuhmagen
Schädlingsbekämpfung
Chemische Schädlingsbekämpfung: gegen Wildkräuter (Herbzide), Pilze (Fungizide), Insekten (Insektizide)
Biologische Schädlingsbekämpfung: Förderung natürlicher Feinde -> Population der Schädlinge auf eine unbedenkliche Größe zu reduzieren und zu halten
Integrierter Pflanzenschutz: Kombination aus chemischer/biologischer Maßnahmen
Population
Population: Individuengemeinschaft der gleichen Art in einem bestimmten Lebensraum
Populationsdichte: Individuenzahl pro Fläche
exponentielles Wachstum: Population wächst um einen gleichbleibenden Prozentsatz; Vermehrungsrate ist konstant
Wachstumsbegrenzende Faktoren bestimmten die Kapazität eines Ökosystems (z.B Nahrung und Platz)
Logistisches Wachstum: Populationswachstum, das einen Sättigungswert erreicht hat (stationäre Phase)
Anlaufphase -> Exponentielle Phase -> Stationäre Phase
r-Strategen: viele Nachkommen, hohe Sterblichkeit der Nachkommen, Nachkommen auf sich gestellt, leben in instabilen Lebensräumen (z.B. Schildkröten)
K-Strategen: wenig Nachkommen, niedrige Sterblichkeit, von der Mutter umsorgt, stabile Lebensräume
Volterra-Gesetze
1. Individuenzahl von Räuber und Beute schwankt trotz konstanter Bedingungen periodisch; Maxima der Populationsgrößen phasenweise verschoben
2. Langfristig bleiben die Durchschnittsgrößen trotz Schwankungen konstanz -> „Sinuskurve“
Vermehrung der Beute -> Vermehrung des Räubers -> Abnahme der Beute -> Abnahme des Räubers -> Zunahme der Beute [...]
dichteabhängige Faktoren: Ihre Wirkung hängt von der Größe der Population ab (z.B. Nahrungsangebot und Platzangebot -> „Gedrängefaktor“)
dichteunabhängige Faktoren: Katastrophen, Größe der Population unwichtig, treten unregelmäßig auffällige
Gradation: Massenvermehrung einer Tierart mit anschließendem Zusammenbruch der Population aufgrund Nahrungsknappheit; zeitlich nicht vorherbestimmbar
Ökosysteme
Ökologische Nische: Die Rolle einer Art in einem Ökosystem
Ökologische Planstelle: Existenzangebot eines Ökosystems welches sich aus Kombination der biotischen und abiotischen Faktoren zusammensetzt
Planstelle = räumliches Überlebensangebot (durch spezifische Faktoren wie Nahrungsangebot etc.), die Nische beschreibt dabei alle einwirkenden Faktoren auf diese Planstelle
Nahrungsbeziehungen im Ökosystem
Produzenten (Erzeuger): Grüne Pflanzen, bauen aus unbelebtem Material via Fotosynthese körpereigene, organische Biomasse auf -> die Biomasse ernährt andere Lebewesen der Biozönose
Konsumenten (Verbraucher): ernähren sich von organischen Substanzen, Pflanzenfresser (Herbivoren), Fleischfresser (Karnivoren) oder Parasiten
Konsumenten und Produzenten über Nahrungsketten verbunden
Herbivoren = primäre Konsumenten
Karnivoren = sekundäre Konsumenten
Destruenten: Abfallfresser (Saprovore) und Zersetzer; organische Verbindungen werden zu anorganischen Verbindungen abgebaut, die wiederum zu Produktion neuer Biomasse benutzt werden können
Destruenten schließen den Stoffkreislauf im Ökosystem
Treibhauseffekt
Kohlenstoffdioxid befindet sich in der Atmosphäre und den Gewässern
durch Fotosynthese der Produzenten -> in Biomasse eingebaut
durch Atmung/andere Abbauprozesse wieder freigesetzt -> Kreislauf im Gleichgewicht (es wird genau so viel produziert, wie verbraucht wird)
Mensch erschafft durch Verbrennungen/Verbrauch fossiler Brennstoffe ein Ungleichgewicht -> „Treibhauseffekt“, Kohlenstoffdioxid lagert sich in der Atmosphäre ab -> „Globale Erwärmung“
Bruttoprimärproduktion: die innerhalb eines Zeitraumes neu gebildete Biomasse; ersetzt die Verluste durch den Verbrauch und ermöglicht das Fortbestehen des Kreislaufs; dient der Versorgung der Organismen im Ökosystem
Energiefluss: Nahrungsenergie wird in andere Energieformen umgewandelt;
Ökologische Pyramiden: es können unterschiedliche quantitative Beziehungen entstehen (Mensch -> 4,5 Rinder -> 5 Millionen Luzerne für ein Jahr)
Ökosystem Wald
erhöhter Bedarf an Holz -> Mischwälder wurden durch Monokulturen ersetzt
Monokulturen = anfälliger für Schädlinge, bieten natürlichen Regelmechanismen keine guten Lebensbedingungen (z.B. Vögel); es kommt immer wieder zu Schädlings-Gradationen
Nahrungsbeziehungen im Wald:
naturnahe Wälder sind mehr strukturiert als Monokulturen -> bieten mehr Stockwerke -> mehr ökologische Planstellen zum Einnischen -> mehr Artenvielfalt
Nahrungsnetz: Je dichter (mehr Arten), desto stabiler
Energie- und Wasserhaushalt des Waldes:
1% der einfallenden Sonnenenergie -> Fotosynthese -> in Biomasse verbaut
Der relativ große Rest der Sonnenenergie wird in Wärme umgewandelt; dient zur Wasserverdunstung
Stoffkreislauf im Wald:
Trockenmasse = Biomasse nach Wasserentzug
Bäume wachsen (Wasser, Nährstoffe aus dem Boden, Sonne) -> geben Biomasse an Boden ab (Blätter, Rinde, Äste) -> Destruenten zersetzen Biomasse zu Nährstoffen und Humus -> Mineralsalze gelangen in Boden und über Wurzeln zu wachsenden Pflanzen -> Bäume wachsen [...]
Waldschäden:
Vermutlich verursacht durch Luftverschmutzungsstoffe, Schwefeldioxid, Stickoxide und ihre Umwandlungsprozesse (Säuren, Fotooxidantien)
„Saure-Regen-Hypothese“: Der saure Niederschlag trifft auf die Blätter -> Blätter kämmen die Luftschafstoffe aus -> werden mit diesen angereichert -> dringen in Blätter ein -> verursachen Schäden
„Bodenversauerungshypothese“: Luftschafstoffe dringen in Boden ein, schädigen das Feinwurzelwerk der Bäume
Ökosystem See
Gliederung eines Sees:
Horizontal: Nährschicht -> Sprungschicht -> Zehrschicht
Nährschicht: lichtabhängig, Fotosynthese produziert mehr Biomasse als die Atmung verbraucht
Sprungschicht: Fotosynthese und Atmung im Gleichgewicht = Kompensationsebene
Zehrschicht: Organismen aus dieser Schicht ernähren sich direkt von den Überschüssen der Nährschicht
Vertikal:
Uferzone: Nährschicht des Sees, üppiges Pflanzenwachstum
Freiwasserzone: Schwimmblattpflanzenzone, Unterwasserpflanzenzone
Bodenzone/Tiefbodenzone: Zehrschicht
Licht bestimmt die Tiefe der Nährschicht (Fotosynthese durch Plankton, pflanzliches Plankton als Produzent) -> Licht ist ein Minimumfaktor (vgl. Minimumgesetz)
Gliederung ermöglicht viele ökologische Planstellen -> Artenvielfalt
Fließgleichgewicht: Zu- und Abgänge der Arten schwanken um Mittelwerte
Zirkulationsbewegungen im See:
Dichteanomalie des Wassers: Wasser besitzt bei 4°C seine höchste Dichte, darüber und darunter ist es leichter(!)
Wasser: hohe spezifische Wärmekapazität (kann viel Energie einlagern), geringe Wärmeleitfähigkeit (erwärmt sich nicht stark)
-> Wärme wird vorwiegend durch Wasserbewegungen transportiert
Sommerstagantion: Oberflächenwasser erwärmt sich durch Sonneneinstrahlung -> Entstehung einer leichteren und wärmeren Oberflächenschicht (über der kühleren, schwereren Tiefenschicht) -> an Sprungschicht folgt ein starkes Absinken der Temperatur (plötzlich) -> wegen stabile Schichtung kein Austausch von Oberflächenwasser gegen Tiefenwasser
obere Wasserschichten werden durch Temperaturunterschiede von Tag und Nacht umgewälzt (führen zu ausgeglichenen Verhältnissen von Gas, Temperatur und Nährstoffen)
Vollzirkulation: Herbst/Frühling
sinkende Temperaturen -> Oberflächenwasser kühlt ab -> sinkt nach unten; Wind durchmischt Wasser, Austausch von u.a sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Schichten
Winterstagnation: tritt ein, wenn die Temperatur noch weiter abfällt; neue Schichtung entsteht -> Oberflächenwasser kälter als 4°C -> geringere Dichte (leichter), liegt schützend über dem Tiefenwasser -> Tiefenwasser bleibt konstant bei 4°C -> kann nicht zufrieren, gewährleistet Überleben der Organismen im Winter
Nahrungsnetze im Wald:
Produzenten: Algen/Phytoplankton, produzieren fotosynthetisch organische Stoffe, die ihnen und anderen Organismen als Nahrung dienen
Primäre Konsumenten: Zooplankton; frisst Algen
Sekundäre/Tertiäre Konsumenten: Karnivoren
Endkonsumenten: Raubfische
Destruenten: produzieren Nährsalze -> Algen [...]
Abbauvorgänge im See
Abbauprozesse von Organismen: Biomasse gelangt direkt oder indirekt zu den Destruenten
Autolyse: Enzyme setzen nicht mehr benötigte Aufbaustoffe der toten Biomasse frei -> diese diffundiert ins Wasser -> wird von Destruenten als Nährstoff verwendet
(Autolyse = „Selbstauflösung“, findet ohne Bakterien statt) -> findet bereits in der Nährschicht statt -> Produzenten erhalten auch Nährstoffe (= kurzgeschlossener Stoffkreislauf)
Nitrifikation: aerober Abbauprozess
1. Ammoniak bzw Ammonium -> Nitrit durch Oxidation
2. Nitrit -> Nitrat durch Oxidation
„Umkippen“ des Sees: Besonders in nährstoffreichen Seen können Oxidationsvorgänge so stark ablaufen, dass der Sauerstoff völlig verbraucht wird -> Erstickungstod -> Fischsterben
Denitrifikation: anaerober Abbauprozess, Reduktion
1. Nitrat-Ionen -> Nitrit
2. Nitrit -> Ammoniak/Ammonium bzw. elementarer Stickstoff
-> Nährstoffbildung unter anaeroben Bedingungen -> Sauerstoffproduktion (durch Produzenten)
Mineralisierung: Umwandlung von hochmolekularen organischen Substanzen zu niedermolekularen anorganischen Substanzen
Vollzirkulation versorgt Destruenten mit Sauerstoff für aerobe Abbauvorgänge
Nährstoffarmer Alpensee: Auf- und Abbauvorgänge sind im Gleichgewicht
Seentypen
oligotropher See: Nährsalzgehalt gering, tiefes Becken, schmale Uferbank mit geringem Bewuchs, Wasser ist arm an Pflanzennährstoffen -> Produktion der Nährschicht so gering, dass sie in der größeren Zehrschicht völlig mineralisiert wird
-> wenig organischer Schlamm -> klares Wasser mit „Durchblick“
eutropher See: flache Seen, nährsalzreich, breite Uferbank mit Verlandungszone
Produktion in der nährstoffreichen Zone so groß, dass er nicht vollständig mineralisiert werden kann -> während Stagnationsperioden kann der Sauerstoffgehalt fast völlig verbraucht werden -> organische Substanzen lagern sich am Boden ab, da sie nicht vollständig mineralisiert werden können -> organische Schlammschlicht
Litoral: Zone des Ufers
Pelagial: Freie Wasserzone
Veränderungen von Ökosystem
1. Primäre Sukzession = erstmalige Besiedelung durch Pionierorganismengesellschaften
2. [...]
3. Klimaxstadium = Endstadium
Aspekte: Verschiedene Erscheinungsformen des selben Ökosystems (temporär abhängig)
Sukzessionsstadien eines Sees
Verlandungsstadium: Durch Rückgang der Sauerstoffkonzentration -> Anaerobe Zersetzungsprozesse -> Entstehung von Faulschlammschichten -> tote Biomasse kann aufgrund von Sauerstoffmangel nicht mehr abgebaut werden -> See wächst zu bis zum „Flachmoor“ mit entstehender Torfschicht; dort wachsende Pflanzen sind an Sauerstoff- und Nährstoffmangel angepasst (z.B. Torfmoore) -> nachfolgende Pflanzengesellschaften bilden den „Bruchwald“ (mögliches Klimaxstadium), Tierverbände kommen und gehen mit den verschiedenen Stadien
Sukzessionsstadien eines Kahlschlages
Sekundäre Sukzession: z.B. Wiederbesiedlung eines Kahlschlages von untypischen Arten für dieses Ökosystem
1. Kraut- und Grasflurvegetation
2. Gebüschvegetation
3. Pionierwald
4. Klimaxwald (Biomasse nimmt nicht mehr zu); besonders stabiles Ökosystem durch dichte Nahrungsgesetze, es herrscht ein biologisches Fließgleichgewicht
Wasserverschmutzung
Selbstreinigungskraft: begrenzte Zufuhr an Verschmutzungsstoffen kann durch die Lebewesen eines Fließgewässers vollständig mineralisiert werden
-> großes Nahrungsangebot bedingt Massenvermehrung der Bakterien -> Sauerstoffzehrung wegen Abbauprozessen; gleichen dem Stoffkreislauf des Sees
Wassergüte nimmt in Fließrichtung mehr und mehr zu
Zu viel Abwasser -> Eutrophierung (überreiches Nährstoffangebot) -> Algenblüte (explosionsartige Entwicklung der Algen) -> Übermäßiger Sauerstoffverbrauch durch a) Algen durch Biomassenproduktion b) folgende bakterielle Abbauprozesse -> „Umkippen des Sees“
Bestimmung der Qualität eines Fließgewässers
Biologische Bestimmung
Indikator: bestimmte Organismen, die aufgrund ökologischer Spezialisierung bei bestimmten Verschmutzungsgraden vorkommen
-> Saprobiensystem
4 Saprobienstufen bzw. Gewässergüteklasse
jede Klasse besitzt bestimmte Indikatororganismen
Bestimmung nach Indexzahl und Häufigkeit
Physikalisch-chemische Bestimmung
BSB: Biochemischer Sauerstoffbedarf; Sauerstoffmenge, die von Bakterien durch Abbauprozesse für Verschmutzungsstoffe in 5 Tagen verbraucht wird (BSB5)
CSB: Chemischer Sauerstoffbedarf; Schmutzwasser + Kaliumdichromat -> Messung des Verbrauchs lässt Rückschlüsse auf Sauerstoffverbrauch des Kaliumdichromats zu (Sehr genaue Messmethode)
Indikatororganismen treten mit zeitlicher Verzögerung auf -> Ergebnis muss nicht den „Jetzt-Zustand“ widerspiegeln; chemische Methoden lassen den „Jetzt-Zustand“ besser bestimmen
Stehende Gewässer:
werden in Trophiegrade eingeteilt (Nährstoffgehalt)
oligo-, meso-, eu- und polytrophe Stufe)
Genetik
Grundlagen
Gene: Erbanlagen, DNA-Abschnitt, der bestimmte erblich bedingte Strukturen oder Funktionen eines Organismus codiert, sitzen auf dem Chromosom
Chromosom: Struktur, auf der die Gene linear angeordnet sind
Chromosomensatz: Gesamtchromosomenzahl einer Zelle
Genom: Gesamtheit aller Erbanlagen einer Zelle; menschliches Genom 30.000-40.000 Gene
Der Kern einer Körperzelle enthält 2x Paare an Chromosomen, die Chromosomensätze. Insgesamt gibt es also 4 Chromosomen, wobei immer ein Paar aus 2 homologen Chromosomen besteht.
Der Kern enthält also 2 Chromosomensätze, die Zelle ist diploid.
Bei jedem Chromosomensatz liegen 2 Gene auf gleichem Genort für ein Merkmal vor (= Allele)
Mitose: Zellkernteilung
1. Prophase
DNA liegt als Chromatinfäden vor -> Aufschraubung und Faltung -> Chromosomen (Zwei-Chromatiden-Chromosom); Chromatiden werden durch Centromer zusammengehalten
Faserbildung von Pol zu Pol -> bilden Spindelapparat
2. Metaphase
maximale Verkürzung
rücken in die Äquatorialebene des gebildeten Spindelapparates -> bilden Äquatorialplatte
Chromatiden sind durch Spindelapparat mit einem der beiden Pole verbunden
3. Anaphase
Chromatide werden zum Pol auseinander gezogen -> jeder Pol erhält vollständigen Chromatidensatz (gleichmäßige Verteilung der Chromosomensubstanz)
4. Telophase
1-Chromatid-Chromosomen entschrauben sich zu Chromatinfäden
Endoplasmastisches Retikulum -> bildet 2 neue Kernhüllen -> 2 Zellkerne sind entstanden
Entstehung 2 neuer Zellen
5. Interphase = Zeitraum, der zwischen zwei Mitosen liegt
G1-Stadium: Wachstum der Tochterzellen, die gerade entstanden sind
S-Stadium: Verdopplung der Erbstubstanz
G2-Stadium: „Leerlauf“ zwischen Verdopplung und erneuter Prophase
Meiose
Meiose = weitere Form der Kernteilung; zielt auf Reduktion ab (diploider Satz -> haploider Satz), damit die Chromosomenzahl konstant bleibt
Reifeteilung I
Prophase I: Verdichtung und Verkürzung der Chromatinfäden
homologe Chromosomen legen sich parallel aneinander -> damit liegen die einander entsprechenden Chromosomabschnitte nebeneinander (mütterlicher und väterlicher) = Konjugation
Metaphase I: Bildung der Äquatorialplatte an Äquatorialebene; Bildung des Spindelapparates
Anaphase I: Homologe Chromosomen weichen auseinander, wandern mit Centromeren voran zu den Spindelpolen; jeder Pol besitzt einen haploiden Satz
Interchromosomale Rekombination: Zufallsbedingte Verteilung der mütterlichen“ und „väterlichen“ Chromosomen (in Metaphase I) -> Durchmischung des Erbmaterials
Telophase I: Chromosomen werden vorübergehend von einer Membran eingeschlossen
Reifeteilung II (mitotische Teilung)
Prophase II: An jedem Pol befindet sich ein haploider Chromosomensatz
Aufschraubung der Chromosomen, Bildung eines neuen Spindelapparates
Chromosomen zur Äquatorialebene zieht; Kernhüllen zerfallen
Metaphase II: Chromosomen ordnen sich an die Äquatorialebene an -> bilden Äquatorialplatte
Anaphase II: Schwesterchromatiden werden am Centromer getrennt, die einzelnen Chromatiden wandern zu den Zellpolen
Telophase II: An jedem Pol ein haploider Satz; Bildung von Zellmembranen
ERGEBNIS: Vier haploide Keimzellen entstanden aus einer diploiden Körperzelle
Interchromosomale Rekombination: Anordnung der Bivalente in der Metaphase I erfolgen nach dem Zufallsprinzip
werden homologe Chromosomen getrennt, dann können die einzelnen Chromosomen in den haploiden Zellen väterlicher oder mütterlicher Herkunft sein -> Durchmischung des Erbguts, Vielfalt der Evolution ist gewährleistet
Intrachromosomale Rekombination: „Crossing-Over“
während Prophase I möglicher Stückaustausch innerhalb eines Bivalents zwischen „Nicht-Schwester-Chromatiden“ (zwischen mütterlichen und väterlichen Chromatiden)
Vorgang: Auseinanderbrechen der DNA-Doppelstränge der Chromatiden -> Verknüpfung „über Kreuz“ -> Überkreuzungspunkte (Chiasmata)
Meiose: Nicht nur Chromosomensatzhalbierung sondern auch Neuverteilung der elterlichen Erbinformationen -> Artenvielfalt
Klassische Genetik
Grundlagen:
monohybrider Erbgang -> Unterschied in einem Merkmal
dihybrider Erbgang -> Unterschied in zwei Merkmalen
homozygot = reinerbig (RR, rr)
heterozygot = mischerbig (rR); Bastard
dominant = setzt sich geno- und phänotypisch durch
rezessiv = setzt sich nur bei Reinerbigkeit (z.B rr) im Phänotyp durch
intermediärer Erbgang: Merkmale werden in Zwischenformen ausgebildet (z.B. rosa bei roten und weißen Eltern)
unvollständige Dominanz: 2 dominante Allele für Ausbildung nötig (z.B. RR), ansonsten Mischform z.B. rosa -> Beispiel Wunderblume
Die mendelschen Gesetze
1. Gesetz (Uniformitätsgesetz): Kreuzt man zwei Individuen, die sich in einem Merkmal reinerbig unterscheiden, so ist die F1-Generation uniform, d.h sie weisen alle das dominante Merkmal auf.
2. Gesetz (Spaltungsgesetz): Kreuzt man die Individuen der F1-Generation untereinander, so sind ihre Nachkommen (F2) NICHT uniform, sie spalten sich in bestimmten Zahlenverhältnissen auf.
3:1 (dominant-rezessiv) und 1:2:1 (intermediär)
3. Gesetz (Neukombination): Kreuzt man Individuen, die polyhybrid sind, so gelten für jedes einzelne Merkmal Uniformitäts- und Spaltungsgesetz. Obendrein treten in der F2-Generation neue Merkmalskombinationen auf.
Drosophila melanogaster
Form der Drosophila: Wildform (+), white (w), Stummelflügel/vestigial (vg), ebony (e)
Weibchen X Männchen
Allele über dem __ sind mütterlicher Herkunft, unter dem __ väterlicher Herkunft
Rückkreuzungsmethode
Ziel: Bestimmung des unbekannten Genotyps (F2), der nicht durch den Phänotyp erschließbar ist.
Durchführung: Unbekannter Genotyp der F2-Generation wird mit rezessiv-homozygotem Großelter (P-Generation) gekreuzt.
Wenn:
a) die Nachkommen (RF1) uniform sind (1. Mendelsches Gesetz), dann ist das untersuchte Tier homozygot.
b) die Nachkommen (RF1) nicht uniform sind (1. Mendelsches Gesetz), dann ist das untersuchte Tier heterozygot.
Weiter Nutzen der Rückkreuzung: Verminderung der Anzahl der möglichen Genotypen
Durchführung: Bastard aus F1-Generation X Elter
Genkopplung
Genkopplung: Die auf einem Chromosom liegenden Gene werden gemeinsam (gekoppelt) weitergegeben und nicht frei kombiniert (wie die 3. Mendelsche Regel vorsieht!)
Diese gekoppelten Gene bilden eine Kopplungsgruppe
Begründung der Existenz von Genkopplung: Es gibt mehr Gene als Chromosomen -> mehrere Gene müssen auf einem Chromosom liegen
Anzahl der Kopplungsgruppen = Anzahl der Chromosomen in einem haploiden Satz
(23 beim Menschen)
Kopplungsbruch und Faktorenaustausch
Gekoppelte Gene können durch „Crossing Over“ entkoppelt werden (bei Drosophilia nur die Weibchen betroffen) -> 3. mendelsches Gesetz tritt wieder in Kraft
Genkartierung
Gene sind auf den Chromosomen linear angeordnet (Grundlage fürs Crossing Over)
Häufigkeit der Trennung zweier gekoppelter Gene -> Rückschluss auf ihre relative Entfernung voneinander; 2 gekoppelte Gene am Ende und am Anfang werden „immer“ getrennt, die Häufigkeit verringert sich, je mehr die Gene „zusammenrücken“
Dreipunktanalyse: Sind zwischen 3 gekoppelten Genen ABC die Austauschhäufigkeiten zwischen AB und BC bekannt, so kann der 3. Wert AC nur die Summe oder die Differenz aus AB und BC sein.
X-Chromosom-Gebundene Vererbung
Mensch besitzt 46 Chromosomen, davon sind 2 geschlechtsbestimmend (Gonosomen), die restlichen 44 (22 Autosomenpaare) sind Autosome.
Frau: X X
Mann: X Y
XX-Zygote -> Frau, XY-Zygote -> Mann
Gene auf dem X-Chromosom
Hemizygotie: Y-Chromosom trägt kein Gen für bestimmtes Merkmal (z.B. Augenfarbe)
X-Chromosom-gebundener Erbgang (Fall 1)
Die Mutter hat rote Augen (rot = dominant gegenüber weiß), Vater hat weiße Augen und sein Y-Chromosom ist hemizygot.
Ergebnis: F1-Generation uniform rot.
X-Chromosom-gebundener Erbgang (Fall 2)
Die Mutter hat weiße Augen, der Vater hat rote Augen. Y-Chromoson des Vaters ist wieder hemizygot (keine Information zur Augenfarbe enthalten)
Ergebnis: Mütter geben weiße Augenfarbe an Söhne ab (dem rezessiven Weiß wird wegen Hemizygotie kein dominantes Allel entgegengesetzt)
Väter geben rote Augenfarbe an Töchter weiter (dem rezessiven Weiß wird das dominante Rot entgegengesetzt, XX-Zygote)
Modifikationen
Organismen mit gleichem Erbgut müssen phänotypisch nicht zwingend gleich sein; sie sind von Umwelteinflüssen abhängig.
Modifikabilität: Fähigkeit, auf Umwelteinflüsse mit Veränderungen der Entwicklung zu reagieren.
Modifikation: Der Vorgang der Veränderungen
Modifikanten: Organismen, die zur Modifikation befähigt sind
Fließende Modifikation: stufenlose Anpassung des Modifikanten
Umschlagende Modifikation: schlagartige Anpassung, z.B Farbwechsel bei Temperaturen
Reaktionsnorm: Bereich, in welchem die Merkmalsausbildung erfolgen kann (z.B. Mensch X kann zwischen y und z Zentimetern groß werden, das ist seine Reaktionsnorm)
Modifikatorische Geschlechtsbestimmung: Bestimmung des Geschlechts durch öußere Faktoren
Mutationen
Mutation: Erbgutveränderungen
Mutanten: Träger von Mutationen
Ploidiemutation: Anzahl der Chromosomen im Kern ist verändert, kann als natürliche Mutation auftreten – auch einzelne Chromosomen eines Satzes können vervielfacht
Chromosomenmutation: Strukturelle Veränderung am einzelnen Chrosom
1. Deletion: Chromosomenstücke mit entsprechenden Genen gehen verloren; Verlust kann End- oder Zwischenstücke betreffen
a) Endstückverlust
b) Zwischenstückverlust
2. Duplikation: Chromosomenabschnitte werden verdoppelt
3. Inversion: Drehung von Chromosomenabschnitten um 180°, Anzahl bleibt gleich, Reihenfolge verändert sich, Einfluss auf benachbarte Gene -> Einfluss auf Phänotyp (Positionseffekt)
4. Translokation: Austausch nichthomologer Abschnitte
Genmutation: Veränderung eines einzelnen Gens, Erbsubstanz verändert sich, Chromosomenstruktur nicht
Mutationen sind ungerichtet und treten sprunghaft auf
Mutationsrate: gibt die Mutationshäufigkeit an
Viele Mutationen äußern sich nicht im Phänotyp
Mutagene: mutationsfördernde oder auslösende Stoffe/Faktoren wie z.B radioaktive Strahlung, hohe Temperaturen oder Röntgenstrahlung
Molekulare Grundlagen der Vererbung
Transformation: Übertragung von genetischen Informationen mittels isolierter DNA (vgl. tote virulente Bakterien -> befähigen lebende, nichtvirulente Bakterien Mäuse zu töten)
-> Beweis dafür, dass DNA = Träger der genetischen Information
-> Beweis dafür, dass Prokaryoten DNA besitzen
Replikation der DNA
Vor jeder Kernteilung: DNA muss identisch verdoppelt werden
Einfaches Modell: Doppelhelix wird wie ein Reißverschluss getrennt -> an jedem Strang lagern sich einzelne Nucleotide mit den jeweils komplementären Basen an (jedes Tochtermolekül besteht zu einer Hälfte aus elterlichem und einer Hälfte neu synthetisiertem Material = semikonservativ)
Beweis durch Meselson und Stahl Versuch (Stickstoff, Absenken, E-Coli Bakterien, Mittelwert -> semikonservativ)
Molekularer Mechanismus:
1. DNA-Helicase entwindet DNA-Doppelstrang
Helicase = Enzym, spaltet unter ATP-Verbrauch Wasserstoffbrückenbindungen
2. einzelstrangbindende Proteine halten die Replikationsgabel-Struktur der DNA aufrecht (verhindern erneutes Verbinden)
3. Primase (Enzym) hilft bei der Synthese des RNA-Primers (Startmolekül, kurzer Abschnitt aus Ribonucleotiden)
4. DNA-Polymerase I entfernt Ribonucleotide des RNA-Primers und ersetzt sie durch Desoxyribonucleotide
5. DNA-Polymerase III verknüpft die Desoxyriboncleotide (kann nur 3′ Enden verlängern -> Synthese verläuft nur am elterlichen Leitstrang; von der Gabel weg)
Synthese am Folgestrang
Problem: DNA-Polymerase III kann nur von 5′->3′ arbeiten, Folgestrang ist „falsch herum“
1. Primase synthetisiert kurze RNA-Primer an verschiedenen Stellen
2. RNA-Primer werden durch DNA-Polymerase III zu Okazaki-Stücken verlängert
3. RNA-Primer werden von DNA-Polymerase I entfernt und durch Desoxyribonucleotide ersetzt; Okazaki-Stücke noch nicht verbunden
4. DNA-Ligase stellt Verbindungsstück für Okazakistücke her, die Phosphordiesterbindungen
PCR (polymerase chain reaction)
Ziel: Unbegrenztes und schnelles Vermehren kleiner DNA-Mengen.
1. Isolierte, doppelsträngige DNA wird in einem Reaktionsgefäß erhitzt -> thermische Denaturierung der DNA -> Teilung der Stränge
2. Verringerung der Temperatur -> 2 synthetisierte DNA-Primer lagern sich an die Einzelstränge an, ihre Basen sind komplementär zu denen auf der zu vermehrenden DNA -> 2 kurze DNA-Doppelstränge sind entstanden
3. DNA-Doppelstränge = Starter für die hitzebeständige Taq-Polymerase (einmalige Zugabe da hitzebeständig)
4. Temperaturerhöhung auf 72° C -> Taq-Polymerase katalysiert die Synthese an den Einzelsträngen
5. Kurzfristige (2 Minuten) Temperaturerhöhung auf 94 ° C -> Abbruch der Replikation -> Doppelhelixabschnitte wieder denaturiert
6. Temperatursenkung auf 55 ° C -> erneute Anlagerung der Primer -> Temperaturerhöhung -> Taq-Polymerase wieder aktiv -> erneute Vermehrung des DNA-Zielbereichs [...]
Ergebnis: viele Duplikate eines DNA-Abschnitts in kurzer Zeit
Realisierung der genetischen Information
Enzyme = Proteine, sind für Merkmalsausbildung und biologische Prozesse verantwortlich
Enzyme = Biokatalysatoren, setzen Aktivierungsenergie herab und ermöglichen/beschleunigen Reaktionen im Körper, verbrauchen sich selbst nicht
Proteine setzen sich aus 20 verschiedenen Aminosäuren zusammen, indem die Aminosäuren zu langen Polypeptidketten zusammensetzen
Aminosäuresequenz: Reihenfolge dieser Aminosäuren, für jedes Protein charakteristisch und genetisch festgelegt
DNA enthält Informationen über die Abfolge und den Aufbau der Aminosäuren
Herstellungsort der Proteine = Ribosome (im Cytoplasma), diese benötigen die auf der DNA gespeicherten genetischen Information über die Basensequenz, die DNA verlässt jedoch nie den Zellkern -> mRNA zur Informationsübertragung zu Ribosomen
mRNA: Ribonucleinsäure (anstatt Desoxyribose ist Ribose vorhanden), einsträngig, kürzer als DNA, enthält Informationen in transkribierter (umgeschriebener) Form; Uracil anstatt Thyramin (Base)
Transkription: Genetische Information von DNA auf mRNA
1. Transkription ähnelt der DNA-Replikation, benötigt keinen Primer
2. RNA-Polymerase beginnt nach Bindung an einer geeigneten DNA-Sequenz (Promoter) mit der RNA-Synthese
3. Nach Bindung an den Promoter trennt RNA-Polymerase einen kurzen Abschnitt der Doppelhelix auf
4. Basenpaarung am codogenen Strang der DNA -> komplementäre Nucleotide werden gebunden -> schrittweise an wachsende RNA-Kette geknüpft (nur 5′->3′ Richtung)
5. Transkriptionsbereich wird bis zum Endsignal abgearbeitet
3 Polymerasen bei Eukaryoten
RNA-Polmerase I -> rRNA
RNA-Polymerase II -> Transkription
RNA-Polymerase III -> tRNA
Genetischer Code
Codon: Sequenz aus 3 Basen
Degenerierter Code/Degeneration: Aminosäuren sind durch mehrere Tripletts codiert
3 Tripletts = Stoppcodons
61 Tripletts -> Aminosäuren
AUG-Triplett: Startcodon/Methionin; wird aus dem Protein entfernt
Stoppcodons:
UAA
UAG
UGA
Allgemeingültigkeit (Universalität) des Codes: ist fürs ganze Organismenreich universell gültig (= Standardcode),
Transfer-RNA (tRNA):
Basentripletts können ihre jeweiligen Basen nicht direkt „erkennen“ und keine Polypeptidkette aufbauen -> Adaptermolekül tRNA notwendig
Adenin komplementär zu Uracil
Guanin komplementär zu Cytosin
Thymin (DNA) ersetzt durch Uracil
Transfer
Codons der mRNA werden durchs Anticodon der tRNA „erkannt“ – Anlagerung des Anticodons an das komplementäre Codon
Translation: Umsetzung der in der mRNA enthaltenen Informationen in Proteinen, erfolgt an den Ribosomen (zusammengesetzt aus ribosomaler RNA „rRNA“ und Proteinen)
1. Initiation
Anlagerung der kleineren Ribosomuntereinheit an eine spezifische Bindungsstelle am 5′-Ende der mRNA
Start-tRNA (Met-tRNA) wird mit ihrem Anticodon UAC an Startcodon AUG der mRNA angelagert
2. Elongation: Kettenverlängerung
Ribosom enthält Erkennungs- (A) und Verknüpfungungsregion (P)
Ribosomen fahren die mRNA ab; in (A) werden Codons erkannt, in (P) werden die Aminosäuren durch tRNA, welche die entsprechende Aminosäure enthält, verknüpft
tRNA trägt Anticodon zu Codon der mRNA -> Zuordnung möglich
„entladene“ tRNA sucht sich im Cytoplasma eine neue, ihr zugeordnete Aminosäure
Vorgang wird bis zum Stoppcodon durchgeführt und dann beendet
3. Termination
synthetisiertes Protein wird freigesetzt, Ribosom zerfällt in seine Untereinheiten -> mRNA freigesetzt, diese solange erneut verwendbar bis abgebaut
Polysome: mehrere Ribosome, die beim Vorgang der Translation einer mRNA beteiligt sind
Gestückelte Gene
mBeiRNA kürzer als DNA -> DNA enthält „leere“ Abschnitte (Introns) und „informative“ Abschnitte (Exons), mRNA enthält zunächst Introns UND Exons (prä-mRNA) -> Spleißen durch Spliceosomen -> Introns werden rausgeschnitten -> nur noch Exons vorhanden -> mRNA kürzer als DNA
Extranucleäre Vererbung:
Plastiden-/ Extranucleäre Gene: Außerhalb des Zellkerns liegende Gene
Plastiden und Mitochondrien verteilen ihre Information unabhängig von Zellkernteilung
Ein- Gen- ein- Enzym- Hypothese
Ein Gen codiert ein Enzym -> mutiert das Gen, ist das Enzym betroffen (es kann unter Umständen ausfallen)
Ein- Gen- ein- Polypeptid- Hypothese
Enzyme= Polypeptide, bestehen aus mehreren Polypeptidketten
Punktmutation: eine Base der DNA wird verändert, entfernt oder hinzugefügt
Bei Punktmutation einer Base der DNA -> Veränderung des Gens -> Veränderung der Polypeptidkette -> Auswirkung auf Enzym (z.B. Sichelzellenanämie)
Regulation der Genaktivität
Das Operon- Modell
Konstitutive Gene: dauerhafte Gene, die immer transkribiert werden
Regulierte Gende: Gene, die nur bei Bedarf transkribiert werden
Strukturgene: Gene, die Enzyme codieren
Operator und Promoter: DNA-Abschnitte, vor den Strukturgenen liegend, üben Kontrolle aus
Operon = Einheit von Strukturgenen, Operator und Promoter
Funktion des Operons: Genregulation mit Repressor
Repressor: Protein, das auf einer DNA-Region außerhalb des Operons codiert ist; „Regulatorgen“
a) aktiv: kann sich nach Schlüssel-Schloss-Prinzip mit Operator verbinden -> Hemmung der Transription der Strukturgene -> Enzymsynthese verhindert (weil Enzym zu dem Zeitpunkt nicht gebraucht)
b) inaktiv: Repressor reagiert mit Molekül (z.B Lactose, welches neu dazu kam) -> Strukturveränderung des Repressors -> keine Bindung an Operator mehr möglich -> vorhin blockierte Transkription des nicht benötigten Enzyms kann nun stattfinden, da das Enzym gebraucht wird
Enzyminduktion: neuer Stoff kommt hinzu und induziert Prozesse zur eigenen Verwertbarkeit
Enzymrepression: Nicht mehr benötigter Stoff reagiert mit Repressor -> Repressor aktiv, unterdrückt weitere unnötige Herstellung von bestimmten Enzymen (Bindung an Operator)
Genregulation bei Eukaryoten
Klone: Erbgleiche Individuen
Totipotenz: Eine Zelle enthält die gesamte genetische Information, die zum Aufbau des Organismus notwendig ist („Eine Fußzelle weiß, wie die Nase aussieht“)
Differentielle Genaktivität: Nicht alle Informationen aus einer Zelle werden abgelesen und umgesetzt, da dies „unökonomisch“ und verschwenderisch und obendrein blockierend wäre
-> in einer Zelle müssen bestimmte Gene aktiv, andere inaktiv sei
Bau der Bakterienzelle
Eine einzige Zelle
kein Zellkern -> Prokaryot
Zelle von schützenden Außen- und einer inneren Plasmamembran umgeben; zwischen diesen Schichten eine Schicht „Murein“
Auf Außenmembran: kurze, haarähnliche Fäden = Pili, dienen zur Kontaktaufnahme mit anderen Zellen
Geißel, frei beweglich, um sich rotierend (zur Fortbewegung)
nur Ribosomen als Organellen vorhanden
ein einziges Chromosom, frei im Cytoplasma (Nucleoid)
DNA vorhanden in Nucleoid und in Plasmiden (DNA-Ringe, im Cytoplasma)
Mutationen bei Bakterien
Antibiotika: Stoffe, die Bakterien abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen
Resistenz: Bakterien sind von bestimmten Antibiotika nicht beeinflusst -> wird durch zufällige und ungerichtete Mutationen hervorgerufen (-> vgl. Darwin)
Replika-Plattierung-Test (Stempeltechnik)
Ausgangskultur auf normalem Nährmedium -> auf Stempel aufgetragen -> auf 2 Nährböden gestempelt: ein normales und eins mit Antibiotikum -> beim normalen wachsen alle Kolonien, beim anderen wachsen nur resistente Kolonien
beweist: Mutationen sind schon vorher zufällig entstanden und nicht als Konsequenz von veränderten Umwelteinflüssen
Auxotrophie: Unfähigkeit eines Bakteriums, zu wachsen, wenn bestimmter Stoff fehlt.
Prototrophie: Eigene Synthese von Wachstumsstoffen möglich -> Fehlen von Wachstumsstoffen hindert nicht am Wachstum.
Genetische Rekombination bei Bakterien
Bakterien: Kein Zellkern, keine Meiose und keine Befruchtung, dennoch Rekombination möglich
Konjugation: Übertragung von genetischer Information über Plasmabrücke zwischen 2 Bakterien.
Vorgang: Konjugation nur möglich, wenn ein Bakterium F-Plasmid enthält
Spender = F+ (männlich); Empfänger = F- (weiblich)
F+ gibt Kopie des Plasmids an Empfänger, Empfänger wird ebenfalls zu F+
HFR-Zellen (High frequency of recombination) sind in der Lage, das gesamte Bakterienchromosom zu übertragen -> Abschnitte der Empfänger-DNA können ausgetauscht werden
Austausch via Konjugation, auf beiden Seiten sofort wieder verdoppelt -> Austausch von DNA-Abschnitten -> genetische Rekombination auch ohne Meiose möglich
Bau der Viren
Viren: Krankheitserreger
(Bakterio)Phagen: Viren, die Bakterien befallen
Enthalten nur eine Art von Nucleinsäure: DNA oder RNA
Kein eigener Stoffwechsel -> Vermehrung in fremden Zellen nötig -> Viren = intrazelluläre Parasiten
Viren kleiner als Bakterien; zeigen Wirtsspezifität
bestehen aus Kopf und Schwanz
Schwanz: hohler Stift, am Ende mit Spikes besetzte Platte und Schwanzfäden zum Anheften an Bakterienwand
Hershey-Chase-Experiment: Bildung von Phagen in einer Wirtszelle wird allein durch DNA veranlasst -> Proteine dafür nicht von Nöten
Vermehrung der Viren
1. Adsorption
Spezifische Anheftung nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an Bakterienwand
2. Injektion
Einschleusung der virulenten DNA via „eingeschossenem Stift“
Leere Phagenhülle bleibt zurück
3. Latenzphase
Umstellung des Stoffwechsels in den Dienst des Virus
Bakterienchromosom wird abgebaut
Phagenenzyme werden produziert, Phagen-DNA vermehrt, Hüllproteine für neue Phagen produziert
Lysozym für Zellwandauflösung
4. Reifung
einzeln synthetisierte Bestandteile des Virus werden zusammengesetzt
5. Freisetzung
Bakterienwand wird angegriffen -> platzt explosionsartig -> Freisetzung von reifen Phagen -> neue Bakterien befallen
a) lytischer Zyklus: Vermehrungsvorgang endet mit Auflösung (Lyse) der Wirtszelle
b) lysogener Zyklus: Phagen integrieren sich mit ihrer DNA ins Chromosom und verweilen dort als Prophagen -> gehen später in den lytischen Zyklus über
HIV – ein Retrovirus
Retroviren: sind in Besitz einer Reversen Transkriptase -> Hiv-RNA -> einsträngige DNA -> Replikation -> doppelsträngige DNA -> Integration in Wirtszellen-DNA
-> Vermehrung von HIV in T-Helferzellen, da dort spezifische Bindungsstellen vorhanden -> T-Helferzellen werden weniger, bis Infektion in Krankheit übergeht
Bekämpfung schwierig, da: Retroviren bauen ihre genetischen Informationen ins Genom ein (Unterscheidung schwierig)
Mögliche Maßnahmen: Einsetzen von Inhibitoren, damit RT nicht aktiv werden kann
Verhinderung des Zusammenbaus von Viruspartikeln
Impfstoff: Hüllproteine des HIV genetisch hergestellt für Immunisierung
Transduktion – Genübertragung durch Viren
Transduktion: Genübertragung von einem Bakterium auf ein anderes Bakterium via Virus
Vorgang:Bakterienchromosom zerfällt bei Infektion -> Diese Teile können beim Aufbau der virulenten DNA verbaut werden -> neuer Phage mit bakterielles Gen -> erneute Infektion eines Bakteriums durch diese Phage -> zuvor „aufgenommenes“ Bakterien-Gen wird in neue Bakterien-DNA verbaut – Bakteriengen in anderes Gen übertragen
allgemein transduzierende Phagen: können beliebigen Abschnitt des Bakterienchromosoms weitergeben
spezialisiert transduzierende Phagen: können nur bestimmte Abschnitte des Wirtsbakteriums aufnehmen
Rekombination: Viren kein eigener Stoffwechsel, jedoch Informationen für Verdopplung vorhanden -> Mutationen/Rekombination möglich
Identifizerung eines Gens nach der Southern-Blot-Methode
1. Gesamte DNA einer Zelle wird isoliert
2. DNA wird mittels Restriktionsenzyme in Fragmente geschnitten
Restriktionsenzyme: erkennen Basenfolgen und trennen nach diesen präzise
3. DNA-Fragmente auf elektrisches Feld -> werden ihrer Größe nach sortiert (je kürzer, desto schneller ist ein Fragment) – Gel-Elektrophorese
4. Southern-Blot: DNA-Fragmente werden durch alkalische Pufferlösung einsträngig gemacht -> einsträngige Fragmente werden auf Nitrocellulose übertragen (geblottet); Fixierung durch milde Hitze
5. Membran -> Plastiktüte mit Sondenmolekülen -> Inkubation
Sondenmoleküle: Radioaktiviertes DNA-Stück; Komplementär zum gesuchten Gen
6. Sonde bindet sich ans gesuchte Gen, überschüssige Sondenmoleküle werden entfernt -> Auflegen eines Röntgenfilms (Autoradiografie) macht das Gesuchte sichtbar
DNA-Sequenzierung durch chemische Modifikation
Sequenzierung = Bestimmung der Basenabfolge
1. Der zu sequenzierende Abschnitt wird radioaktiv markiert
2. Denaturierung -> Einzelstränge
3. 4x die gleiche Einzelstrang-DNA wird auf 4 Ansätze verteilt, wo Basen spezifisch zerstört werden
4. Man erhält markiertes Stück, welches eine spezifische Größe aufweist (wird nach bestimmter Base gespalten-> spezifische Länge)
5. Autoradiografie -> Position der spezifischen Base wird sichtbar
DNA-Fingerprinting
Großteil der DNA enthält keine Informationen (Introns)
Dort sind Mutationen (= Sequenzpolymorphismen) wirkungslos, werden vererbt
-> Anhäufung solcher Sequenzveränderungen führen zu Unterschieden bei nichtverwandten Genomen
Vorgang: DNA verschiedener Individuen wird mit gleichem Restriktionsenym zerteilt
Die entstehenden Fragmente sind unterschiedlich lang -> „RestriktionsFragmentlängen-Polymorphismus“ (RFLP)
-> Southern Blot -> Autoradiografie -> sichtbar als schwarze Banden auf Film
Jeder „Fingerabdruck“ ist wegen der Polymorphismen hoch individuell
Autosomale Gendefekte
Autosomale Gendefekte: liegen auf den Autosomen vor -> sind nicht geschlechtsgebunden
Polyphänie: Gen beeinflusst mehrere Merkmale
Expressivität: Grad der phänotypischen Ausprägung
Penetranz: „Durchschlagskraft“, wenn bei 100%, dann jeder „Genträger“ von Krankheit betroffen
Mitochondriale Vererbung beim Menschen
Mitochondrien: besitzen eigene DNA, kommen in Eizellen vor, jedoch NICHT in Spermien
-> maternale Vererbung, alle Kinder einer betroffenen Mutter sind krank, alle Kinder eines betroffenen Vaters sind gesund
Züchtung und Gentechnologie
Sesshaftwerden -> Vermehrung der Menschheit, größerer Fleischbedarf -> Deckung durch Tierhaltung
Evolution
Lamarcks Theorie
Veränderte Umweltbedingungen -> veränderte Bedürfnisse
Gebrauch eines Organs -> wird größer, leistungsfähiger
Nichtgebrauch eines Organs -> wird kleiner, verkümmert, verschwindet
innerer Wunsch nach einem Organ -> lässt dieses entstehen
Erworbene Eigenschaften können vererbt werden
1. Naturgesetz
Dauernder Gebrauch eines Organs vergrößert/kräftigt es proportional zur Dauer des Gebrauchs
Dauernder Nichtgebrauch eines Organs verkleinert/schwächt es proportional zur Dauer des Nichtgebrauchs -> Verschwindet völlig
2. Naturgesetz
Erworbene Organe/Fähigkeiten werden an die Nachkommen weitergereicht, sofern beide Elternteile jene besitzen
Darwins Theorie
„Survival of the fittest“ – der Stärkere/am besten Angepasste überlebt im „Kampf ums Dasein“
1. Voraussetzung
Organismen haben mehr Nachkommen als für Arterhalt nötig; jedoch: Populationen bleiben konstant -> hohe Sterblichkeit
2. Individuen einer Art gleichen sich nicht völlig -> weisen Unterschiede auf, für Darwin waren große „Varietäten“ von Bedeutung (heute: Mutationen genannt)
Selektionsprinzip = Ursache des Artenwandels
Selektionsprinzip # Artenkonstanz
Nach Darwin -> Individuen passive Rolle, werden durch Umwelt selektiert
Nach Lamarck -> Individuen aktive Rolle, passen sich der Umwelt an
Darwin war KEIN!!!! Lamarckist, obwohl er von der Annahme überzeugt war, dass Gebrauch/Nichtgebrauch sich auf Organe auswirken. Jedoch: bei ihm werden jene Merkmale nicht direkt an Nachkommen vererbt, sie sind die Folge vom Durchsetzen des „erfolgreicheren Genotyps“ über viele Generationsfolgen hinweg (Natürliche Auslese, Selektion, Survival of the fittest)
Argumente für die Evolutionstheorie
Anatomische und morphologische Beweise
homologe Organe: besitzen gleichen Grundbauplan können jedoch aufgrund unterschiedlicher Funktionen unterschiedlich gestaltet sein -> Funktionswechsel (z.B. Extremitäten der Wirbeltiere) -> homologe Organe beruhen auf gemeinsamer Abstammung und weisen auf gemeinsame Ausgangsformen hin
Homologiekriterien
1. Kriterium der Lage
Organe sind homolog, wenn sie im Gefügesystem des Organismus die gleiche Lage haben
2. Kriterium der spezifischen Qualität
Nicht lagegleiche Organe können homolog sein, wenn sie in vielen Einzelmerkmalen übereinstimmen.
Beispiel: Ovarien bei Bandwürmern besitzen unterschiedliche Lage, gleichen sich aber sehr im spezifischen Bau.
3. Kriterium der Verknüpfung durch Zwischenformen
Einander unähnliche Organe können homolog sein, wenn sie durch Zwischenformen verbunden sind, die sich ihrerseits homologisieren lassen
Beispiel: Griffelbeine des Pferdes homolog mit dem Mittelhandknochen des Vorfahrens -> Reduktion der Zehen
Analogie
analoge Organe: Organe mit gleicher Funktion, unterschiedlicher Grundbauplan
Beispiel: Vogelflügel <-> Schmetterlingsflügel
Konvergenz: Anpassungsähnlichkeit nichthomologer Organe als Folge ihrer gleichen Funktion. (Konvergente Entwicklung)
Beispiel: Linsenauge bei Wirbeltieren und Tintentisch; sehen gleich aus, besitzen die gleiche Funktion, weisen jedoch unterschiedliche Entwicklungslaufbahn auf und sind nur wegen der gleichen Funktion im Endergebnis ähnlich und vermeintlich homolog
Klassisches Beispiel: Hände von Maulwurf und Maulwurfsgrille sind ähnlich, haben gleiche Funktion jedoch unterschiedlichen Grundbauplan (Maulwurf -> Knochen, Maulwurfsgrille -> Chitin)
Rudimentäre Organe
Rudimente = Organe, die während der Evolution ihre Funktion verloren haben und nur noch als Reste vorhanden sind
Atavismus: Wiederauftreten von eigentlich verschwundenen Merkmalen (zusätzlicher Huf)
Progressionsreihen: Anordnung homologer Organe von „einfach“ nach „komplex“ z.B. Luftsack bis zur Lunge der Wirbeltieren
Regressionsreihe: Anordnung homologer Organe von „komplex“ nach „einfach“
z.B. Zauneidechse mit Beinen -> Blindschleiche ohne Beine
Entwicklungsphysiologische Beweise
Biogenetische Grundregel: Im Laufe der Keimesentwicklung vieler Arten werden Organe angelegt
a) die nie zu einer erkennbaren Funktion beim erwachsenen Individuum ausgebildet werden
b) die aber für die Vorfahren der Art typisch waren
Paläontologische Beweise
Paläontologie liefert unmittelbare Belege für die frühere Existenz bestimmter Lebensformen -> Beweise widerspricht der Konstanz der Arten
Altersbestimmung von Fossilien
Radiocarbonmethode:
radioaktive Stoffe zerfallen in regelmäßigen Raten
14C-Isotop wird in Lebewesen eingebaut
beim Zerfall werden Elektronen (ß-Strahlen) abgegeben
Organismus tot -> kein 14C mehr aufgenommen
vorhandener, radioaktiver Kohlenstoff zerfällt trotzdem
Messung der frei werdenden Elektronen pro Minute -> Altersbestimmung
Lebendes Tier: baut pro Minute 15,3 14C- Atome ab (Zerfall)
Totes Tier: Z. B. Baut pro Minute nur noch 7,65 Atome ab -> Tier ist 5740 Jahre alt (Halbwertszeit)
MERKE: je älter ein Fossil, desto langsamer der Zerfall pro Minute
Kalim-Argon-Methode: Ermittung der Anzahl der enthaltenen Argon-Atome -> Bestimmung des Alters der Gesteinschicht und der enthaltenen Fossilien
-> Nutzung des 40K-Isotops, besitzt Halbwertszeit von 1,3 Milliarden Jahr.
-> auch bei älteren Fossilien möglich
Übergangsformen: Fossilien, die Merkmale von 2 verschiedenen Tierklassen in sich vereinen und sich deswegen keiner von beiden Seiten eindeutig zuordnen lassen -> Brückentiere, z.B. Schnabeltier (legt Eier, säugt jedoch) oder Archaeopteryx (Reptil und Vogelmerkmale)
Adaptive Radiation: Aufspaltung einer wenig spezialisierten Art unter Anpassung an unterschiedliche ökologische Nischen (Planstellen) in viele spezialisierte Arten
Beispiel: Darwinfinken
Isolation: Beschränkung einer Population auf ein bestimmtes Gebiet aufgrund von geografischen Umständen, klimatischen Faktoren u.a.
Beispiel: Beuteltiere in Australien
Endemiten = isolierte Organismen
Tier- und Pflanzengeografie zeigen Anpassungen der Organismen an ihre Lebensräume, die Isolation und die Besetzung der Planstellen -> liefern wichtige Indizien für Evolution
Verhaltensbiologie
Angeborene Verhaltensweisen lassen sich wie Gestaltsmerkmale vergleichen -> Homologien sind möglich und nachweisbar
Homologiekriterien:
Kriterium der Lage: Verhalten hat jeweils die gleiche Lage im Verhaltenszusammenhang
(„gleiche Körpersprache“, z.B Kopfangeben bei Erzeugung eines bestimmten Lauts)
Kriterium der Kontinuität: Ungleiche Verhaltensformen (Bellen vs. Heulen) lassen sich durch homologe Zwischeformen verknüpfen
Konvergenzen auch hier möglich -> Gesamtverhalten muss beachtet werden
Ritualisierung: Gebrauchshandlungen (z.B. Nahrungsaufnahme) werden zu Signalen für Artgenossen umgewandelt
Parasitologie
Entwicklungsgeschwindigkeit von Parasiten ist geringer als die ihrer Wirte -> viele Tiere weisen ähnliche/gleiche Parasiten auf
Parasiten beschleunigen die Evolutionsgeschwindigkeit
Parasit schädigt Wirt -> Wirt entwickelt Abwehr, die Parasit schädigt -> Parasit entwickelt sich -> usw usw. -> Coevolution vorhanden
Parasiten: verantwortlich für Artenvielfalt, da ständig neue Eigenschaften entwickelt werden müssen ist die Chance einer Artaufspaltung höher
Cytologie
Ausstattung der Zellen zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede -> Entwicklunsablauf liegt nahe
Gemeinsamkeiten im Zellaufbau -> gemeinsame Ursprungsform, aus denen unterschiedliche Formen entstanden
Biochemie
Varietäten = Konsequenzen aus Mutationen
Mutagene: mutationsauslösende Faktoren
Mutationen: sind ungerichtet und zufällig
Die Enzymwirkung
Enzym + Substrastmolekül = chemische Reaktion
Enzym = substratspezifisch, d.h ein Enzym passt nur an ein Substratmolekül (Schlüssel-Schloss-Prinzip)
Die Konservativität der Gene
Gene, die ein Enzym innerhalb einer Reaktionskette codieren, mutieren -> führen zum Tod, da die Kette zusammenbricht -> kein Endprodukt „möglich“
-> diese Gene sind zur Konservativität verurteilt
Mutationen am Ende einer Kette können jedoch positive „Neuentwicklungen“ bewirken
Tödliche und wirkungslose Mutationen
wenn das aktive Zentrum durch eine Genmutation beeinflusst ist -> Struktur wird verändert -> Schlüssel-Schloss-Prinzip funktioniert nicht mehr -> Enzyme verlieren ihre spezifische Wirkung -> Zusammenbruch von Reaktionsketten-> Tod (tödliche Mutationen)
Mutationen außerhalb des aktiven Zentrums -> meist ohne Konsequenz (wirkungslose Mutationen)
Aminosäurensequenzanalyse
Protein -> Reinigung -> Zusatz von Säure spaltet Protein in seine Aminosäuren auf (Kettenform) -> Ketten werden durch Enzyme Aminosäure für Aminosäure abgetrennt und einzeln identifiziert -> Abfolge bestimmbar
Die Präzipitinreaktion
Blut enthält Eiweißstoffe
Menschliches Serum -> wird einem Kaninchen gespritzt -> Kaninchen bildet Antikörper gegen die menschlichen Eiweiße -> Blutentnahme beim Kaninchen -> Isolation des Serums + gebildete Antikörper -> dieses Serum und menschliches Serum in ein Reagenzglas -> gebildete Antikörper „befallen“ menschliche Eiweiße, diese verklumpen und werden ausgefällt -> „Präzipitinrektion“
Evolutionsbiologische Bedeutung: Grad der Verwandtschaft ermittelbar
Durchführung: Kaninchenserum mit Antikörpern -> mit z.B. Schimpansenblut vermischt -> 85% werden ausgefällt, d.h diese 85% sind menschenähnliche Eiweiße, die restlichen 15% der Eiweiße sind schimpansenspezifisch und werden von den Antikörpern nicht erkannt
-> Schimpanse mit Mensch „zu 85% verwandt“
-> Grad der Ausfällung lässt Rückschlüsse auf enge oder weite Verwandschaft zu
Cytochrom-c-Stammbaum
Betrachtung eines Moleküls, das bei möglichst vielen Lebewesen vorkommt -> z.B. Cytochrom-c (Teil der Atmungskette)
-> Betrachtung der Aminosäuresequenzen -> weisen Unterschiede auf -> Unterschiede beruhen auf Veränderung der DNA, sind also Mutationen -> viele Unterschiede = viele Mutationen seit der Trennung der Lebewesen -> große verwandtschaftliche Distanz
Die synthetische Theorie der Evolution
sie umfasst die Erkenntnisse aller biologischen Teilwissenschaften zusammen
Während Evolution wird der Genpool (Gesamtheit aller Gene einer Population) verändert
Genpool wird verändert durch:
Mutationen
Migration (Individuen wandern von einer Population in eine andere Population)
Isolation
Gendrift (Zufällige Veränderung einzelner Genhäufigkeiten in sehr kleinen Populationen)
natürlicher Gentransfer (Erwerb neuer Genfolgen von anderen Lebewesen)
Rekombination
Resistenz ist keine erworbene Eigenschaft, die vererbt wird sondern ist die Folge einer zufälligen Mutation
Mutationsrate: Chance, dass ein einzelnes Gen mutiert
Evolutionsökologie
Selektion setzt am Phänotyp an, genotypische Unterschiede werden nicht berücksichtigt
Selektionsdruck: Der Druck, den Umweltfaktoren ausüben, wodurch weniger taugliche Individuen selektiert werden
Mutationsdruck: Der von den Mutationen in einer Population, dem Selektionsdruck entgegenwirkende Druck
Selektionsfaktor = Umweltfaktor, der als Auslesefaktor wirkt (z.B. Temperatur)
Selektion bewirkt, dass „tauglichere“ Organismen mehr Nachkommen haben als die, die ihrer Umwelt nicht genügend angepasst sind -> sterben, bevor sie Nachkommen in die Welt setzen können
Wirksamer Selektionsdruck bewirkt raschen evolutiven Wandel (Anpassung)
Rolle: Funktion eines Organismus im Lebensraum, z.B. Filtrierer = Rolle der Miesmuschel
Habitat: Eigenschaften des Biotops -> z.B Salzgehalt des Meeres
Nische: Bedingungen, die die Verteilung (Einnischung) eines Organismus beschränkt
Coevolution = Wechselseitige Anpassung während der Stammesentwicklung (durch gegenseitige Selektion -> gekoppelte Evolution)
Künstliche Selektion: z.B. Züchtung (zielgerichtet, auf Nutzen aus)
Domestikation: Gewinnung und gezielte Weiterzüchtung eines Wildtyps durch den Menschen, der davon einen Nutzen hat (z.B. Haustier, Nutztier)
Domestikationsmerkmale: Domestizitierte Tiere unterscheiden sich von ihren Stammformen
auffälligste Domestikationsfolge -> Artenvielfalt
Vorgang der Züchtung: Entnahme einzelner Individuen einer Population mit erwünschten Merkmalen -> sexuelle Isolation -> natürliche Auslese wird durch künstliche Zuchtwahl ersetzt, Auslese und Weiterkreuzung führen zu neuen Rassen, die in der Natur unter „normalen Bedingungen“ nicht bestehen könnten
Züchtung beschleunigt genetische Veränderung -> Artrahmen wird erheblich erweitert
Isolation
Panmixie: Jedes Individuum einer Population kann sich mit jedem vorhandenen Partner dieser Population paaren -> Durchmischung des Erbguts (wenn auch langfristig)
Isolationsfaktoren: beeinträchtigen Panmixie
Geografische Isolation: Geografische Faktoren beeinträchtigen/verhindern Durchmischung des Erbguts z.B. Beuteltiere/Darwinfinken
Ethologische Isolation: Verhaltensunterschiede bewirken, dass mögliche Kreuzungspartner nicht kommunizieren können und deswegen ihr Erbgut nicht austauschen
Jahreszeitliche Isolation: unterschiedliche Balzphasen -> temporäre Differenzen
Ökologische Isolation: Lebewesen erschließen sich durch neue Merkmale neue Lebensräume, in denen sie sich ohne Konkurrenzdruck vermehren können
Adaptive Radiation: durch Anpassung entstehen unterschiedliche Entwicklungslinien aus einer „Stammform“ -> Aufspaltung geschieht langsam
Rasse: Individuen zweier Rassen können sich paaren, ihre Nachkommen sind fruchtbar
Art: Individuen zweier Arten können sich nicht paaren, ihre (gezüchteten) Nachkommen sind steril
Due Entwicklung des Menschen
Die Stellung des Menschen im System
Mensch -> Ordnung der Primaten
Merkmale des Menschen: Augen zum binokularen Sehen, Greifhände, aufrechter Gang (balanciert Kopf auf Wirbelsäule, mittiges Hinterhauptsloch, Wirbelsäule besitzt Doppel-S-Form), innengewinkelte Knie, Menschenschädel fällt von Stirn senkrecht ab, keine Überaugenwülste, extrem große Hirnschale, keine Diastema (Zahnlücken), Allesfressergebiss, Parabelform des Gebisses
Ähnlichkeiten können Verwandtschaft aufzeigen, Obacht bei Konvergenzen!
Gattung Australopithecus: weniger Ähnlichkeit mit heutigen Menschen
Gattung Homo : mehr Ähnlichkeit mit heutigen Menschen
Merkmale der Gattung Homo: Werkzeugherstellung, Fleischkost (Aas), Erweiterung des Gehirns und der Leistungsfähigkeit, aufrechter Gang -> Verkleinerung der Geburtsöffnung -> kleinere Jungen -> Nesthocker -> Familienzusammenschlüsse, leistungsfähige Sprache } alle Faktoren wirken coevolutiv, d.h sich unterstützend
Der Ablauf der Entwicklung zum Menschen
1. Aegyptopithecus – 33 Millionen Jahre alt
2. Australopithecus afarensis
3. Australopithecus africanus
4. Homo Habilis -> Reste von Werkzeugen „der geschickte Mensch“
5. Homo erectus
6. Homo neanderthalensis
7. Homo sapiens
8. Homo sapiens sapiens („Wir“)
kulturelle Evolution: Der Mensch lernt und lehrt im ständigen Miteinander, es muss nicht alles „von 0 aus“ erlernt werden
Kulturgut: Sprachlich gesammelter Erfahrungsschatz einer Menschenpopulation
Parallel zur biologischen Evolution verläuft kulturelle Evolution, die alles betrifft, was der Mensch seit seiner Entstehung in die Welt gebracht hat
Mem: kulturelles Gegenstück zu Gen, kleinste Einheit der kulturellen Evolution, Mem = Idee, die verworfen , modifiziert, verarbeitet oder weitergereicht wird, vgl. Selektion bei Genen
Die Nervenzelle
Neuron = Nervenzelle
Soma = Körperzelle abzüglich Fortsätze, Kern und Organellen
Axon/Neurit = Fortsatz der Nervenzelle
Dendrit = verkürzter Fortsatz des Somas
Synapsenendknöpfchen = Ende des Axons/Neurits, liegt an Oberfläche anderer Nervenzellen
Synaspse = Verbindungsstelle zwischen Nervenzellen
Markscheide: Lipid-/Eiweißhülle, die das Axon umgibt
Ranvierscher Schnürring: unterbricht die Markscheide in Milimeterabständen
Schwannsche Zelle: bildet die Markscheide; wichelt sich ums Axon
Myelin: bildet die Markscheide
Membranpotential: Kleine Spannung an einer Membran, die durch unterschiedliche Konzentrationen von Anionen und Kationen entsteht
Ruhepotential:
Innerhalb der ruhenden Zelle -> hohe Konzentration an K+ und organischen Anionen
Außerhalb der ruhenden Zelle -> NA+ und CL- in hoher Konzentration
In Zellmembran ruhender Nervenzellen: vorwiegend Kaliumkanäle geöffnet -> Kaliumkonzentrationsgefälle -> K+ strömt von innen nach außen
-> Zellinneres wird negativ -> K+ lagert sich an der Außenmembran an -> an der Innenseite der Membran lagern sich die negativen Anionen an
Ein elektrisches Feld ist entstanden -> Spannung dieses Feldes = Ruhepotential (-60 bis -90 mV)
Starke negative innere Spannung hält ab bestimmten Wert K+-Ionen zurück; Wert bleibt konstant
Aktionspotential: Kurzzeitige Umpolung der Spannung; wird durch Reiz ausgelöst
1. Reiz trifft ein -> kleiner Anstieg der Spannungskurve
Natriumporen werden geöffnet -> Natriumionen strömen ins Innere, bauen Natriummembranpotential auf (+30mV)
2. Zeitversetzte Öffnung der Membran für Kaliumionen -> strömen aus -> kompensieren teilweise Natriummembranpotential
3. Ausstrom von Kalium -> AP
Einstrom von Natrium -> AP
Positive Ladung innen überwiegt da Natriumpotential > Kaliumpotential
Refraktärphase: nach dem Natriumioneneinstrom -> Kaliumionen strömen verstärkt nach außen -> Kompensation des Natriumeinstroms -> Spannungsänderung an der Membran, schießt leicht über RP hinaus (Hyperpolarisation)
-> Phase vom Beginn der Bildung des AP bis zur Wiederherstellung des RP
AP können vom Soma ausgehend nur in eine Richtung über den Neuriten wandern
Ionenpumpe hält RP aufrecht
Ionenpumpe = aktiver Transportmechanismus
Carrier (Trägermolekül) transportiert NA+ – Ionen nach außen und K+- Ionen nach innen
3 NA nach außen : 2 K nach innen -> gekoppelte Natriumkaliumpumpe, da Ionen gegen das Konzentrationsgefälles transportiert ist Energie nötig
Ionenpumpe arbeitet dauernd, da Membranen nicht völlig undurchlässig sind und ständig Natrium nach innen diffundiert
Leitung des Aktionspotentials
Natriumporen des Membranteils, der direkt neben dem erregten liegt, werden wegen der Spannungsänderung (AP) geöffnet -> Entstehung eines neuen AP direkt neben dem alten AP
bei Überschreitung einer bestimmten Schwellenwertspannung -> volles AP wird ausgelöst
saltatorische Erregungsleitung: AP „springt“ von Schnürring zu Schnürring
Stromfluss = Spannungsausgleich
Energieersparnis weil Ionenpumpe nur an Schnürringen arbeiten muss
Nur in eine Richtung möglich, der linke Schnürring ist immer in der Refraktärphase und deswegen nicht erregbar
saltatorische Erregungsleitung nur an markhaltigen Neuriten (Wirbeltiere, höhere Insekten)
Bau der Synapse
Synapse = Komplex aus Synapsenendknöpfchen und der darunter liegenden Membran einer anderen Nervenzelle oder eines Dendriten
synaptischer Spalt: trennt Synapsenendknöpfchen und Membran voneinander, kein Berührungspunkt -> Synapsenverbindung nicht fest, kann gelöst und neu verknüpft werden
Vesikel: Speicher der Transmittersubstanzen
Transmittersubstanzen: Überträgerstoffe, sorgen für Transport der Informationen zur nächsten Nervenzelle
Funktion der Synapse
AP kommt an -> Vesikel verschmelzen mit Zellmembran -> Transmittermoleküle werden entlassen und diffundieren durch den synaptischen Spalt -> reagieren mit Rezeptor (Eiweiß, welches die Natriumpore verschließt) -> Struktur des Rezeptors verändert, Pore geöffnet -> NA+Ionen strömen in Zelle ein -> bauen neues AP auf -> Transmittermoleküle werden von Enzymen zerstört, Spaltstücke zurück in Vesikel für erneute Herstellung -> Rezeptormolekül nimmt alte Form wieder an (Pore schließt sich wieder)
erregende Synapsen: rufen auf Empfängerzelle ein AP hervor
hemmenden Synapsen: spezielle Transmitter -> Chlorid-Poren werden geöffnet -> CL- Ionen fließen ein -> negative Ladung wird größer -> RP wird vertieft -> Wirkung anderer AP wird aufgehoben
Codierung von Information
Kanalspezifität: Jede Sinnesorgan hat eigene Nervenbahnen
Je stärker ein Reiz, desto schneller folgen die AP aufeinander -> unverfälschte Informationen möglich = Frequenzmodulation
Informationsverarbeitung
Weiterleitung von AP
Potential auf dem Soma klingt langsamer ab als auf dem Neuriten (Voraussetzung)
Je schneller die AP aufeinanderfolgen, desto höher wird die Spannung auf der Empfängerzelle
Wirkung einer hemmenden Synapse
Hemmender Transmitter der Synapse setzt die Spannung auf der Empfängerzelle herunter
wenn unter RP „gedrückt“, dann findet kein AP mehr statt
Zwei erregende und eine hemmende Synapse
Angepeilt: AP-AP-AP (1. Synapse)
AP-AP (2. Synapse)
-> AP AP AP AP AP
Jedoch: Hemmende Synapse in Mitte gefeuert -> ein AP wird gelöscht
Ergebnis: Drei einlaufende Informationen wurden zu einer neuen, d.h sie wurden verarbeitet
-> AP AP – AP AP
Merke: Mehrere Informationen mehrerer Synapsen addieren und subtrahieren sich, je nach Art der Synapse -> neue Informationen können entstehen.
Motorische Endplatte
motorische Neuronen: Nervenzelle, deren Neuriten zum Muskel laufen
motorische Einheit: motorisches Neuron + versorgte Muskelfaser
Je kleiner die motorische Einheit, desto genauer lässt sich Muskel koordinieren (Auge genauer als Oberschenkel)
Je mehr Einheiten gleichzeitig aktiviert werden, desto mehr Kraft kann der Muskel aufwenden.
Motorische Endplatte: Ort der Informationsübertragung von der Nervenzelle zur Muskelfaser
besteht aus einem großen Synapsenendknöpfchen, welches an der Oberfläche der Muskelfaser liegt
Vorgang: AP kommt an Synapse an -> Abgabe des Transmitters Acetylcholin in den synaptischen Spalt -> Membran durch Acetylcholin durchlässig für NA und K-Ionen -> Bildung eines Endplattenpotentials an der Muskelfaser, sofortige Ausbreitung über ganze Faser -> Freisetzung von Calcium-Ionen im Innern der Faser -> Einleitung der chemischen Reaktion für Kontraktion des Muskels -> Cholinesterase zerstört Acetylcholin
geile zusammenfassung jetzt kann die abi prüfung kommen und die kommt bald *bibbah* ^^
danke uwe!!!
Genregulation bei Eukaryonten
Transkriptionsfaktoren regulieren die Bindung der RNA-Polymerase an Promotoren.
Die allgemeinen Transkriptionsfaktoren sind für die Ablesung aller Gene notwendig: Der Faktor IID bindet an die TATA-Box von Polymerase II-Genen und ermöglicht damit die Bindung weiterer Faktoren in einem großen Protein-Komplex. Dieser Transkriptionsfaktor-Komplex ist nötig, aber nicht ausreichend, für effiziente Erkennung des Promoters durch die RNA-Polymerase. Es braucht noch spezifische Transkriptionsfaktoren, welche eine DNA-Bindungsstelle haben, mit welcher sie die UAS (upstream activating sequences) erkennen, und eine Sequenz, mit welcher sie die allgemeinen Faktoren binden. Es ist dann dieser Superkomplex aus allgemeinen und spezifischen Faktoren, welcher die RNA-Polymerase bindet und damit die Transkription des Gens ermöglicht:
Unter den spezifischen Faktoren gibt es neben den stimulierenden auch inhibierenden Faktoren. Es ist dann für jedes Gen die Kombination der stimulierenden und inhibierenden Faktoren, welche den Grad der Ablesung bestimmen
Da die Anwesenheit und die Aktivität der spezifischen Transkriptionsfaktoren durch die Zelle verändert werden kann, ergibt sich für jedes Gen die Möglichkeit der vielfältigen Regulation. Diese Regulation kann zudem durch andere Zellen im Organismus beeinflusst werden. So können z.B. Wachstumsfaktoren oder Hormone an Rezeptoren der Zelle binden und über eine Kaskade von Proteinen die Aktivität von Transkriptionsfaktoren beeinflussen. Sehr oft liegen spezifische Transkriptionsfaktoren in inaktiver Form im Zytoplasma der Zelle und die Aktivierung führt zum Transport des Faktors in den Zellkern
Krebs = autonomes, ungesteuertes und invasives Wachstum von Körperzellen
-Benigne Tumore (=gutartig, z.B. Warzen)
-Maligne Tumore (=bösartig)
- Wachstum außer Kontrolle geraten
- Primärtumor
- maligne Tumor dringen in umliegendes Gewebe ein schädigen dieses
- Sekundärtumore: Metastasierung tödlich
- eine genetische Krankheit (hervorgerufen durch Genmutationen)
- klonale Krebsentstehung
- Mutation der Onkogene und der Tumor-Suppressor-Gene
Proto-Onkogene
Stimulierende Wachstumsfaktoren setzen sich an den Rezeptor, das, in dem Beispiel, ras-Protein wird intakt.
Die Signale werden von den Molekülen weitergegeben und am Ende dieser Kette setzt sich der Transkriptionsfaktor an eine bestimmte Stelle der DNA. Die Proteinbiosynthese läuft ab und es werden Proteine gebildet, welche die Zellteilung fördern.
Bei einer Mutation des Proto-Onkogens kann passieren, dass es keinem äußeren Signal bedarf, um dieses Protein zu synthetisieren. Das Mutein erzeugt von sich aus Signale, welche die Proteinbiosynthese veranlassen. Es findet eine ungesteuerte Zellteilung statt.
Tumor-Suppressor-Gen
Hier sind es wachstumshemmende Faktoren, die sich an den Rezeptor lagern. Die Signale werden von einer Signalkette zum Transkriptionsfaktor weitergegeben, welcher die Proteinbiosynthese veranlasst. Es werden Proteine gebildet, welche die Zellteilung hemmen.
Wenn durch eine Mutation der Transkriptionsfaktor p53 keine Gene mehr aktivieren kann, findet keine Proteinbiosynthese statt und die Zellteilung wird nicht mehr gehemmt.
Vokalbelliste zum Thema Ökologie
Begriff
Erklärung
abiotische Faktoren
Temperatur, Bodenbeschaffenheit, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Wasser, Licht, Gase, pH-Wert, Wind, Schnee…
(=umfassen Einwirkungen der unbelebten Natur und bestimmen den Biotop)
biotische Faktoren
Räuber-Beute-Beziehung, Fress-und Fortpflanzungsgemeinschaften, Konkurrenz…
(Beziehungen/ Einflüsse der Arten zueinander/aufeinander)
stenök
Enger Tolleranzbereich = stenopotent
euriök
weiter Tolleranzbereich = eurypotent
der Biotop
Lebensraum
Biozönose
Lebensgemeinschaft(= Lebeswesen in einem Biotop)
Ökosystem
Biotop+Biozönose ( Zusammenspiel von biotischen und abiotischen Faktoren)
Biosphäre
belebter Raum der Erde (Gesamtheit der Ökosysteme)
Praeferendum
Vorzugsbereich
Optimum
günstigeste Lebensbedingungen
Minimum und Maximum
begrenzen den Tolleranzbereich
ökologische Potenz
Reaktionsfähigkeit ist auf einen Umweltfaktor genetisch festgelegt (wenn sich der Umweltfaktor verändert, wie sehr man sich anpassen kann)
allgemeines Temperaturminimum
0°C, da Wasser dort gefriert
allgemeines Temperaturmaximum
50°C, da Proteine dort beginnen zu denaturieren
wechselwarme Tiere
Körpertemperatur der Tiere passt sich der Außentemperatur an (z.B. bei Schlangen und Echsen),
Pflanzen sind ebenfalls wechselwarm
gleichwarme Tiere
Körpertemperatur der Tiere ist immer gleich (Menschen, Säugetiere etc.)
RGT-Regel
innerhalb des Tolleranzbereiches beobachtet man:
bei einer Temperaturerhöhung von 10°C beschleunigen die Lebensprozesse auf das zwe-dreifache
Bergmannsche Regel
in kalten Gebieten sind die Tiere einer Art größer als die, der selben Art, in warmen Gebieten.
Grund: Das Volumen ist im Verhältnis zur Oberfläche größerweniger Wärmeverlust
Allensche Regel
Körperanhänge der Tiere einer Art haben in kalten Gebieten kleinere Ausmaße als die, der selben Art, in wärmeren Gebieten
Grund: kleinere Oberfläche weniger Wärmeverlust
thermoregulatorische Verhaltensweisen
z.B. Sonnenbad der Fliege
Wechselwarme Tiere wärmen sich in warmer Umgebung auf
homoiohydre Pflanzen/Lebewesen
eigenfeuchte Lebewesen
poikilohydre Pflanzen /Lebewesen
wechselfeuchte Lebewesen / (Pflanzen haben gleichen H2O-Gehalt wie die Umgebung, können sehr trocken werden, sterben aber nicht ab
Osmoregulation
Osmoregulation ist die hormonell gesteuerte Kontrolle des Wasser- und Salzhaushaltes im jeweiligen Organismus.
Verdunstungsschutz
Harnbildung, Wachsüberzug des Chitinpanzers, Schleimbedeckung, Gehäusebildung bei Trockenlufttieren
poikiloosmotisch
osmotischer Wert innen stimmt mit dem des Wassers überein (wirbellose Meerestiere)
homioosmotisch
osmotischer Wert innen stimmt nicht mit dem des Wassers überein und ist konstant (Meeresfische)
Hydrophyten
Wasserpflanzenkeine oder wenige Spaltöffnungen, ganzer Körper nimmt H2O auf
Hygrophyten
Feuchtpflanzengroße Blätter, dünne Cuticula, viele Spaltöffnungen, leichte Wasserabgabe
Xerophyten
Trockenpflanzekleine Blätter, dicke Cuticula, versenkte Spaltöffnungen, im Gewebe wird H2O gespeichert
Tropophyten
wandlungsfähige Pflanzezw. Feucht- und Trockenpflanze, Jahreszeitenanpassung
Fotosynthese
6H2O+ 6CO2 6O2+ C6H12O6
Synthese von Sauerstoff unter Lichteinwirkung
Zeigerpflanzen
Pflanzen, die von einem abiotischen Faktor sehr abhängig sind und so nur in entsprechend charakteristischer Umgebung wachsen
autökologisches Optimum
Vorzugsbereich einer Art
synökologisches Optimum
Vorzugsbereich unter Konkurrenzbedingungen
intraspezifische Konkurrenz
innerartliche Konkurrenz um biotische und abiotische Faktoren
individualisierte Verbände
Individuen in einer Gruppe kennen sich untereinander
anonyme Tierverbände
Schlafgemeinschaften oder Wandergemeinschaften von Zugvögeln (Gruppe bleibt nicht permanent zusammen)
interspezifische Konkurrenz
außerartliche Konkurrenz um biotische und abiotische Faktoren
Konkurrenzausschluss
ein Konkurrent wird „ausgehungert“ bzw. vernichtet
Konkurrenzvermeidung
Arrangement zw. den Arten (verteilen sich auf andere Beute/Fangmethoden)
Räuber-Beute-Beziehung
Beute kann sich verstecken oder wird ausgerottetTod des Räubers
Allelopathie
Konkurrenz zwischen Pflanzen (Pflanzen scheiden Stoffe aus, die den umgebenen Pflanzen schaden)
Tarntracht
Tiere sind im äußeren Erscheinungsbild unter ihrer natürlichen Umgebung angepasst (Feldhase)
Nachahmungstracht (Mimese)
Vortäuschen von Gegenständen der Umgebung
Schrecktracht
Auffällige, furchterweckende Zeichnungen (Schmetterling- Augen)
Warntracht
auffällige Farben signalisieren giftige oder sich wehrende Tiere (Feuersalamander)
Scheinwarntracht (Mimikry)
Täuschung einer Warntracht (Wespe-Schwebfliege)
aggressiver Mimikry
Räuber ahmen nach zur Täuschung der Beute
Parasit
ein Organismus, der sich von anderen Lebewesen ernährt, ohne sie zu töten
Wirtsorganismus
von ihm wird sich ernährt
Ektoparasiten
außen lebende Parasiten (Flöhe, Zecken)
Endoparasiten
innen lebende Parasiten (Bandwürmer)
temporär
zeit weilig
permanent
lebensständig
Kommensalismus
Tischgemeinschaft (Hyänen und Löwen)
Symbiose
verschiedene Arten leben mit beidseitigem Vorteil
Omnivoren
Allesfresser
Zoophagen
Fleischfresser
Phytophagen
Pflanzenfresser
Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip
Je ähnlicher die Umweltansprüche zweier Konkurrenten, umso geringer ist die Möglichkeit, dass beide dauerhaft im gleichen Biotop nebeneinander existierendie konkurrenzstärkere Art wird die andere verdrängen.
Karposen
einseitiges Nutznießertum
Population
alle Artgenossen eines Lebensraumes bilden eine Fortpflanzungsgemeinschaft(dynamische Systeme)
exponentielles Wachstum
wächst um einen gleich bleibenden Prozentsatz, wächst konstant
r-Selektion
Population einer Art, kann von Generation zu Generation stark schwanken, durch die hohe Vermehrungszahl (Frosch)
k-Selektion
Population einer Art bleibt konstant, wenige Nachkommenbetreut
Umweltbedingungen gut angepasst
1. Volterra-Gesetz
Die Individuenzahl von Räuber und Beute schwanken auf bei sonst konstanten Bedingungen periodisch.
2. Volterra-Gesetz
Vermehrung der BeuteVermehrung des RäubersAbnahme der BeuteAbnahme des RäubersVermehrung der Beute…
3. Volterra-Gesetz
Wird die Anzahl der Individuen beider Populationen durch chem. Bekämpfung reduziert, erholt sich die Beutepopulation meist schneller, die jedoch neue Schäden verursacht.
ökologische Planstellen
… sind Existenzangebote eines Ökosystems, die sich aus vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der abiotischen und biotischen Faktoren ergeben.
ökologische Nische
beschreibt das System von Wechselbeziehungen zwischen Organismus und Umwelt
Primärproduktion
=Photosynthese
Respiration
=Atmung
Produzenten
=Pflanzen
Primärkonsumenten
=Pflanzenfresser
Konsumenten höherer Ordnung
=Fleisch- und Allesfresser
Endkonsumenten
=letzter in der Nahrungskette (meist Bakterien/Destruenten)
Herbivore
Pflanzenfresser (=Phytophagen)
Carnivore
Fleischfresser (=Zoophagen)
Populationen
Logisches Wachstum: schwächt mit Annäherung an die Kapazitätsgrenze ab
Biomasse:
Bsp.: Luchs, Rothirsch, Rädertierchen
Lotka-Volterra-Regel
Erste Lotka-Volterra-Regel (Periodische Populationsschwankung): Die Populationsgrößen von Räuber und Beute schwanken periodisch. Dabei folgen die Schwankungen der Räuberpopulation phasenverzögert denen der Beutepopulation.
Zweite Lotka-Volterra-Regel (Konstanz der Mittelwerte): Trotz periodischer Schwankungen ist die durchschnittliche Größe (Mittelwert) der Räuber- bzw. Beutepopulation konstant.
Dritte Lotka-Volterra-Regel (Schnelleres Wachstum der Beutepopulation): Werden Räuber- und Beutepopulation gleichermaßen für einen begrenzten Zeitraum dezimiert, so erholt sich die Beutepopulation stets schneller als die Räuberpopulation.
Strategien des Populationswachstums:
K-Strategen: (z.B. große Säugetiere)
- bewohnen stabile Lebensräume wie Wälder, große Seen
- an Umweltbedingungen gut angepasst
- Populationsgröße konstant, erreicht etwa Kapazitätsgrenze des Lebensraumes
- wenig Nachkommen, Betreuung derer bis zur Geschlechtsreife
R-Strategen: (z.B. Grasfrosch, Arten in Ökosystemen mit rasch ändernden Lebensbedingungen)
- sehr viele Eier (Larven)
- Larven ohne Betreuung
- großer Teil stirbt schon vor erreichen des Fortpflanzungsalters
- R-Strategen kurze Lebensdauer
Bei Neubesiedlung eines Lebensraumes:
- zunächst überwiegen R-Strategen
- nachher setzen sich K-Strategen mehr und mehr durch
Biomasseproduktion/Energiefluss/Trophieebenen
Weil der Energiefluss ein gerichteter (vektorieller) Prozess ist und weil beim Übergang von einer trophischen Ebene (Stufe) zur nächsthöheren bestenfalls 10 Prozent der Biomasse verwertet werden kann, nimmt die Biomasse von Trophieebene zu Trophieebene drastisch ab. In der Natur kann es daher selten mehr als vier, höchstens fünf Trophieebenen geben. Die Biomasse aller Carnivoren zusammengenommen, ist stets geringer als die der Herbivoren, und die wiederum ist geringer als die der Pflanzen. Wir erhalten dadurch eine Nahrungspyramide, deren Gestalt von der Produktivität und Artzusammensetzung des jeweiligen Ökosystems abhängt. Die lineare Abfolge der einzelnen Glieder (Produzenten, Konsumenten 1. Ordnung …) nennt man Nahrungskette, doch weil die Verhältnisse in natürlichen Ökosystemen meist komplexer sind, ist es besser, von einem Nahrungsnetz zu sprechen. Nahrungspyramiden beziehen sich in der Regel auf Angaben der Biomasse, nicht so sehr auf Arten- und Individuenzahlen.
Flüsse:
Quellregion (Krenal):
Quellwasser im allgemeinen sauerstoff- und nährstoffarm, ganzjährig fast konstante Temperatur im Winter eisfrei
Bachregion (Rhitral):
„Obere Forellenregion“, „Untere Forellenregion“ und „Äschenregion“
Bachabwärts Anreicherung mit Sauerstoff durch Strömung und Verwirbelung
Temperaturen werden variabler, Nährstoffe langsam ins Wasser eingetragen
Flussregion (Potamal):
Übergang fließend und nicht eindeutig bestimmbar, Parameter zur Einstufung als Fluss:
Breite >5m, hohe Wasserführung (>m3/s), tiefes Wasser (>150cm), starke Schwankungen der Wassertemperatur (Jahresamplitude > 20°C)
„Barbenregion“, „Brachsenregion“ und „Kaulbarsch-Flunder-Region“
Zoobenthos = Tiere, die das Benthal besiedeln
Feuersalamander: einzige Amphibie
mäandern = kurvig werden
wenn sie nicht können tiefer höhere vFluss
natürliche Selbstreinigung
bei Abwassereinlauf sinkt Sauerstoffgehalt und steigt BSB5
Der Biochemische Sauerstoffbedarf (BSB, auch Biologischer Sauerstoffbedarf) gibt die Menge an Sauerstoff an, die zum biotischen Abbau im Wasser vorhandener organischer Stoffe unter bestimmten Bedingungen und innerhalb einer bestimmten Zeit benötigt wird.
Nitrat sinkt erst, weil anaerobe Bakterien den Sauerstoff davon nutzen
Fluss reinigt sich selber
Abwasserreinigung:
Mechanische, biologische und chemische Reinigung
Biologische Bekämpfung
- Hormonfallen (Pheromone)
- Schädlinge
3-feldrige-Fruchtfolge vs. 2-feldrige-Fruchtfolge
Chemische Schädlingsbekämpfung
DDT-Einsatz
Flöhe = pestübertragend
DDT (vernichtet) Küchenschaben Geckos Katzen
Weniger Katzen mehr Ratten mehr Flöhe
Modifikation
umweltbedingte Beeinflussung des Phänotyps
vererbt wird nur die Reaktionsnorm / Bereich der Merkmalsausprägung
Fähigkeit wird als Modifikabilität bezeichnet
Modifikanten
fließende und umschlagende Modifikation
Mutation
Veränderung des Erbguts / genetische Information
werden vererbt
Phänotyp außerhalb der Reaktionsnorm
somatische und generative Mutation
Genmutation (Punktmutation)
Chromosomenmutation
Genommutation (Ploidie)
Genommutation/Ploidie: (Alle Gene zusammen bilden das Genom, die Gesamtheit aller Gene eines Lebewesens)
- Veränderung der Gesamtzahl von Chromosomen im Zellkern nicht erblich bedingt
- Fehler beim Zellteilungsprozess während der Meiose oder Mitose Non-disjunction
- sowohl bei Gonosomen(Geschlechtschromosomen) als auch bei Autosomen (dort gravierender)
Monoploidie: einfacher Chromosomensatz; selten z. B. bei männlichen Wespen
Diploidie: normaler zweifacher Chromosomensatz
Polyploidie: vervielfachter Chromosomensatz
Nullisomie: homologes Chromosomenpaar fehlt
Monosomie: ein Chromosom fehlt
Trisomie: ein homologes Chromosom ist zu viel
- Deletion: Chromosomenstücke gehen verloren (letal oder Mutant)
- Duplikation: Chromosomenabschnitt verdoppelt
- Inversion: Drehung eines Chromosomenabschnittes um 180°
- Insertion: Chromosom besitzt intern ein zusätzliches Teilstück
- Translokation: Verlagerung von Chromosomenabschnitt auf nichthomologes Chromosom
balancierte Translokation: Gendosis bleibt erhalten, wegen Introns häufig keine Probleme
Genmutation:
- chemische Veränderung der Erbsubstanz ohne sichtbare Strukturveränderung
Stumme Mutation: Austausch bei 3. Base, gleiche Aminosäure wird gebildet
Missense-Mutation: Austausch der 1. oder 2. Base Einbau einer anderen Aminosäure
Nonsense-Mutation: Triplett stellt nach Mutation ein „Stopp“-Codon dar Translation endet verfrüht
Insertion („Einschub“ einer neuen Base)
Deletion („wegnehmen“ einer Base)
Leseraster verschiebt sich, da Gen kommafrei
Rastermutationen führen meist zu Proteinen mit veränderter Aktivität
Stammbaumanalyse und Erbgänge in der humangenetischen Beratung
Mendelsche Gesetze:
1. Uniformitätsregel:
- Beim dominant-rezessiven Erbgang haben alle Mitglieder der F1-Generation die gleiche
Ausprägung wie einer der Eltern.
- Beim intermediären Erbgang haben alle Mitglieder der F1-Generation eine Mischform der
elterlichen Merkmale.
2. Spaltungsregel: bei heterozygoten Eltern (meistens Kreuzung der F1 Generation)
- bei dominant-rezessiver Vererbung: Phänotypisches Verhältnis 3:1, Genotypisches
Verhältnis 1:2:1
- bei intermediärer Vererbung: Phänotypisch wie genotypisches Verhältnis 1:2:1
3: Unabhängigkeitsregel/Neukombinationsregel
- Vererbungsverhalten von zwei Merkmalen bei der Kreuzung reinerbiger Individuen und deren Nachkommen.
- ab F2-Generation können neue, reinerbige Kombinationen auftreten
Polygenie: Beteiligung mehrere Gene für Ausprägung eines Merkmals
Genkopplung: Allele, die auf einem Chromatid liegen und somit nicht getrennt vererbt
werden können, außer, wenn ein Kopplungsbruch vorliegt
Kopplungsburch = Crossing-Over, Bruch und somit Austausch von Chromatidstücken bei homologen Chromosomenpaaren
Erbgänge
Autosomal (=Körperchromosomen, Autosomen)
- dominant (Aa, AA)
- rezessiv (aa)
- (kodominant)
Gonosomal (=Geschlechtschromosomen, Gonosomen)
- X-chromosomal rezessiv (xaxa. xay)
- X-chromosomal dominant (xAxa, xAxA, xAy)
- Y-chromosomal dominant
Schema zur Interpretation von Stammbäumen
Rezessiver Erbgang
Autosomal das Merkmal tritt bei m und w gleichermaßen auf
Gonosomal Merkmal tritt überwiegend bei m auf gesunde m haben NIE kranke Töchter
Dominanter Erbgang
Autosomal vermutlich beide Geschlechter gleichermaßen
Gonosomal kranke Väter haben NIE kranke Söhne (wenn Mutter gesund) aber IMMER
kranke Töchter
Genetische und entwicklungsbiologische Grundlagen von Lebensprozessen
Molekulare Grundlagen der Vererbung und Entwicklungssteuerung
DNA – Desoxyribonuclein Acid
Thymin, Cytosin 6-Ring mit 2 N-Atomen (Pyrimidbasen)
Adenin, Guanin Doppelringsystem und 4 N-Atome (Purinbasen)
A-T G-C
Bau der DNA
2 Stränge (komplimentär)
antiparallel (5’ 3’)
Nucleitid: Phosphat + Base + Zucker
im Zellkern (Nucleus)
Desoxyribose: Zucker
- 5 C-Atome Pentose
- OH-Gruppe durch ein H-Atom ersetzt (desoxy = ohne Sauerstoff)
RNA:
- Ribonucleid Acid
- Zucker ist eine Ribose, hat am C2-Atom eine OH-Gruppe
- Uracil statt Thymin
Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese:
Versuch: Schimmelpilz mit UV-Licht bestrahlen.MutationenMangelmutanten.
Eine der Mangelmutanten kann kein Arginin mehr produzieren, es vermehrt sich
also nur, wenn auf dem Nährboden Arginin oder die notwendigen Vorstufen vorhanden sind. Es gibt drei Typen von Mangelmutanten:
Typ 1) vermehrt sich, wenn Arginin oder Ornithin oder Citrulin vorhanden ist.
Typ 2) vermehrt sich, wenn Arginin oder Citrulin vorhanden ist.
Typ 3) vermehrt sich nur, wenn Arginin vorhanden ist.
Synthesekette: Vorstufe Ornithin Citrulin Arginin. (Pfeile = jeweils ein Enzym)
Bei den Mangelmutanten ist jeweils eines der Enzyme, durch Mutationen, ausgefallen.
Daraus folgt: Ein Gen codiert jeweils ein Enzym.
Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese:
Beispiel: Bei der Erbkrankheit Sichelzellenanämie liegt anstatt des Hämoglobin A, das
Hämoglobin S vor.
Das Hämoglobin A besteht aus vier Polypeptidketten, wovon jeweils zwei identisch sind. (α-Kette; β-Kette) Beim Hämoglobin S ist in der β-Kette an der sechsten Stelle eine andere Aminosäure eingebaut als beim Hämoglobin A.
Enzyme sind Polypeptide, die aus mehreren Polypeptidketten bestehen können.
Daraus folgt: Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese.
Proteinbiosynthese
mRNA:
- als Botenmolekül zwischen Zellkern und Ribosom
- trägt genetischen Code aus 4 Basen (UACG)
- Triplett notwendig um 20 Aminosäuren codieren zu können (4³=64) Codon
- Degeneration: 1 Aminosäure kann durch verschiedene Tripletts codiert werden
- 3 Stopp-Codons (Signale für Kettenende bei Proteinbiosynthese)
- AUG-Startcodon, codiert gleichzeitig Methionin wird später entfernt
- genetischer Code kommalos und nicht überlappend
- universell
tRNA:
- Basentripletts, die Aminosäuren codieren, können diese nicht direkt erkennen dafür tRNA als Adaptermolekül notwendig
- tRNA enthalten 70-80 Nucleotide und verfügen über 2 besondere Strukturelemente:
1. exponierte Dreiergruppe aus Nucleotiden, die jeweils mit dem komplementärem Triplett auf der mRNA eine Verbindung eingehen kann Anticodon
2. am 3’-Ende CCA-Basenfolge, woran Aminosäure angelagert wird
Transkription:
mRNA-Synthese
- RNA-Polymerase beginnt am Promotor
- durch Basenpaarung mit codogenem DNA-Strang werden komplementäre RNA-Nucleotide gebunden und schrittweise mit der wachsenden RNA-Kette verknüpft
- RNA-Polymerase katalysiert nur von 3’ 5’
(am codogenem Strang)
Translation:
Initiation:
- Ribosomen-Untereinheit lagert an spezifischer Bindungsstelle am 5’-Ende an
- gleichzeitig wird Start-tRNA (Met-tRNA) mit entsprechendem Anticode an Startcodon der mRNA angelagert
- große Untereinheit des Ribosoms tritt hinzu Startkomplex funktionsbereit
Elongation (Kettenverlängerung):
- tRNA mit passenden Anticodon bilden Wasserstoffbrückenbindungen
- Aminosäuren bilden Peptidbindungen
- Ribosom wandert immer ein Triplett weiter und setzt so eine tRNA frei Platz für neue tRNA
- die wachsende Peptidkette geht immer auf die im Ort A befindliche tRNA rüber
- Ribosom wandert von 5’ 3’
Termination (Kettenabbruch):
- Elongation solange, bis Stopp-Codon der mRNA erreicht wird
- Synthetisiertes Protein wird freigesetzt, Ribosom zerfällt in seine Untereinheiten
- solange mRNA nicht abgebaut kann sie wieder abgelesen werden
- Polysomen: Ablesen der mRNA mit mehreren Ribosomen
Konjugation bei Bakterien
Genetischer Austauscht zwischen Bakterien
Konjugation
- Zellkontakt zwischen Bakterien über die Pili Plasmabrücke
Übertragung des genetischen Materials
- eine der paarenden Zellen muss das F-Plasmid (Fertilitätsfaktor) besitzen
F+ „männlicher“ Überträger, F- quasi „weiblicher“ Empfänger
Rekombination
- Hfr-Zellen mit F-Faktor im Bakterienchromosom
in der Hfr-Zelle wird ein Einzelstrang der DNA geöffnet Empfängerzelle übergeführt
in beiden Zellen Verdopplung der Stränge
- Kontakt zwischen Zellen vor Übertragung des gesamten Chromosoms abgebrochen nur Genomteile in Empfängerzelle
- diese tauscht Spender-DNA gegen eigene Abschnitte aus
Evolution – Zusammenfassung
Lamarck (1744 – 1829)
- aktiv gesteuert vom Individuum
- Modifikationen (Veränderungen der Organe) an Nachkommen weitergegeben, wenn sie beiden Individuen gemein sind
Darwin (1809 – 1882)
- Selektion
- viele Nachkommen zeigen Variationen
im Kampf ums Dasein unterschiedliche Chance (survival of the fittest)
je nach Umwelt unterschiedlicher Fortpflanzungserfolg
- Variabilität (Mutationen können vererbt werden)
- passiv!!!
Contra Lamarck: Modifikationen können nicht vererbt werden
Sozialdarwinismus:
- Übertragung der Theorie auf die menschliche Zivilisation
- Darwin beschreibt seine Theorie als passiven Prozess („natürliche Auslese aufgrund veränderter Umweltbedingungen“)
- Sozialdarwinismus aktiv betriebener Prozess
Synthetische Evolutionstheorie
- fasst Erkenntnisse aus allen biologischen Teilwissenschaften zusammen
- berücksichtigt Grundlegende Gesichtspunkte Darwins (Mutation, Selektion,…)
- während der Evolution wird Genpool verändert
Beispiel Bakterienkultur (Nährboden mit Penicillin)
wenige Kolonien sind nachher enthalten, Resistenz
- Widerstandsfähigkeit keine erworbene Fähigkeit sondern Mutation
- Rekombination und Vererbung
- Penicillin = Selektionsfaktor, Zellen mit Resistenzgen rausselektioniert
- weitere Genpool beeinflussende Evolutionsfaktoren:
- Migration, Isolation, Gendrift, Gentransfer
Mutationsdruck: entspricht der Mutationsrate
Selektionsdruck: z.B. hoch, wenn es viele Räuber, extreme Wetterbedingungen o.ä. gibt
Beispiel Birkenspanner:
1. Ansatz:
Raupen der Birkenspanner leben auf Birken, adulte Tiere kommen eher auf dunklen Untergrund vor, wie auch Flechten.
Durch Luftverschmutzung während der Industrialisierung weniger Flechten helle Birkenspanner fallen ihren Gegnern eher auf
Rekombination
Bei der sexuellen Fortpflanzung werden die Gene der Eltern neu gemischt, und zwar auf vier verschiedenen Ebenen.
- Crossing-Over
- Paarung der homologen Chromosomen
- Befruchtung
- Wahl des Fortpflanzungspartners
Isolation
1. Begegnung der Partner andere Verbreitung (geografische Isolation)
2. Balzen falsche Signale (ethologische Isolation)
3. Paarung Geschlechtsorgane passen nicht (mechanische Isolation)
präzygot
4. Befruchtung Gameten passen nicht (Polyploidie)
5. Entwicklung Fehlsteuerung
6. Nachkomme Sterilität, Benachteiligung
postzygot
Gendrift
Vollkommen zufällige Veränderung des Genpools, die nicht durch Selektion bewirkt wurde
Gründereffekt: Zustand des Genpool nach der Neugründung einer Population durch eine kleine, nicht repräsentative Teilpopulation (kleiner Teil der Allele)
Flaschenhalseffekt: vorübergehende sehr geringe Populationsgröße nach zufälligem Ereignis, z.B. Umweltkatastrophe
- veränderte Allelzusammensetzung
- einzelne Allele fehlen völlig
Inzucht Reinerbigkeit genetische Verarmung
Beispiel: Huttersche Brüder
Gentransfer
Bei Bakterien können Individuen untereinander Gene austauschen, die zum Beispiel Resistenz gegenüber bestimmte Antibiotika verleihen. Dieser horizontale Gentransfer findet mit Hilfe von Plasmiden statt.
Konvergenz
Gerichtete Selektion erzeugt analoge Strukturen
Wenn entfernt verwandte Organismen ähnliche Selektionsfaktoren ausgesetzt sind, so können diese ganz ähnliche Strukturen ausbilden.
Aufbau und Anordnung der inneren Organe, Art der Fortpflanzung ist sehr unterschiedlich! Nicht gemeinsame Vorfahren, sondern konvergente Entwicklung ist die Ursache der Ähnlichkeit.
Bsp.: Hai, Ichtyosaurus, Pinguin, Delfin
Co-Evolution
- gegenseitige Anpassung (Räuber-Beute, Wirt-Parasit)
- Selektionsdruck – passiv!
Beispiel Blatt:
Ergebnis:
Heliconius-Falter bevorzugen Blätter ohne Eier und Flecken, denn dort legen die die Eier am ehesten ab.
Die besetzten, bzw. befleckten Blätter werden erst nach einer gewissen Zeit genutzt, wenn nichts anderes mehr übrig bleibt (Notlösung)
Selektionsvorteil für Nachkommen mehr Nahrung
Domestikation und Zucht
- künstliche Selektion sehr hoher Selektionsdruck
Domestikationsmerkmal:
- Verkürzung des Gesichtsschädels
- Hängeohren
- veränderte Verhaltensweisen, z.B. schwächeres Aggressionsverhalten
- unterschiede in sozialen Handlungen (geringere Sorgfalt Jungen gegenüber)
- Paarungsbereitschaft mehrmals im Jahr
- Hirnmasse nimmt ab
Kontrastbetonung
- durch Selektionsfaktoren haben beide Arten z.B. unterschiedliche Schnabellängen
- wenn beide Arten parallel zueinander leben sind die Kontraste stärker ausgeprägt, sodass
sich die Arten voneinander unterscheiden können so können die Partner erkannt werden und es kommt zu keiner Vermischung zwischen den Arten
Konkurrent vermieden wird
Verhalten, Fitness und Anpassung
Fitness
Die Fitness eines Individuums drückt sich darin aus, wie atrk dieses zum Genpool der folgenden Generation beitragen kann, d.h. in der Anzahl seiner Nachkommen!
Fortpflanzungsstrategien (einschließlich Partnerwahl und Paarungssysteme)
Monogamie: Paarbindung zwischen einem Männchen und einem Weibchen über eine Fortpflanzungssaison oder bis zum Tod des Partners
Polygamie: Ein Individuum eines Geschlechts lebt mit mehr als einem Partner des anderen Geschlechts zusammen
1. Polygynie: 1 Männchen + mehrere Weibchen
2. Polyandrie: 1 Weibchen + mehrere Männchen
3. Polygynandrie: Mehrere Männchen + mehrere Weibchen
Sekundäre Geschlechtsmerkmale:
Die Männchen mit den schönsten sekundären Geschlechtsmerkmalen werden von den Weibchen bevorzugt (z.B. bei Pfauen)
Art und Artbildung
Sympatrische Artbildung:
Aufspaltung in Arten, obwohl die Individuen im selben Habitat vorkommen
Bei Pflanzen:
- durch Polyploidie bedingt
- Fehler bei Meiose diploide Keimzellen
- diploider + haploider Gamet nicht existenzfähige oder sterile Pflanzen
- diploide untereinander neue Artbildung
Bei Tieren:
- keine genauen Mechanismen bekannt
- Weibchen sucht nur Männchen mit bestimmten Merkmalen aus
- bei Veränderung der Präferenz in bestehenden Populationen
Teilpopulationen, die nur untereinander Nachkommen bildet
Evolutionshinweise und Evolutionstheorie
Rezente und paläontologische Hinweise (Homologie der Wirbeltiergliedmaßen)
Homologie
- Indiz für Verwandtschaft
- Gleichheit / Ähnlichkeit des Grundbauplans
- gemeinsame Ausgangsform bzw. Erbinformation
Funktionswechsel:
- Bau der Organe an Lebensweise angepasst Funktionswechsel
Homologiekriterien:
1) Kriterium der Lage (Oberarm Maulwurf – Mensch)
2) Kriterium der spezifischen Qualität (Bsp.: Hautschuppe Hai – Zähne Säugetier)
3) Kriterium der Verknüpfung durch Zwischenformen (Bsp.: Gehörknöchelchen)
Progressionsreihe:
- Aufreihung homologer Organe in Bezug auf Komplexität
- nicht auseinander vorgegangen
Analogie
- Organe stimmen in Funktion überein
- unterschiedlicher Grundbauplan
gemeinsame Abstammung nicht nachgewiesen
Bsp.: Beine Hund – Käfer
- Fuktionsweise gleich, jedoch Hund: knöchernes Innenskelett
Käfer: chitinhaltiges Außenskelett
Konvergenz:
- Analoge Organe können im Laufe der Evolution in Anpassung der gleichen Funktion ähnliche Form und Gestalt entwickeln
Rudimente
- Organe, welche im Laufe der Evolution ihre Funktion verloren haben und nur noch als Reste vorhanden sind
Beispiele: Mensch: Körperbehaarung, Weisheitszähne, Nickhaut, Ohrmuskeln etc.
Andere: Gehäusereste bei Nacktschnecken, Auge bei Maulwurf
Atavismen
- Wiederauftreten von Merkmalen, die seit Generationen verschwunden waren
Bsp.: zusätzlicher Fuß beim Pferd, Extremitäten bei Delfinen, „normale“ Blätter bei Kakteen
Mensch: Schwimmhäut, „Stummelschwänzchen“ (bei Neugeborenen), Lanugobehaarun
Entwicklungsphysiologische Hinweise der Evolution
- Rekapitulationstheorie (Ernst Haeckel)
Ontogenese rekapituliert die Phylogenese
Ontogenese: embryonale Entwicklung
Phylogenese: Stammesentwicklung
Kritik: - Ontogenese nicht nur Embryonal- sondern Individualentwicklung
- nicht auf Insekten und Pflanzen anwendbar
- hat Bilder verfälscht (Haeckel)
Beispiele: Larvenentwicklung bei Frosch und Scholle
Paläontologische Hinweise
Entstehung von Fossilien:
- Meeresgrund oder Seegrund
- meist nur widerstandsfähige Teile wie Zähne, Schuppen, Knochen, Gehäuse
- Abdrücke: Tiere im Schlamm eingeschlossen werden nicht von Bakterien zersetzt, da sie nicht an sie rankommen
je feinkörniger der Sand, desto genauer Abdrücke erkennbar
- im Harz eingeschlossene kleine Tiere (Mücken, Spinnen, Ameisen)
- Konservierung durch Dauerfrost
- massenhaftes Vorkommen von Fossilien durch
Überschwemmung
Dürrezeit
Altersbestimmung:
Radiokarbon-Methode
14C -Zerfall, TH = 5740 Jahre
Kohlenstoff wird nur so lange aufgenommen, wie das Tier, Baum, was auch immer, lebt (Fotosynthese, Stoffwechsel).
Im lebenden Organismus ist das Verhältnis zwischen den 3 C-Isotopen dieselbe wie es in der Atmosphäre vorkommt. Nach absterben verändert sich das Verhältnis, da 14C zerfällt, 13C und 12C jedoch stabil bleiben.
Kalium-Argon-Methode
- Zerfall des 40K-Isotops
- Argon bleibt in Steinen eingeschlossen anhand der Atomanzahl kann Alter ermittelt werden
- TH = 1,3 Mrd. Jahre
Leitfossilien:
- charakteristische Fossilien zur Unterscheidung / Einordnung von Gesteinen
Kriterien:
1. Art existierte nur kurz
2. Art kommt an verschiedenen Orten vor
3. Fossilien leicht und eindeutig bestimmbar
4. Fossilien leicht identifizierbar
Brückentiere (Connecting links)
Übergang zwischen 2 Tiergruppen oder Klassen, vereint Merkmale von beidem, d.h. sie zeigen ein Mosaik ursprünglicher und abgewandelter Merkmale. Damit belegen sie Verwandtschaftsbeziehungen zwischen heute getrennten Gruppen oder Klassen.
Beispiele:
- Schnabeltier (Reptil – Säuger)
- Archaeopteryx (Vogel – Reptil)
- Cynognathus (Reptil – Säuger)
- Tupaia / Spitzhörnchen (Insektenfresser – Primat)
- Ichthyostega (Fisch – Amphibie)
Lebende Fossilien sind rezente Tiere- oder Pflanzenarten, die sich von ihren nächsten Verwandten durch eine auffällige Häufung altertümlicher Merkmale unterscheiden, wie sie bei den Fossilien der schon lange ausgestorbenen Vorfahren dieser Lebewesen auftraten. Sie finden sich vor allem in Lebensräumen, in denen sich über viele Mio. Jahre die Lebensbedingungen kaum geändert haben. (tiefe Gewässer o.ä.)
Biochemie
Veränderung der Geninformation:
- Enzyme steuern chemische Prozesse, bei Genmutation chemische Prozesse direkt beeinflusst (Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese)
Die Enzymwirkung:
Enzym: Proteinmolekül katalysiert chemische Reaktion
Schlüssel-Schloss-Prinzip (Wirkungs- und Substratspezifisch)
aktives Zentrum bei allen Lebewesen gleich
Aminosäuresequenzanalyse:
1. Reinigung des Materials
2. Kochen der Probe mit starken Säuren über Stunden
3. chromatographische Untersuchung gucken wie viele Aminosäuren vorhanden
4. verbinden der endständigen Aminosäuren mit spezifischen Farbmolekülen
5. Enzyme oder Reagenzien trennen spezifisch die jeweils letzten Aminosäuren ab
6. abgetrennte Aminosäuren werden chromatographisch nachgewiesen
7. Kette wird Glied für Glied abgebaut
Aufstellung von Stammbäumen: durch Aufzeichnung der Unterschiede der Aminosäuren
Konservativität von Genen
Bsp.: Kohlenhydrateabbau
Verschiedene Mutationen
1. Mutation direkt am Anfang des Abbauprozesses:
a) bei wirkungslosen Mutation keine Beeinträchtigung des Prozesses und Individuums
b) bei tödlicher Mutation Beeinflussung des Prozesses letal, da Prozesse Grundlage für alle folgenden sind (Lebensnotwendig)
Gene, die Enzyme für diese Reaktionsschritte codieren sind konservativ
2. Mutation am Ende des Abbauprozesses:
a) Selektionsvorteil: Organismus kann entweder besser oder genauso gut mit der Mutation leben
b) Mutation als Nachteil Individuum stirbt
Präzipitintest
1. Blutprobe, z.B. vom Mensch, zentrifugiert Blutplasma und –zellen trennen sich
2. Blutserum mit anderer Blutprobe mischen Antikörperbildung / Gerinnung
3. Anti-Human-Serum mit Testprobe zusammen geben
je größer der Gerinnungswert, desto größer die Verwandtschaft
Präzipitintest besser als Cytochron-C, da bei letzterem nur Mutationen an einem Enrym berechnet werden, beim Präzipitintest alle Enzyme mit ins Ergebnis einfließen
Von der DNA-Probe über die Sequenz zum Stammbaum:
- DNA, bzw. Reihenfolge der Basen, wird direkt untersucht, um auf Verwandtschaftsbeziehungen zu schließen
- je enger 2 Taxa (Stämme) miteinander verbunden sind, umso weniger Basen sind ausgetauscht
- „molekulare Uhr“: Anzahl der Mutationen pro Generation
- codierende DNA: zur Feststellung von Verwandtschaft zwischen 2 verschiedenen Arten
- nicht codierende DNA (Introns): zur Feststellung von Verwandtschaft in einer Art (z.B. Vaterschaftstests)
- PCR-Verfahren – zeitaufwändig
DNA-Hybridisierung
1. DNA-Extraktion aus Zellen
2. Reinigung der DNA (Trennung von DNA und RNA-Proteinen)
3. mechanische Fragmentierung der DNA (durch Enzyme)
4. Präparation von single-copy DNA (erhitzen und somit trennen der Doppelstränge,
anschließend Introns rausschneiden)
5. Markierung von DNA mit radioaktivem Jod
6. Hybridisierung (zusammenfügen der markierten DNA mit Vergleichs-DNA)
7. Bestimmung des Komplementaritätsgrades
1°C Abweichung von mittlerer Schmelztemperatur = 1% unterschiedliche Basen
Homologiekriterien:
1) Kriterium der Lage: Organe sind homolog, wenn sie im Organismus die gleiche Lage haben (Bsp. Mensch – Maulwurf)
2) Kriterium der spezifischen Qualität: gleiche Bau- und Materialeigenschaften, Lage aber während der Stammesentwicklung verändert (Bsp. Hautschuppe des Hai – Zähne der Säuger)
3) Kriterium der Verknüpfung durch Zwischenformen: Bsp. Gehörknöchelchen
Progressionsreihe:
- Aufreihung homologer Organe in Bezug auf Komplexität
- Vertreter der Reihen sind NICHT auseinander hervorgegangen
Analogie: Organe verschiedener Lebewesen stimmen in ihrer Funktion überein, besitzen aber einen unterschiedlichen Grundbauplan gemeinsame Abstammung kann nicht nachgewiesen werden
Beispiel: Beine von Hund (knöchernes Innenskelett) und Käfer (chitinhaltiges Außenskelett)
Konvergenz: Analoge Organe können im Laufe der Evolution in Anpassung an die gleiche Funktion ähnliche Form und Gestalt entwickeln
Analog sind Strukturen, die sich nicht auf einen gemeinsamen Bauplan zurückführen lassen. Ihre ähnliche Ausprägung wird durch Konvergenz erklärt. Ein Beispiel: Flügel der Vögel und Fledermäuse (Flughaut) sind bezüglich der Tragfläche – Federn bzw. Flughaut – analog. Ebenso die Flügel von Insekten und Vögeln.
Kurz: Anderer Bauplan aber gleiche Funktion.
Homolog sind Strukturen, die sich auf einen gemeinsamen Bauplan zurückführen lassen. Ihre unterschiedliche Ausprägung wird durch Divergenz erklärt. Ein Beispiel: Die Flosse eine Delfins und das Grabbein eines Maulwurfs sind bezüglich des Armskelettes homolog, da die Reihenfolge der Knochen, also Oberarmknochen, Elle und Speiche, Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen, gleich geblieben ist.
Kurz: Gleicher Bauplan aber andere Funktion
Kartoffeln: verdickte Enden von Seitensprossen
Möhre: Speicherwurzel (Rübe)
Scharbockskraut: Knollen = Wurzel
Rudimente
Organe, die während der Evolution ihre Funktion verloren haben und nur noch als Reste vorhanden sind
Beispiele:
Mensch: Körperbehaarung, Weisheitszähne, Nickhaut, Ohrmuskeln, Steißbein, Wurmfortsatz, segmentierte Bauchmuskeln, ausgeprägte Eckzähne
Andere: Gehäusereste bei Nacktschnecken, Auge bei Maulwurf, Schulter+Becken bei Schlangen, Beckengürtel bei Walen, Reste von Ober- und Unterschenkel beim Grönlandwal, Augenzurückbildung
Atavismen
Wiederauftreten von Merkmalen, die seit Generationen verschwunden waren
Beispiele:
Mensch: Schwimmhäute, „Stummelschwänzchen“ (bei Neugeborenen), zusätzliche Brustwarze, Kiemanlage, Lanugobehaarung
Andere: zusätzlicher Fuß beim Pferd, Extremitäten bei Delfinen, „normale“ Blätter bei Kakteen
geht das auch kürzer??!!
Klar, aber nicht hier.
Respekt für eure Arbeit
(Hannah und Uwe)